Translationale Weiterentwicklung einer Dense Body-basierten Vakzine gegen Infektionen mit dem humanen Cytomegalovirus

Förderbeginn
Institution: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Virologie
Hauptantragsteller: Prof. Dr. med. Bodo Plachter
Info-Grafik

Die Infektion der schwangeren Frau mit dem humanen Cytomegalovirus (HCMV) und die nachfolgende Übertragung auf das ungeborene Kind ist eine der häufigsten Ursachen schwerer, frühkindlicher Erkrankung. Wird die Infektion überlebt, so treten Gehirnschädigung, Hörverlust und Einschränkungen der Sehfähigkeit als schwere Manifestationen in den Vordergrund. Daneben stellt die HCMV Reaktivierung im Rahmen der hämatopoetischen Stammzelltransplantation und der Organtransplantation eine gefürchtete und auch lebensbedrohliche Komplikation dar. Die medikamentöse Intervention ist mit erheblichen Nebenwirkungen verknüpft; sie kann bei pränataler Infektion allenfalls Symptome lindern, jedoch den Krankheitsverlauf kaum beeinflussen.

Dr. Patricia Gogesch (vorne) und Prof. Dr. med. Bodo Plachter (Hintergrund) im Labor bei der Gewinnung von Dense Body-Banden aus dem Gradientenröhrchen nach Ultrazentrifugation

Der Entwicklung eines Impfstoffes wird daher in der biomedizinischen Forschung ein hoher Stellenwert eingeräumt. Ein von uns entwickelter, vielversprechender Impfstoff-Kandidat enthält nicht-infektiöse, subvirale Partikel des HCMV, die als Dense Bodies (DBs) bezeichnet werden. DBs werden aus HCMV-infizierten Kulturzellen freigesetzt und können aus dem Kulturüberstand angereichert werden. Die herausragende Immunogenität von DBs  konnten wir in einer Reihe von Publikationen überzeugend belegen. Im Rahmen eines vorangegangenen, durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung geförderten Projektes konnten wir Erkenntnisse zur Morphogenese der DBs gewinnen, die die Grundlage für die translationale Weiterentwicklung zur Austestung des Impfstoffes in klinischen Studien darstellt.

Gegenstand des aktuellen Projektes ist es, einen Virusstamm (Sicherheitsvektor) zu etablieren, der seine Vermehrungsfähigkeit im Menschen verloren hat, gleichwohl aber die sichere Produktion eines DB-basierten Impfstoffes in Zellkultur ermöglicht. Ein solches Vorgehen ist zur Erhöhung der Sicherheit und zur Reduktion möglicher Nebenwirkungen eines Impfstoffes nach den geltenden Regeln der Impfstoff-Zulassung anzustreben. Ziel ist es, am Ende des Projektes einen „Saatvirus-Stamm“ bereitzustellen, der für die GMP-gerechte Produktion von Prüfmaterial für erste klinische Studien nach den Vorgaben der Zulassungsbehörden geeignet ist. 

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