Entwicklung therapeutischer kardialer Telozyten zur Verhinderung des Herzversagens nach einem akuten Myokardinfarkt

Förderbeginn
Institution: Kerkhoff-Klinik, Bad Nauheim
Hauptantragsteller: PD Dr. Manfred Richter
Zucht von Telozyten in der Zellkultur. Telozyten werden mit biologischen Methoden charakterisiert und mit der besten Qualität herangezüchtet. Letztendlich sollen diese als „Therapeutische Telozyten“ in der Klinik zum Einsatz kommen.

Fast jeder vierte Deutsche stirbt dem Bericht der Deutschen Herzstiftung zufolge an einer Herzerkrankung. Dabei steht der Herzinfarkt an erster Stelle mit mehr als 200.000 betroffenen Patienten und ca. 50.000 Todesfällen im Jahr. Oft entwickelt sich durch den Infarkt eine Herzinsuffizienz (Herzversagen), und die Transplantation ist die letzte verbliebene Therapiemöglichkeit. Damit stellt der Infarkt nicht nur ein ernsthaftes gesundheitliches Problem, sondern auch eine bedeutende ökonomische Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Ein weiteres Problem liegt in der Begrenzung gegenwärtiger pharmakologischer Behandlungsmöglichkeiten, welches zur weltweiten Suche nach innovativen Therapien für Patienten geführt hat.

Ziel ist es, die Entwicklung einer chronischen Herzinsuffizienz hinauszuzögern und im idealen Falle den vorhandenen Schaden zu reparieren. Ein neuartiger vielversprechender Ansatz ist die Transplantation von therapeutischen Vorläuferzellen. Diese Zellen sollen sich im Gewebe in funktionierende Herzzellen umwandeln und so abgestorbene Zellen ersetzen. Leider konnte trotz der anfänglichen Euphorie bisher nicht überzeugend gezeigt werden, dass Vorläuferzellen in der Tat abgestorbenes Herzmuskelgewebe ersetzen können.

Auch wir verfolgen den Ansatz einer Zelltherapie bei Herzinfarktpatienten, allerdings mit Telozyten. Der Telozyt ist ein erst vor Kurzem neu identifizierter Zelltypus, der bisher in verschiedenen Organen nachgewiesen werden konnte und zur Erholung von geschädigtem Gewebe beitragen soll. Telozyten sind sehr lange, dünne und verzweigte Zellen, die im Wesentlichen durch eine geringere zytoplasmatische Masse und extrem langen Ausläufern charakterisiert sind. Unsere Beobachtungen, dass die Zahl der Telozyten in Patienten mit Herzinsuffizienz deutlich geringer ist als im gesunden Herzgewebe, und dass dieser Zelltypus schützende Wirkung auf kultivierte kardiale Zellen ausübt, deuten auf eine wichtige Funktion in der Erholung nach einem Herzinfarkt hin. Wir erwarten, dass Telozyten sowohl die Heilung des geschädigten Herzens durch Gefäßbildung als auch das Wachstum überlebender Herzmuskelzellen beschleunigt. Letztendlich sollen diese Prozesse die Entwicklung einer chronischen Herzinsuffizienz verhindern. Daher ist das Anliegen unseres Projektes, die therapeutische Wirkung von Telozyten zu klären und daraus in Zukunft eine Therapie für Patienten mit einem akuten Herzinfarkt zu entwickeln.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.
 

Projektpartner:
Dr. Thomas Kubin
Abteilung Herzchirurgie der Kerckhoff-Klinik
Benekestr.2-8
61231 Bad Nauheim

Dr. Kerstin Troidl
Abteilung Pharmakologie
Max-Planck-Institut
Ludwigstr.43
61231 Bad Nauheim