Das Haus im Wald – Eine Erinnerungsstätte an Else Kröner

Lebendige Erinnerung an Else Kröner – Am 5. Juni 2018 jährte sich zum 30. Mal ihr Todestag. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) nimmt dies zum Anlass, den Jugend- und Alterssitz ihrer Stifterin im Schmittener Wald neu zu errichten.
Entwurf "Haus im Wald"

Geplant ist der Bau eines Rückzugs- und Arbeitsortes für Wissenschaftler – ganz im Geiste von Else Kröner. Dort wird das Vermächtnis dieser außergewöhnlichen Frau weiterleben. Die Idee ist geboren, die Planung im vollen Gange und die Vorfreude groß.

Die EKFS plant die Neuerrichtung des ehemaligen Wochenend- und Ferienhauses von Else Kröner in Schmitten. Der Neubau bietet Raum für kleinere Seminargruppen, eine temporäre Rückzugsmöglichkeit für Wissenschaftler und stellt eine Erinnerungsstätte für die Stifterin dar. Damit folgt die EKFS dem vorgesehenen Stiftungszweck, das Erbe von Else Kröner entsprechend einzusetzen und führt den Ort einer sinnvollen und gemeinnützigen Nutzung nach den Vorstellungen der Stifterin zu.

Schmitten ist der richtige Ort dafür. Else Fernau, später Kröner, war der Taunusgemeinde und dem Haus ihres Ziehvaters Eduard Fresenius zeitlebens stark verbunden. Die junge Frau erlebte dort das Kriegsende und verbrachte auch nach dem Tod ihres Ziehvaters ihre Urlaubs- und Ferienzeit im Landhaus. Gegen Ende ihres Lebens wurde das Haus im Wald sogar ihr Wohnsitz.

Wir sehen das Projekt als eine Bereicherung für die Schmittener Lebenswelt an: Aus der Ruine im Wald wird wieder das Haus im Wald. Ansonsten bleibt das Areal um das Gebäude für Wanderer und Spaziergänger zugänglich, der Wald wird regionaltypisch aufgeforstet und der Naturschutzaspekt verstärkt. Nicht zuletzt können wir uns auch eine vereinzelte Nutzung des Seminarbereichs durch Schmittener Gruppen gut vorstellen.

Wie soll das neue „Haus im Wald“ genutzt werden?

Das Haus im Wald wird für gemeinnützige Zwecke errichtet, die im Rahmen des Stiftungszweckes der EKFS, der Förderung der Medizin, liegen. Im Rahmen des Neubaus entstehen drei Apartments für Wissenschaftler, die sich zum konzentrierten Arbeiten in die Stille zurückziehen wollen, sowie drei Seminarräume für insgesamt 10 bis maximal 20 Teilnehmer.

Wie ruhig wird es auf dem Areal bleiben?

Das Haus im Wald ist bereits von seinem Konzept her auf Ruhe und Konzentration angelegt.

Insgesamt sind 30 bis 50 eintägige Seminare pro Jahr geplant. Übernachtungsmöglichkeiten für Seminarteilnehmer sind im Haus nicht vorgesehen. Die Seminartätigkeit wird zudem kaum abends und kaum am Wochenende sein. Bei den einzelnen Wissenschaftlern rechnen wir mit einer Belegung der einzelnen Apartments an durchschnittlich max. 50 bis 70 Tagen. Insgesamt wird das Haus nur etwa die Hälfte des Jahres genutzt werden.

Die Lärmbelästigung wird gering sein: Die Wissenschaftler, die dort vorübergehend wohnen werden, suchen die Stille für konzentriertes Arbeiten. Auch die Seminarteilnehmer verursachen keine hohen Lärmpegel, da die Seminare im Hausinneren stattfinden.

Hinzu kommt, dass das nächstgelegene Wohnhaus 180 m entfernt ist. Auf dieser Strecke ist der Geräuschpegel rein physikalisch bedingt um mehr als 40 dB abgefallen, d. h. Motorengeräusche sind auf Flüsterlautstärke reduziert. Hinzu kommt die Bepflanzung, die als zusätzlicher Schalldämpfer wirkt.

Wie groß soll das neue „Haus im Wald“ werden?

Der Entwurf sieht ein zweigeschossiges Haus mit einer Grundfläche von 258 m² vor. Hier orientieren wir uns bei der Fläche und dem Volumen fast vollständig am verfallenen Gebäude, das im Grundriss mit einer Fläche von 224m² nur geringfügig kleiner ist. Es sind fünf Parkplätze geplant, die auf einer nicht versiegelten Fläche errichtet werden.

Mit wieviel Straßenverkehr ist zu rechnen?

Wir rechnen mit ca. 1.000 Fahrten im Jahr, was durchschnittlich drei Autos pro Tag entspricht. Unsere Schätzung sehen wir als sehr hoch an. Um das Verkehrsaufkommen so gering wie möglich zu halten, entwickeln wir ein An- und Abreisekonzept für die Seminargruppen. Wir prüfen, die Teilnehmer mit einem Sammeltaxi zum Haus im Wald zu bringen, um den Individualverkehr weitgehend zu begrenzen. Daher ist davon auszugehen, dass die Anzahl der Fahrten eher unter der genannten Zahl liegen wird. Vor allem internationale Wissenschaftler werden ohne eigenen PKW kommen. Zudem ist kein intensiver Verkehr durch das Catering zu erwarten, da die Seminarteilnehmer in der Regel nur die Mittagsmahlzeit im Haus einnehmen werden. Darüber hinaus werden wir auch die Möglichkeit prüfen, die Anreise mit Elektrofahrzeugen (mindestens für die Taxen) verbindlich vorzuschreiben.

