Grundlagen des Komplexen Regionalen Schmerzsyndroms (CRPS) u. deren Modulierbarkeit durch innovative Therapiestrategien

Förderbeginn
Institution: Universitätsmedizin Greifswald
Hauptantragsteller: Dr. med. Sebastian Strauss
EKFS-Förderlinie: Erstantragstellung
Merkmale der CPRS-GMI Studie

Zentrale neuropathische Schmerzen sind ein häufiges und oftmals schwer zu behandelndes multifaktorielles Krankheitsbild. Ein typischer Vertreter davon ist das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS).  Dieses entwickelt sich etwa bei jedem zwölften Patienten nach schweren Verletzungen der oberen Extremität.

Neben chronischen neuropathischen Schmerzen treten häufig sensomotorische Defizite der betroffenen Hand auf, die zu einer großen Einschränkung der persönlichen Lebensqualität führen. Bei noch unzureichendem Verständnis über zugrunde liegende Mechanismen der Erkrankung ist insbesondere die Frage, welche Rolle neuropathologische Veränderungen im Gehirn bei der Entstehung von CRPS spielen, noch nicht abschließend geklärt.

Unsere Vorarbeiten deuten auf vielfältige zentrale kortikale und subkortikale Veränderungen bei CRPS hin. Ein vertieftes pathophysiologisches Verständnis der Erkrankung ist zukünftig zwingende Voraussetzung für die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze. Ein solcher innovativer Ansatz ist das sog. graded motor imagery (GMI) Training. Dieses Therapietraining besteht aus drei unterschiedlichen Strategien (mentale Rotation, Spiegeltherapie u. vorgestellte Bewegungen) die stufenweise kombiniert werden u. das in Vorstudien zu einer klinischen Verbesserung geführt hat.

 Doch inwieweit das Training in der Lage ist, für die Erkrankung CRPS charakteristische funktionelle sensomotorische u. neurophysiologische Parameter zu modulieren, konnte bisher nicht dargestellt werden. In der Arbeitsgruppe werden wir hier das GMI-Training in einer Therapiestudie mit paralleler Erfassung neurophysiologischer (MRT-navigierte transcranielle Magnetstimulation) u. bildgebender Parameter (Funktionelle MRT, Traktographie, resting-state Konnektivität) zum ersten Mal umfassend untersuchen.

Ziel ist es Aufschlüsse über die Grundlagen der Wirksamkeit des Trainings u. somit weitergehend über zugrunde liegende Mechanismen bei CRPS zu gewinnen. Perspektivisch können auf den hier gewonnen Kenntnissen weitere Interventionsmöglichkeiten entwickelt (z.B durch Kombination mit nicht invasiver Hirnstimulation oder pharmakologischen Ansätzen) und in weiteren multizentrischen Studien untersucht werden. 

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