cardioLEAP – Niedrigenergie-Defibrillation

Förderbeginn
Institution: Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS), Göttingen
Hauptantragsteller: Prof. Dr. Stefan Luther
Fluoreszenzbildgebung (sog. Optical Mapping) am intakten, Langendorff-perfundierten Kaninchenherzen.

Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen und wird verursacht durch maligne Arrhythmien. Derzeit besteht die einzige Möglichkeit, den Herztod zu verhindern, in der Abgabe von hochenergetischen elektrischen Schocks. Obwohl akut lebensrettend, verursachen diese traumatische Schmerzen, schädigen das Herzgewebe, vermindern die Lebensqualität und verschlechtern die Prognose der Patienten. Dies gilt ganz besonders für Patienten mit chronischen Herzerkrankungen, die auf einen implantierbaren Cardioverter/Defibrillatoren (ICD) angewiesen sind. Es gibt einen erheblichen medizinischen Bedarf, eine möglichst schmerzfreie und schonende Therapie zu entwickeln.

Von links nach rechts: Prof. Dr. S. Luther, Dr. J. Christoph und J. Schröder-Schetelig beim „Optical Mapping“ am intakten, Langendorff-perfundierten Kaninchenherzen

Low-Energy Anti-Fibrillation Pacing (LEAP) ist ein von den Antragstellern entwickeltes Verfahren zur schonenden und schmerzfreien Terminierung von Herzrhythmusstörungen. Die Wirkungsweise von LEAP ist grundsätzlich verschieden von den konventionelleren Defibrillatoren und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Innovationspreis Medizintechnik 2008 ausgezeichnet. Während Standard-Defibrillatoren einen einzelnen, hoch-energetischen elektrischen Schock verwenden, um die Ausbreitung aller Erregungswellen im gesamten Myokard zu beenden, terminiert LEAP gezielt die wirbelartig rotierenden Erregungswellen, welche als die „Quellen“ der Arrhythmie betrachtet werden. Aufgrund dieser lokalen, aber effektiven Beeinflussung, benötigt LEAP signifikant niedrigere Energien, als dies bei konventioneller Technologie möglich ist. Wegen der erheblichen Energiereduktion ist zu erwarten, dass der LEAP-ICD

  • erheblich schonender sein wird als bisherige Produkte, im günstigsten Fall sogar völlig schmerzfrei,
  • durch die deutliche Reduzierung der Nebenwirkungen eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit Herzkrankheiten erzielt wird,
  • deutlich weniger Gewebeschädigung verursachen wird als bisherige ICDs.

Ziel des von der EKFS geförderten Projekts cardioLEAP ist die weitere Optimierung der LEAP-Technologie. Hierdurch soll die Grundlage geschaffen werden für die Translation von LEAP in die klinische Anwendung.   

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