Else Kröner Medical Scientist Kollegs

Strukturierte Förderung und Etablierung von Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern im medizinischen Bereich: Die neue Förderlinie der Else Kröner-Fresenius-Stiftung hat das Ziel, die interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit in der Gesundheitsforschung zu stärken.
Image: Else Kröner Medical Scientist Kollegs

Für die Verbesserung der medizinischen Forschung ist es erforderlich, dass auch Forschende der Natur- und Grundlagenwissenschaften medizinische Fragestellungen bearbeiten (Medical Scientists). Obschon dies bereits vielfach erfolgt, ist die Forschung oft theoretisch orientiert oder es fehlt ein tieferes Verständnis von medizinischen Voraussetzungen, klinischen Konsequenzen und den Bedingungen ärztlichen Handelns.

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung möchte die Medizinischen Fakultäten und Hochschulklinika in Deutschland im Rahmen von wissenschaftlichen Kollegs unterstützen, die Etablierung von jungen hochtalentierten Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftlern im medizinischen Bereich zu verbessern. Ziel ist es, die Forschung im Sinne einer besseren Behandlung von Patientinnen und Patienten zu optimieren.

Dazu schreibt die Else Kröner-Fresenius-Stiftung die Einrichtung von bis zu drei Medical Scientist Kollegs aus, die jeweils mit 1 Mio. € für eine Laufzeit von vier Jahren dotiert sind. Die Programme können entweder in der Promotions- oder in der Postdoc-Phase angesiedelt sein.

Im Rahmen des Kollegs sollen konkrete patientenorientierte Forschungsvorhaben bearbeitet und weiterentwickelt werden, begleitet durch ein interprofessionelles Weiterbildungsprogramm.

Bitte beachten Sie für diese Förderlinie stets unsere aktuellen Ausschreibungen. Diese finden Sie im Menü "Aktuelles" unter Ausschreibungen.

Portrait Dr. Alexander Lehmann
Dr. Alexander Lehmann
Kolleg-Förderlinien sowie Forschungspreis (wissenschaftliche Förderung)

Else Kröner Medical Scientist Kollegs 2021

Die folgenden Medical Scientist Kollegs wurden 2021 ausgewählt und werden mit jeweils 1 Mio. € über vier Jahre hinweg gefördert:

ClinbrAIn: Künstliche Intelligenz für Klinische Hirnforschung (Tübingen, Promotionskolleg)

ClinbrAIn: Künstliche Intelligenz für Klinische Hirnforschung

Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz (KI) haben das Potenzial, die medizinische Forschung und Praxis zu verbessern. Allerdings ist es enorm schwierig, theoretische Erkenntnisse in der KI-Forschung in die medizinische Praxis zu übertragen. Ziel des Else Kröner Medical Scientist Kollegs ClinBrAIn ist es, diese Lücke zu schließen. Es sollen „Medical Machine Learning-Scientists“ ausgebildet werden, die in enger Zusammenarbeit mit klinischen Expertinnen und Experten problemoptimierte KI-Methoden für klinische Fragestellungen entwickeln und diese in die klinische Anwendung übertragen.
ClinbrAIn, welches von Prof. Jakob Macke zusammen mit PD Dr. Kathrin Brockmann und Prof. Martin Giese geleitet wird, ist eine gemeinsame Initiative von Arbeitsgruppen aus der KI-Forschung (dem Exzellenzcluster Maschinelles Lernen, dem Tübingen AI Center und dem Bernstein Center für Computational Neuroscience) und klinischen Gruppen des Universitätsklinikums und des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung. Das Kolleg konzentriert sich auf Erkrankungen des Nervensystems, um an einer Reihe von beispielhaften Anwendungen spezifische Methoden zu entwickeln, welche das Potenzial haben, zu klinisch relevanten Verbesserungen zu führen.

Sprecher: Prof. Dr. Jacob Macke, Bernstein Center for Computational Neuroscience und Exzellenzcluster Machine Learning, Universität Tübingen

InFlame – Dynamik von Entzündungsreaktionen (Münster, Postdoc-Kolleg)

InFlame – Dynamik von Entzündungsreaktionen

Viele schwerwiegende Erkrankungen, darunter Infektionen, Krebs und neurologische Störungen, sind durch Entzündungsreaktionen charakterisiert. Diese tragen maßgeblich zum Schweregrad der Krankheit bei, jedoch sind derzeit für viele Entzündungsreaktionen keine effektiven Therapien bekannt und es bleibt nur eine symptomatische Behandlung. Die Erforschung dieser Entzündungsprozesse und ihrer zugrundeliegenden komplexen Zusammenhänge setzt eine spezifische Kombination von wissenschaftlichen Kenntnissen, Expertisen und modernsten Untersuchungsmethoden voraus. Ziel des Else Kröner Medical Scientist Kollegs „InFlame“ ist es daher, promovierte Grundlagenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in die translationale Forschung einzubinden, ihre wissenschaftliche Karriere zu unterstützen und eine Grundlage für die Entwicklung effektiver Behandlungsmethoden von entzündlichen Erkrankungen zu schaffen. Der Standort Münster bietet dafür mit seinem Medizin-Schwerpunkt Entzündung und Infektion beste Bedingungen. Durch den Schwerpunkt sind zahlreiche Forschungskonsortien und Netzwerke vorhanden, die den Kollegiatinnen und Kollegiaten ein optimales wissenschaftliches Umfeld mit modernster Infrastruktur und eine direkte Anbindung an bestehende translationale Projekte und klinische Studien ermöglichen. So fließen die Forschungsergebnisse der Kollegiatinnen und Kollegiaten direkt in translationale Ansätze.

Sprecherin: Prof. Dr. Petra Dersch, Institut für Infektiologie, Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

University Medicine Essen Medical Scientist Academy (Essen, Postdoc-Kolleg)

University Medicine Essen Medical Scientist Academy

Der Fortschritt in den Datenwissenschaften, Biowissenschaften und technischen Disziplinen stellt immer höhere Anforderungen an Ärztinnen und Ärzte sowie Forschende, die die neuesten Erkenntnisse aus diesen Disziplinen rasch in Nutzen für Patienten umsetzen müssen. Gerade in der Onkologie ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie klinisch tätigen Ärztinnen und Ärzten daher dringend erforderlich. Unter Nutzung der wissenschaftlichen und klinischen Ressourcen des Westdeutschen Tumorzentrums (WTZ), einem der führenden Krebszentren in Deutschland, wird die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen ein Medical Scientist Kolleg etablieren, welches die anwendungsbezogene Ausbildung von jungen Forschenden in den Vordergrund stellt. Die Kollegiatinnen und Kollegiaten werden eng mit forschenden Ärztinnen und Ärzten des am Standort bereits bestehenden Clinician Scientist Programms zusammenarbeiten. Im Zentrum des Forschungsprogramms im Kolleg steht die Entdeckung neuer Marker für Tumorerkrankungen sowie die Identifizierung neuer Therapieansätze. Die Projekte können dabei auf Patientendaten und Probenmaterial aus der Klinik und dem WTZ zugreifen. An der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Klinik nutzen sie so die Synergien mit anderen Strukturen der Nachwuchsförderung am Standort.

Sprecher: Prof. Dr. Sven Brandau, Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Universitätsklinikum Essen