Else Kröner Fresenius Stiftung

Pressemitteilung

Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 06.02.2016

Copyright Foto: Johanniter/Jakob Studnar

Johanniter und EKFS: Gemeinsam gegen Frauenbeschneidung

Dank einer Förderung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung in Höhe von 90.000 Euro können die Johanniter ein Projekt zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung in Dschibuti wieder aufnehmen und auf weitere Dörfer in ländlichen Regionen ausweiten.

Bad Homburg/Berlin, den 05. Februar 2016 – In einer breit angelegten Aufklärungskampagne informieren die Johanniter in den kommenden zehn Monaten in sieben Dörfern in den Distrikten Tadjourah und Obock über die Folgen weiblicher Genitalverstümmelung, Frauenrechte und Frauengesundheit.

Im Rahmen des Projekts werden Frauen zur Stärkung ihrer Rechte auch Alphabetisierungskurse angeboten. „Das Projektziel lautet Abschaffung der Frauenbeschneidung durch Aufklärung und Schulung: ein medizinisch-humanitäres Hilfsprojekt, für das wir 90 Prozent der Kosten übernehmen, um die Lebensumstände für Frauen und Mädchen nachhaltig zu verbessern“, so Stiftungsratsmitglied Dr. Carolin Kröner.

 

Aktive Beteiligung der Gemeinden

In den Dörfern werden Aufklärungskomitees gegründet und geschult, die ihr Wissen in Versammlungen und bei Hausbesuchen an die Gemeindemitglieder weitergeben. Neben den Dorfältesten sind auch ehemalige Beschneiderinnen und Mütter von unbeschnittenen Mädchen in den Komitees aktiv. „Die aktive Beteiligung der Dorfgemeinschaft ist wichtig, um langfristig etwas zu verändern“, so Maja Bünsche, Projektkoordinatorin der Johanniter.

 

Aufklärungsarbeit in Wort und Bild

Um möglichst viele Menschen zu erreichen und die Arbeit der Aufklärungskomitees zu unterstützen, organisieren die Johanniter in jedem Dorf eine Filmvorstellung mit anschließender Diskussion. Der Film erzählt die Geschichte eines Mädchens in zwei Versionen: Einmal wird es mit fünf Jahren beschnitten, heiratet später und erleidet eine Totgeburt. Im zweiten Teil des Films bewahrt der Vater sie vor der Beschneidung, und sie bringt nach ihrer Hochzeit ein gesundes Kind zur Welt. „Bei den Diskussionsrunden zeigt sich, dass der Film die Menschen zum Umdenken veranlasst“, konstatiert Maja Bünsche und berichtet von einem Jungen, der nach einer der Filmvorstellungen sagte, dass er nicht wolle, dass seine Kinder einmal bei der Geburt sterben müssten.

 

Landesweiter Kampf gegen Genitalverstümmelung

Seit 2006 geht Dschibuti verstärkt mit Aufklärungsmaßnahmen gegen die Beschneidungspraktiken vor. Doch nur in den Städten finden die Menschen leichten Zugang zu den Informationen der Regierung. „Erst durch unsere von der EKFS finanzierten Projekte konnten abgelegene Dörfer einbezogen werden“, so Maja Bünsche dankbar. Die erste Bilanz ist positiv: Der prozentuale Anteil von verstümmelten Frauen und Mädchen ist seit 2006 von 93,1 Prozent auf 78,4 Prozent gesunken.

 

Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Bis heute hat die Stiftung rund 1.460 Projekte mit einem Gesamtvolumen von über 230 Millionen Euro gefördert. (www.ekfs.de)

 

Kontakt

Dr. Ulrike Schneider
Leitung Stiftungskommunikation

Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Postfach 1852
61352 Bad Homburg
Tel: (06172) 8975 10
u.schneider@ekfs.de