Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit 2019

17. Oktober 2019: Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung zeichnet ein Projekt für die Notfall- und Intensivmedizin in Tansania aus.
Dr. Martin Rohacek bei einer Untersuchung

Den Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit erhält im Jahr 2019 das Projekt:
„Aufbau und Organisation einer Notfallstation im St. Francis Referral Hospital in Ifakara (Tansania)" des Projektleiters Dr. Martin Rohacek vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) und der Notfallstation am St. Francis Referral Hospital, Ifakara in Tansania.

Mit dem Preis wird ein Projekt gewürdigt, das auf herausragende Art und Weise der Verbesserung der medizinischen Versorgung dient. Er ist mit 100.000 Euro dotiert – Geld, das unmittelbar für das Projekt verwendet werden wird. In diesem Jahr stand die Notfall- und Intensivmedizin im Fokus der Preisverleihung.

 

Projektbeschreibung: „Aufbau und Organisation der Notfallstation im St. Francis Referral Hospital, Ifakara, Tansania"
Seit September 2015 setzt der Schweizer Internist und Notfallmediziner Dr. Martin Rohacek das Projekt „Aufbau und Organisation der Notfallstation in Ifakara“ in Zusammenarbeit mit dem St. Francis Referral Hospital im ländlichen Ifakara und dem Ifakara Health Institute um.

Der Projektleiter der Swiss TPH hat dort eine Notfallstation aufgebaut – mit Triage, Diagnose und Behandlung von jährlich 36.000 Erwachsenen und Kindern. Das St. Francis Referral Hospital ist ein Zuweisungszentrum für eine ländliche Bevölkerung von ca. einer Million Menschen. Die meisten Patienten leiden an Infektionskrankheiten, einer Krankheit im Bereich des Abdomens sowie kardiovaskulären Krankheiten oder erlitten ein Trauma. Dank Triage werden schwerkranke Patienten sofort im Schockraum versorgt, in dem alle nötigen Geräte und Notfallmedikamente vorhanden sind. Die Notfallstation operiert im Dreischicht-Betrieb 24 Stunden pro Tag und wird von lokalen Ärzten geleitet.

Dr. Judith von Heusinger
medizinisch-humanitäre Entwicklungszusammenarbeit (humanitäre Förderung)
Portrait Dr. Judith von Heusinger
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Dr. Martin Rohacek
,
Projektleiter

Die zumeist schwerkranken Menschen benötigen rasch Hilfe. Je länger man mit der Diagnose und der dementsprechenden Therapie wartet, desto schlechter ist die Prognose für den Patienten.

Krankenhaus in Ifakara
Wartende Patienten
Notfallstation im St. Francis Referral Hospital, Ifakara, Tansania
Dr. Martin Rohacek bei der Arbeit
Training am Patientenbett: Eine Ärztin der Notfallstation führt unter der Supervision von Dr. Martin Rohacek eine Untersuchung mit Ultraschall durch.

Rohacek bildet dort zudem Medizinpersonal in Notfallmedizin, Ultraschall und Echokardiographie aus und führt klinische Forschungsprojekte durch. Etliche bereits Ausgebildete trainieren nun selber weitere Kollegen. Bisher haben etwa 100.000 Patienten aus drei Distrikten im Umkreis von 150 Kilometern vom Projekt profitiert.

Dr. Martin Rohacek
,
Projektleiter

Das Personal geht souverän mit den Geräten um. Ein Ergebnis des intensiven Trainings, das ein weiteres Kernstück des Projektes ist.

Mit dem Preisgeld möchte das Team ein weiteres Ultraschallgerät sowie einige Ersatzteile anschaffen – vor allem aber das Training fortführen und intensivieren. So soll das medizinische Personal in Ifakara langfristig trainiert sowie weitere lokale Instruktoren in Notfallmedizin und Ultraschall ausgebildet werden.

Dr. Martin Rohacek bei einer Ultraschalluntersuchung am Bett einer Patientin.
Kind in der Notaufnahme
Arbeit im Schockraum: Das speziell geschulte Pflegepersonal der Notfallstation versorgt einen Patienten.
Notfallstation in Ifakara
Einer der jüngsten Patienten
Dr. Martin Rohacek bei der Arbeit

Preisverleihung am 17. Oktober 2019 im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Die Preisverleihung fand am 17. Oktober 2019 im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Berlin statt und wurde mit einer Rede des Parlamentarischen Staatssekretärs für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Norbert Barthle über die "Entwicklungszusammenarbeit im 21. Jahrhundert" sowie einem Festvortrag von Prof. Dr. Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, mit dem Thema "Überversorgung hier – fehlende Ressourcen dort" begleitet.


Weitere Informationen erhalten Sie in der Pressemitteilung vom 21.10.19.

Dr. Martin Rohacek zusammen mit seiner Frau PD Dr. Maja Rohacek-Weisser, Dr. Fr. Winfrid Joseph Gingo (Direktor St. Francis Referral Hospital), Dr. Faraja Wilson Kitila (Leiter der Notfallstation) und Dr. Victor G. Myovela (Assistant Radiologist)
Dr. Martin Rohacek bedankt sich bei seinem Team: Dr. Fr. Winfrid Joseph Gingo (Direktor St. Francis Referral Hospital), Dr. Faraja Wilson Kitila (Leiter der Notfallstation) und Dr. Victor G. Myovela (Assistant Radiologist)
Dr. Dieter Schenk, Vorsitzender des EKFS-Stiftungsrates, übergibt im Beisein des Parlamentarischen Staatssekretärs für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Norbert Barthle die Urkunde an Dr. Martin Rohacek.
Norbert Barthle, Parlamentarische Staatssekretär für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sprach über die "Entwicklungszusammenarbeit im 21. Jahrhundert".
In seinem Festvortrag referierte Prof. Dr. Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, über das Thema „Überversorgung hier – fehlende Ressourcen dort".
In seiner bewegenden Laudatio beschrieb Prof. Dr. Paris, Leiter Departement Medizin Swiss TPH, seinen Freund und Kollegen Dr. Martin Rohacek als eine Person, die „ein Problem erkennt und anpackt, dabei Freude hat und diese an seine Kollegen weitergibt.“
Dr. Martin Rohacek während der Laudatio.
Der Preisträger mit seiner Frau PD Dr. Maja Rohacek-Weisser und seinem Ärzteteam (Mitte).
Impression der Preisverleihung 2019
Brita Pohl, die 2017 als Vertreterin von Verein PHASE Austria, den Preis entgegennahm, zeigte sich sichtlich gerührt.

Downloads

Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit 2019: Festrede für die Preisverleihung vom 17. Oktober 2019
Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit 2019: Laudatio