Was ist mit den Zufahrtswegen geplant?

Für die Zufahrt zum Haus im Wald sollen die bestehenden Wege genutzt werden. Ein Ausbau oder eine Änderung des Bodenbelags ist nicht vorgesehen; auch wird es keinen Winterdienst geben. Auf dem Grundstück selbst wird der alte Zufahrtsweg wiederhergestellt. Dazu wird die vorhandene Schotterschicht freigelegt und bei Bedarf (z. B. Anforderungen für Rettungsfahrzeuge und Feuerwehrfahrzeuge) verdickt. Alle anderen Wege und Zufahrten werden unbefestigt und wasserdurchlässig errichtet. Zusätzlich ist ein Fußweg vom alten Eingang an der Spitzkehre des Waldweges zum Haus, stellenweise mit einer Freitreppe, vorgesehen.

Sind Flora und Fauna gefährdet?

Wir werden das Areal in seiner Naturnähe bewahren. Im Hinblick auf das schützenswerte naturräumliche Umfeld haben wir ein umfangreiches Gutachten zum Artenschutz erstellen lassen. Die dort vorhandenen Biotope sollen erhalten bzw. wiederhergestellt werden.

Durch einen pflegenden Eingriff in den derzeitigen Baumbestand besteht die Chance, eine Magerwiese unterhalb des Haues zu regenerieren. Diese ist für die meisten heimischen Tierarten als Lebensraum vorteilhaft. Der Wald um das Haus wird wieder als artenfreundlicher Mischwald hergestellt. Zugleich soll das Gelände nicht umzäunt werden und der Hausbau mit der Anbringung von Fledermauskästen an Bäumen fledermausschonend erfolgen.

Uns ist es sehr wichtig, das Haus möglichst umweltverträglich zu errichten und zu betreiben sowie mit Rücksicht auf Pflanzen und Tiere zu nutzen. Dies wird auch ein Anliegen der Nutzer sein, die ja gerade wegen der Ruhe und Naturnähe dieses Haus als Arbeitsort ausgewählt haben.

Welche Bedeutung haben die Markierungen an den Bäumen?

Die derzeit markierten Bäume sind aus Erfassungszwecken gekennzeichnet. Die Bäume werden nicht gefällt.

Wir wollen so wenig wie möglich Bäume roden. Das Fällen von Bäumen ist aktuell nur in drei Punkten geplant: erstens, das Wiederherstellen der Magerwiesen als wichtiges Biotop; zweitens, das teilweise Fällen der Fichten am Zufahrtsweg auf dem Grundstück, um die schützenswerten Maulbeerbäume erhalten zu können, und drittens, das Fällen von Bäumen in unmittelbarer Nähe des Hauses, falls diese ein Sicherheitsrisiko darstellen. Der letzte Punkt betrifft leider auch eine Kastanie neben dem Haus, die erkrankt und bruchgefährdet ist. Hier wollen wir eine Ersatzpflanzung mit einer schon größeren Kastanie vornehmen.

Was soll gegen Lichtemissionen getan werden?

Ein sorgfältiger und umweltverträglicher Umgang mit Licht ist uns wichtig. Dementsprechend ergreifen wir Maßnahmen, um Mensch und Natur zu schützen. Für die Beleuchtung werden ausschließlich „insektenfreundliche“ Lampentypen verwendet. Durch präzise Lichtlenkung können unnötige Emissionen reduziert werden. In den Nachtstunden ist nur sicherheitsrelevante Beleuchtung vorgesehen – hier berücksichtigen wir die Nachtruhe durch die Verwendung von Bewegungsmeldern.

Wie erfolgt der Anschluss des Hauses an die Versorgung?

Die Energieversorgung erfolgt über eine Wärmepumpe vor Ort und Sonnenkollektoren. Das Haus soll an das örtliche Wasserversorgungsnetz angeschlossen werden. Die Versorgungsanlagen für die Stromversorgung werden modernisiert und an den aktuellen Stand der Technik angepasst. Auch die Abwasserentsorgung wird an das örtliche Kanalnetz angeschlossen. Die Kosten für die notwendigen Versorgungsleitungen und die Anschlüsse übernimmt die Stiftung.

Wann wird der Bau beginnen und wie lange wird er dauern?

Im aktuellen Planungsstadium können wir sowohl über den Baubeginn als auch die Bauzeit noch keine Aussage treffen. Wir hoffen jedoch, dass wir bald mit den Arbeiten beginnen können. Fest steht, dass wir ein naturverträgliches Bauverfahren wählen und die verschiedenen Gewerke nach diesem Kriterium auswählen und beauftragen werden.

Wie werden die Nutzer des Hauses verpflegt?

Wissenschaftler, die dort für eine gewisse Zeit wohnen, werden sich in der Gemeinschaftsküche selbst versorgen. Für die Seminare ist ein Catering vorgesehen, das wir von einem Schmittener-Anbieter beziehen wollen.

Sie finden hier keine Antwort auf Ihre Fragen?

Dann wenden Sie sich bitte an: hausimwald@ekfs.de