Else Kröner Center for Advanced Medical & Medical Humanitarian Studies Würzburg – Mwanza/Tansania

Was als Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Mwanza in Tansania in den 1960er Jahren begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einer intensiven medizinisch-wissenschaftlichen Zusammenarbeit entwickelt.
Treffen mit der Dorfgemeinschaft auf der Insel Ijinga im Viktoriasee

Projektleitung: Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), Prof. Dr. Matthias Frosch

Kooperationspartner: Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) e. V. und Missionsärztliches Institut Würzburg, Universitätsklinikum Würzburg (UKW)

Partnerland: Tansania

Partnerorganisation vor Ort: Catholic University Health and Allied Sciences (CUHAS) in Mwanza und Bugando Medical Center Mwanza (BMC)


Zusammen werden u. a. gemeinsame Forschungsprojekte und Austauschprogramme von Masterstudierenden, Nachwuchskräften in der Facharztausbildung sowie Doktoranden umgesetzt. Außerdem wird in der klinischen Fortbildung zusammengearbeitet. Insbesondere wurde ein gemeinnütziges Programm zur Bekämpfung der Schistosomiasis, einer stark um den Viktoriasee verbreiteten parasitären Krankheit, durchgeführt.

Kontaminiertes Trinkwasser ist eine der Hauptübertragungsquellen für Infektionen. Im Rahmen der bisherigen Projekte wurde auf Ijinga, einer Insel im Viktoriasee, ein Trinkwasserbrunnen installiert.
Medard Beyanga bei der aktiven TB-Forschung: 2016 noch als Student, heute als Doktorand
Sauberes Wasser durch einen bereits gebauten Brunnen

Um die unterschiedlichen Aktivitäten strategisch bündeln und die Synergieeffekte zwischen den verschiedenen Initiativen deutlich besser nutzen zu können, ist die Gründung des „Else Kröner Center for Advanced Medical & Medical Humanitarian Studies Würzburg – Mwanza/Tansania“ geplant. Dabei geht es vor allem um die Aus- und Weiterbildung von medizinischen Fachkräften und Studenten, die Entwicklung eines gemeinsamen Curriculums, die Verbesserung der klinischen Versorgung der Bevölkerung im Krankenhaus und um eine verbesserte Gesundheitsversorgung sowie Public-Health-Kampagnen auf Community-Ebene rund um den Viktoriasee.

16
Mio. Menschen
leben in der Region um Mwanza am Viktoriasee

In der Region um Mwanza am Viktoriasee leben rund 16 Millionen Menschen – vor allem in von der Stadt entfernt gelegenen und oft nicht leicht zugänglichen Dörfern und auf Inseln vor Mwanza. Der Ausbau des Gesundheitssystems und der Infrastruktur vor Ort konnte mit dem schnellen Wachstum der Bevölkerung nicht Schritt halten. Das Fehlen von sanitären Einrichtungen, einer Basisinfrastruktur und Gesundheitsdiensten hat vor allem dazu geführt, dass viele dort lebende Menschen von armutsassoziierten vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs – Neglected Tropical Diseases) betroffen sind. So leiden zum Beispiel über 70 % an Schistosomiasis, einer durch Süßwasserkontakt übertragenen Wurminfektion, die unter anderem zu Schäden an Darm, Leber und Milz und im schlimmsten Fall zum Tod führt. Gemeinsam haben alle Projektpartner dort ein auf die Gemeinden ausgerichtetes, multidisziplinäres Programm zur Bekämpfung der Schistosomiasis, zur Gesundheitsaufklärung und zur Verbesserung der Medikamentenversorgung umgesetzt.

70 %
der Menschen rund um den Viktoriasee
leiden an Schistosomiasis

Nicht nur die Bekämpfung der Schistosomiasis wird Bestandteil der Arbeit im Else Kröner Center sein. Denn über die akademischen Beziehungen und die Krankenhausmedizin hinaus sollen Gesundheitsprogramme integriert werden, von denen die Bevölkerung direkt profitiert. So werden beispielsweise auch die Diagnose und Behandlung weiterer NTDs wie das Glaukom (grüner Star) in den Fokus rücken. Über 300 Gesundheitsfachkräfte sollen dafür weitergebildet werden, die im Rahmen von Dorfkampagnen Erwachsene über NTDs aufklären.

Darüber hinaus steht beispielsweise die verbesserte Ausbildung junger Akademiker und Kliniker sowie die Aus- und Weiterbildung von medizinischen Fachkräften zu unterschiedlichen Schwerpunkten im Vordergrund. Mindestens zehn Medizin-Studenten werden an einem mehrwöchigen Austauschprogramm zwischen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Catholic University of Health and Allied Sciences teilnehmen. Darüber hinaus wird ein Forschungsprogramm eingerichtet, das sich auf die Doktorandenausbildung konzentriert, um die medizinische Versorgung in Mwanza weiter zu verbessern. Und last, but not least werden Mitarbeiter der Kliniken in Mwanza und Würzburg an technischen Geräten geschult.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.