Else Kröner Fresenius Stiftung

Pressemitteilung

EKFS fördert neue Forschungskollegien in der Hochschulmedizin

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung vergibt zum zweiten Mal drei Forschungskollegien zur Förderung des Forschungsnachwuchses in der Hochschulmedizin. Jeweils eine Million Euro erhalten drei ausgezeichnete Konzepte: an der Universitätsklinik Freiburg, an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und an der Technischen Universität München (TUM).

Bad Homburg, den 15. August 2013 – Die hohe Resonanz auf die erste Ausschreibung und die bereits erzielten Forschungsergebnisse der 2011 initiierten Forschungskollegien hat die Else Kröner-Fresenius-Stiftung zur erneuten Vergabe dieses innovativen Förderinstruments in der deutschen Hochschulmedizin bewogen.

Das Besondere an den Forschungskollegien ist die Verknüpfung von hervorragender selbstständiger Forschung mit der klinischen Weiterbildung zum Facharzt. „Beides, Forschung und Klinik auf international wettbewerbsfähigem Niveau zu erlernen und auszuüben, ist eine enorme Herausforderung, die großes Talent, Motivation und ein geeignetes Umfeld erfordern“, sagt Dr. Susanne Schultz-Hector, Vorstandsmitglied der Else Kröner-Fresenius-Stiftung.

Die Forschungskollegien werden jeweils von mehreren Kliniken oder Instituten getragen, die ein gemeinsames Forschungsfeld verbindet. Sie bieten den Kollegiaten ein hochkompetitives Forschungsumfeld, leiten sie zur wissenschaftlichen Selbstständigkeit an und ermöglichen eine breite fach- und methodenübergreifende Ausbildung zum sogenannten „clinician scientist“.

Die geförderten Forschungskollegien an der Universitätsklinik Freiburg sowie an der LMU und an der TU München sind deutlich auf wissenschaftliche Exzellenz ausgerichtet. Sie bieten darüber hinaus die richtige Balance zwischen Anleitung und initiativer Selbstständigkeit sowie zwischen Forschungsorientierung und Integration in die ärztliche Weiterbildung. So beinhalten die Kollegien umfassende Mentoring-Programme, breitgefächerte Seminar- und Ausbildungsangebote sowie individuell angelegte Karriereförderungen.

Unter zahlreichen Antragsskizzen wurden zunächst die überzeugendsten sechs Skizzen um eine ausführliche Antragstellung gebeten. In der zweiten Auswahlstufe sind dann die jeweils drei aussichtsreichsten Konzepte zur Förderung mit jeweils rund einer Million Euro für drei Jahre identifiziert worden.

Forschungskolleg Universität Freiburg / Nierenfunktionsstörungen als
Komplikationen von Systemerkrankungen

Nierenfunktionsstörungen sind ein schwerwiegendes Problem, das häufig als Begleit- oder Folgeerkrankung anderer, teilweise sehr häufiger Erkrankungen auftreten kann. Das Forschungskolleg widmet sich dem Entstehungsmechanismus und den Behandlungsansätzen von Nierenschädigungen bei Diabetes mellitus, Hepatitis C oder bei Autoimmunerkrankungen oder bei Erkrankungen, die mit einem erhöhten Harnsäurespiegel einhergehen (z. B. Gicht). „Wir wollen talentierte junge Forscher begeistern, mithilfe modernster Methoden neue pathogenetische und therapeutische Ansätze zu verfolgen“, sagt der Sprecher des Forschungskollegs, Prof. Dr. Gerd Walz. Der Schwerpunkt der geplanten Forschung liegt auf der Aufklärung pathogenetischer Faktoren, die für Entzündungsreaktionen der Niere, den Energiehaushalt von Nierenzellen oder Regenerationsfähigkeit geschädigter Nieren von Bedeutung sind. Für die Umsetzung ihrer individuellen Forschungsprojekte können die Kollegiaten auf hochmoderne Technologien und Modellsysteme zurückgreifen.

Forschungskolleg LMU / Seltene Erkrankungen des Immunsystems – von der
Pathophysiologie zur Entwicklung neuer Therapiestrategien

Das Forschungskolleg an der LMU versteht sich als Exzellenzprogramm für herausragende Nachwuchswissenschaftler mit Schwerpunkt in der Kinderheilkunde. Der Fokus liegt auf monogenen Erkrankungen des Immunsystems: von klassischen primären Immundefekterkrankungen über inflammatorische Erkrankungen bis hin zu Erkrankungen mit organspezifischen Entzündungen und spezifischer Empfänglichkeit für definierte Krankheitserreger. Die wissenschaftlichen Fragen gehen von Kindern mit immunologischen Erkrankungen aus, um mit modernen Methoden der Genomanalyse wichtige Signalwege zu erkennen. „Durch die zunehmende Ökonomisierung in der Medizin brauchen wir dringend neue strukturelle Voraussetzungen, die Räume für Kreativität und Innovation öffnen“, sagt der Kollegsprecher Prof. Dr. Christoph Klein. Das Forschungskolleg setzt damit einen wichtigen Akzent für die Aus- und Weiterbildung von „clinician scientists“ im Bereich der translationalen Forschung der Kinderheilkunde an einem der ältesten und größten pädiatrischen Zentren in Deutschland. Wissenschaftler aus den Bereichen Immunologie, Genetik, Strukturbiologie und Biochemie arbeiten interdisziplinär an der Aufklärung der jeweiligen Krankheitsmechanismen.

Forschungskolleg TUM / Mikrobielle Trigger als Auslöser von Krankheiten

Viren und Bakterien können Krankheiten verursachen, aber auch heimliche „Mitbewohner” sein. Wann und warum Mikroben Krankheiten oder sogar Tumore auslösen sowie das komplexe Wechselspiel mit dem Immunsystem des Menschen ist kaum verstanden. Das Forschungskolleg stellt die Rolle mikrobieller Trigger in der Krankheitsauslösung in den Mittelpunkt. Dieses Forschungsgebiet entwickelt sich aktuell mit großer Dynamik im Spannungsfeld von genetischer Prädisposition und Einflüssen von Umwelt und Lebensstil. Es befasst sich mit wesentlichen Aspekten der angeborenen und adaptiven Immunität sowie mit der Aktivierung gewebespezifischer Signalwege bzw. des gewebespezifischen Mikromilieus. Hierbei leiten folgende Fragestellungen die Forschungsarbeiten: Welche Bedeutung haben mikrobielle Trigger bei der Entstehung von Organdysfunktionen? Wie beeinflussen chronische Infektionen die Entstehung und das Wachstum von Tumoren? Wie trägt das Mikrobiom, das durch Ernährung und Umwelt beeinflusst wird, zur Krankheitsentstehung und - entwicklung bei? „Interdisziplinäres Arbeiten ist in der modernen Biomedizin essentiell. Wir wollen junge Ärzte für die Forschung begeistern und ihnen das notwendige Handwerkszeug vermitteln“, sagt die Sprecherin des Kollegs und Prodekanin für den wissenschaftlichen Nachwuchs an der TUM, Prof. Dr. Ulrike Protzer.

Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner, geb. Fernau, gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt außerdem medizinischhumanitäre Hilfsprojekte. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Bis heute hat die Stiftung rund 1.100 Projekte mit einem Gesamtvolumen von ca. 150 Millionen Euro gefördert.
(www.ekfs.de)

Kontakt
Dr. Ulrike Schneider
Leitung Stiftungskommunikation

Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Postfach 1852
61352 Bad Homburg
Tel.: (06172) 897510
E-Mail: u.schneider[at]ekfs.de