Tröpfcheninfektionen

Neue Ideen zum Verhindern von Tröpfchen- und Aerosol-Infektionen gesucht! Die EKFS möchte mit einem Ideen- und Projektwettbewerb in Höhe von 1 Million Euro die Entwicklung von neuen Schutzmaßnahmen gegen Viren vorantreiben.
Ausschreibung Tröpfcheninfektionen 2021

Beim Ausatmen und Sprechen sowie beim Niesen und Husten werden Krankheitserreger durch Vernebelung als Tröpfchen und Aerosole an die Umgebung abgegeben. Zur Tröpfchen- oder Aerosol-Infektion von Kontaktpersonen kommt es, wenn die Erreger anschließend auf deren Schleimhäute gelangen und sich dort vermehren.

Aktuell gängige Schutzmaßnahmen, wie sie im Rahmen der COVID-19-Pandemie angewendet werden, sind dabei unzureichend. Der Abstand von 1,5 m ist relativ willkürlich und für Aerosole zu gering. Die Mund-Nasen-Bedeckungen sind nicht völlig virendicht und beeinträchtigen die Kommunikation und Erschweren das Atmen. Luftfilter und Lüftungssysteme sind vielfach in Bezug auf ihre Wirkung nicht geprüft oder unzuverlässig.

Zwar haben wir mit der Impfung ein sehr wirksames Instrument gegen COVID-19, doch zukünftige Mutationen der Coronaviren könnten die Schutzwirkung der Impfung reduzieren und neue Viren, die über Tröpfchen und Aerosole übertragen werden, könnten erneut zu großen medizinischen und wirtschaftlichen Problemen führen. Aus diesem Grund will die EKFS dazu beitragen, die Forschung und Entwicklung von Maßnahmen zur Verhinderung von Tröpfchen- und Aerosol-Infektionen zu fördern.

Die Stiftung stellt daher einmalig 1 Million Euro für praxisrelevante Projekte zur Verhinderung von Tröpfchen- und Aerosol-Infektionen zur Verfügung. Im Fokus stehen dabei die Weiterentwicklung bestehender Schutzmaßnahmen (z.B. Mund-Nase-Bedeckungen, Luftfilter oder Beatmungsgeräte), die Entwicklung neuer Präventionsmaßnahmen (z.B. Maskentypen, Filtermaterialien, Lüftungsanlagen oder Hygienekonzepte) sowie Interaktionsformate zur Kreation neuer Ideen (z.B. Symposien, Hackathons oder design thinking).

Die Mittelvergabe erfolgt in einem zweistufigen Verfahren. Bis zum 15.04.2021 sind insgesamt 52 vielversprechende Kurzskizzen eingegangen. Die 12 Antragstellenden mit der besten Jurybeurteilung wurden bis Ende Juli zur Einreichung von Vollanträgen aufgefordert, die aktuell begutachtet werden. Anfang Oktober erfolgt die Förderempfehlung der Jury an den Stiftungsrat, dieser entscheidet voraussichtlich Ende Oktober über die Förderungen.

Vorstellung der 12 Finalistinnen und Finalisten und ihrer Projekte:

"SarsDefender – Projekt zur Verhinderung von Infektionen durch Tröpfchen oder Aerosole“

Bereitstellung eines portablen Gerätes mit dem Namen “SarsDefender”, welches vor CoV-19-Infektionen durch Inaktivierung der in der Luft befindlichen Erreger durch ein Hochfrequenzfeld mit hoher Effektivität schützt.

Antragstellende:

Andreas Javernik
Mag. Daniela Kickl

„Entwicklung von Surrogat-Viren als Referenzmaterial für experimentelle Aerosol-Studien“

Es sollen ungefährliche Viren als Test-Partikel für Aerosol-Experimente etabliert und als Referenzmaterial zur Verfügung gestellt werden.

Antragsteller:

PD Dr. Michael G. Weller
Fachbereichsleiter 1.5 Proteinanalytik
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin

Mitantragsteller:

Dr. Harald Bresch
Fachbereich 4.2 Materialien und Luftschadstoffe
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin

Dr. Zoltán Konthur
Fachbereich 1.8 Umweltanalytik
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin

„Transport und Verteilung von SARS-CoV-2 und biomimetischen Virusfänger bei aerosolbasierter Lungenapplikation“

In einem interdisziplinären Verbundprojekt sollen die Verbreitung von rekombinanten SARS-CoV-2 in den Atemwegen nach Verabreichung von Aerosolen untersucht und erfolgreich erprobte antivirale Virusbinder in präklinischen Studien an einem Hamstermodell getestet werden.


Antragsteller:

Prof. Benedikt Kaufer: Freie Universität Berlin, Institut für Virologie, Berlin

Mitantragsteller:

Prof. Rainer Haag
Institut für Chemie und Biochemie, Freie Universität Berlin

Dr. Daniel Lauster
Institut für Chemie und Biochemie, Freie Universität Berlin

Prof. Roland Netz
Institut für Physik, Freie Universität Berlin

Dr. Jakob Trimpert
Institut für Virologie, Freie Universität Berlin

Prof. Christian Hackenberger
Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie im Forschungsverbund Berlin e.V. (FMP)

Prof. Christian Drosten
Institut für Virologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin

„Filtermaterial für die Abreicherung von Aerosol-assoziierten Pathogenen AEROCATCH“

AEROCATCH wird einen funktionalisierten Filter auf Basis von Biomolekülen liefern, mit dem durch Aerosole übertragene Krankheitserreger aus der Luft abgereichert und inaktiviert werden.

