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Präklinische Entwicklung eines Aktivators von Slack-Kaliumkanälen für die Therapie von Histamin-unabhängigem und chronischem Pruritus

Institution: Institut für Pharmakologie und Klinische Pharmazie, Goethe-Universität Frankfurt am Main (Prof. Schmidtko)
Institut für Pharmazeutische Chemie, Goethe-Universität Frankfurt am Main (Prof. Proschak)
Hauptantragsteller: Prof. Dr. Dr. Achim Schmidtko, Prof. Dr. Eugen Proschak
Förderlinie:
Translatorik
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Pruritus (Juckreiz) ist eine unangenehme Sinneswahrnehmung, die das Verlangen hervorruft, sich zu kratzen. Ähnlich wie akuter Schmerz dient akuter Pruritus als ein wichtiger Schutzmechanismus, um potenziell schädliche Reize zu erkennen. Chronischer Pruritus (d.h. über mehr als 6 Wochen anhaltend) erfüllt jedoch meist keine nützliche Funktion und kann zu einem erheblichen Leiden der Betroffenen führen.

Chronischer Pruritus ist ein häufiges Symptom, das verschiedene Hauterkrankungen, systemische Krankheiten wie chronische Nieren- oder Lebererkrankungen, psychiatrische Erkrankungen und Neuropathien begleitet. Etwa ein Drittel der dermatologischen Patienten und fast 15 % der allgemeinen Bevölkerung leiden an chronischem Pruritus. Da die meisten Arten von chronischem Pruritus Histamin-unabhängig und daher gegen Antihistaminika resistent sind, besteht ein dringender Bedarf, neue Behandlungsstrategien zu entwickeln.

In Vorarbeiten zu diesem Projekt konnten die Forschenden den Kaliumkanal Slack als einen neuen Angriffspunkt für Juckreiz-lindernde Pharmaka identifizieren. Slack ist in den Neuronen des peripheren Nervensystems, die Juckreiz detektieren, lokalisiert. Ein neu entwickelter Aktivator des Slack-Kaliumkanals zeigte in verschiedenen präklinischen Modellen des Juckreizes eine ausgeprägte antipruritische Wirksamkeit, ohne dass offensichtliche Nebenwirkungen auftraten.

Das durch die ForTra geförderte Translatorik-Projekt zielt darauf ab, die präklinische Entwicklung des Slack-Aktivators weiter zu führen, um diesen innovativen Ansatz zur Behandlung von therapieresistentem Pruritus bei Patienten zu validieren. Hierbei sollen in pharmakologischen, pharmakokinetischen und toxikologischen Untersuchungen umfassende Informationen zur Sicherheit und Wirksamkeit dieses Therapieansatzes gewonnen werden, um später eine klinische Phase-I-Studie durchführen zu können.

Weitere Informationen hier.

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