Stärkung der palliativmedizinischen Versorgung in Nordtansania

Förderbeginn
Organisation: Deutsches Institut für ärztliche Mission (Difäm)
Partnerland: Tansania
Partnerorganisation vor Ort: Evangelisch-Lutherische Kirche in Tanzania (ELCT)


Image: Hausbesuch

Situation vor Ort:

Patientinnen und Patienten mit malignen Erkrankungen stellen in Tansania in der Mehrheit oft in einem Stadium vor, in dem eine Heilung nicht mehr möglich ist. Jedoch ist eine palliative Versorgung zur Minderung der Symptomlast und Steigerung der Lebensqualität angezeigt. Bisher wird diese Behandlung stationär durchgeführt, was für die Patientinnen und Patienten meist mit hohen Kosten und meist weiter Anreise verbunden ist. Quellen für die Finanzierung einer ambulanten häuslichen Versorgung existieren nicht.
 

Ziele:

Die palliative Versorgung schwerkranker Patientinnen und Patienten in Tansania im häuslichen Umfeld ist gesichert.

Indikatoren:
  1. Staatliche Entscheidungsträger beteiligen sich an der Diskussion um Kosteneffizienz häuslicher Palliativversorgung.
     
  2. Ein funktionierendes und qualitätsgesichertes Schema für eine häusliche Versorgungsstruktur liegt vor.
     
  3. Die Anzahl der im eigenen Land palliativmedizinisch weitergebildeter Fachkräfte steigt.

 

Maßnahmen:
  1. Durchführung von Hausbesuchen durch Hospiz- und Palliativhelfer zur Versorgung von Palliativpatienten.
     
  2. Supervision der Hospiz- und Palliativhelfer
     
  3. Entwicklung von Leitlinien und Materialien zur Dokumentation und Durchführung der Hausbesuche der Hospiz- und Palliativhelfer.
     
  4. Erstellung eines verbindlichen Lehrplans zur Ausbildung der Hospiz- und Palliativhelfer.
     
  5. Ausbildung von neuen Hospizhelfern und Refresher-Kurse.
     
  6. Durchführung einer wissenschaftlichen Kosteneffizienzstudie der ambulanten Palliativversorgung.
     
  7. Etablierung eines Zertifikat-Kurses in Palliativmedizin am KCMC.
     
  8. Lobbyarbeit bei der nationalen Krankenversicherung.

 

Nachhaltigkeit:

Die ambulante Versorgung von terminal erkrankten Patientinnen und Patienten im häuslichen Rahmen ist bisher nur im Projektrahmen gegeben. Gelingt es durch das Projekt die Finanzierung der Leistungen durch die nationale Versicherung anzustoßen, ist die ambulante Palliativversorgung in Tansania finanziell nachhaltig gesichert. Gleichzeitig steht auch durch die Etablierung der Weiterbildungsmöglichkeit am KCMC dauerhaft Fachpersonal zur Verfügung.

Besonderheiten:

Im Rahmen dieses Projektes wird erstmalig eine Kosteneffizienzstudie für spezialisierte ambulante palliativmedizinische Versorgung in Tansania erstellt und eine Aussage zur quality of care von ambulanten Leistungen ermöglicht. Dadurch besteht eine gute, wissenschaftlich fundierte Grundlage für weitere Verhandlungen auf politischer Ebene.

Weitere Informationen finden Sie hier.