Antragsteller:

PD Dr. Thomas Grunwald
Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, Leipzig

Mitantragsteller:

Dr. David M. Smith
PD Dr. Sebastian Ulbert
Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, Leipzig

„Leckage-reduzierter, aufbereitbarer Mund-Nasen-Schutz (MNS)"

Entwicklung eines wiederaufbereitungsfähigen textilen Mund-Nasen-Schutzes mit einer gegenüber dem Stand der Technik relevant reduzierten Leckage und geringerem Atemwiderstand bei der Inspiration.

Antragsteller:

Dr.-Ing. Martin Dauner
Deutsche Institute für Textil- u. Faserforschung (DITF), Denkendorf

Mitantragstellende:

PD Dr. med. Jennifer Herzog-Niescery
Katholisches Klinikum Bochum, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinik der Ruhr Universität Bochum (KKB)

Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Hans-Martin Seipp
Technische Hochschule Mittelhessen (THM), Gießen

"The Pathogenic Aerosol Containment Trap (PAConTrap): Platform for measuring pathogen inactivation factors”

Von der Entwicklung bis zum Betrieb einer neuartigen Apparatur zur Messung der Inaktivierung von Pathogenen, inklusive SARS-CoV-2, in Aerosolpartikeln unter Anwendung verschiedener Inaktivierungsfaktoren (T, RH, pH, UV, etc.)

Antragstellende:

Prof. Dr. Silke Stertz
Institut für Med. Virologie
Universität Zürich

Prof. Dr. Thomas Peter
Departement Umweltwissenschaften
ETH Zürich

„Etablierung der elektronischen Nase als minutenschnelles, nicht-invasives Screening zur Bekämpfung der COVID-19 Pandemie – wir riechen Covid-19!“

Mit Hilfe der elektronischen Nase wollen wir überprüfen, ob SARS-CoV-2-Infizierte anders riechen und sich innerhalb einer Minute identifizieren lassen und wir so ein neues nicht-invasives, zeit- und kostensparendes Screening etablieren können.

Antragstellerin:

Dr. Sybelle Goedicke-Fritz
Universität des Saarlandes Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie, Homburg/Saar

„Aerosol-wirksame physikalische Desinfektion – IOnisierende LUft Systeme mit Plasma (IOLUS)“

Im vorliegenden Vorhaben werden völlig neue, kompakte, hochwirksame und kosteneffektive Kombinations-Filter mit integrierter UV-Plasmastufe entwickelt sowie deren medizinische Wirksamkeit gegenüber verschieden Pathogenen (u.a. SARS-CoV-2, Influenza-Viren, Bakterien, Pilzsporen, etc.) zertifiziert.

Antragstellende:

PD Dr.-Ing. Lambert E. Feher

Prof. Dr. Hartmut Hengel, Prof. Dr. Martin Schwemmle
Institut für Virologie, Universitätsklinikum Freiburg

Dr. Matthias Walker
Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik und Plasmatechnologie IGVP, Universität Stuttgart

Prof. Dr. Thomas Iftner, Prof. Dr. Michael Schindler, Prof. Dr. Daniel Sauter
Institut für Medizinische Virologie und Epidemiologie der Viruskrankheiten, Universitätsklinikum Tübingen

„Aerofix - Detektion von Krankheitserregern in der Atemluft“

Entwicklung eines portablen Kleingerätes zur einfachen, sekundenschnellen und zuverlässigen Detektion von SARS-CoV-2 und anderen Lungenpathogenen in der Atemluft.

Antragstellerinnen:

Dr. Laura Paulowski
Nationales Referenzzentrum für Mykobakterien
und Diagnostische Mykobakteriologie, Borstel

Dr. Susanne Homolka
Molekulare und Experimentelle
Mykobakteriologie, Borstel

"Personalisierte und nachhaltige Masken für hohen Tragekomfort und perfekte Dichtigkeit zur Verhinderung von Infektionen durch Tröpfchen oder Aerosole"

Die Antragstellenden haben eine personalisierte Maske entwickelt, die basierend auf dem 3D-gescannten Gesichtsmodell jedes einzelnen Anwenders 3D-gedruckt wird, um einen hohen Tragekomfort und eine perfekte Passform zu gewährleisten, so dass Probleme der medizinischen und FFP-Masken wie ineffektive Filtration und Narbenbildung im Gesicht nach langen Tragezeiten beseitigt werden.

Antragstellende:

Dr. Ali Ertürk
Furkan Öztürk
Helmholtz Zentrum München, Institute of Tissue Engineering and Regenerative Medicine,  Neuherberg

„Neuartige Inhalationstherapeutika zum Schutz vor viralen Infekten bedingt durch Tröpfcheninfektionen (Viroprotect)“

Neuartige, zellpenetrierende, die Virus-Synthese blockierende Peptide werden als Inhalationslösung formuliert, um eine Tröpfcheninfektion zu verhindern bzw. die Virusproduktion in infizierten Zellen zu hemmen und damit die nicht infizierten Nachbarzellen zu schützen.

Antragsteller:

Prof. Dr. rer. nat. et. med. habil. Michael Bachmann
Institutsdirektor Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung (FWP)

"Sensorplattform für den Nachweis von Infektionskrankheiten in Tröpfchen und Aerosolen"

Das Projektteam entwickelt neuartige elektronische Biosensoren auf Basis von Nanomaterialien, die skalierbar in existierende Halbleitertechnologien integriert werden können. Die Sensoren werden Erreger von Infektionskrankheiten in Aerosolen und kleinen Tröpfchen zuverlässig, hochspezifisch und in Echtzeit nachweisen.

Antragsteller:

Prof. Dr. Gianaurelio Cuniberti
Professur für Materialwissenschaft und Nanotechnologie, TU Dresden

Bei Rückfragen rund um die Ausschreibung stehen wir Ihnen gerne unter Tel. +49 6172 8975-0 oder per E-Mail an hygiene@ekfs.de zur Verfügung.

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