Else Kröner Fresenius Stiftung

Erfolgreiche Zwischenbegutachtung dreier Else Kröner-Forschungskollegien

Ende 2016 stand die Verlängerung der drei Else Kröner-Forschungskollegien am Universitätsklinikum Freiburg sowie der LMU und der TU in München an. Die Forschungskollegien, als ein Instrument der Exzellenz- und Nachwuchsförderung für junge Ärztinnen und Ärzte an forschungsstarken Universitätskliniken etabliert, wurden 2013 mit jeweils 1 Mio. Euro für zunächst drei Jahre bewilligt, mit der Aussicht auf eine zweite, entsprechend dotierte Laufzeit. Dazu lud die EKFS die Sprecher und Kollegiaten der drei Forschungskollegien nach Bad Homburg zu einer 2-tägigen Zwischenbegutachtung ein.

Die gemeinsame Zwischenbegutachtung bot neben der intensiven Diskussion und Präsentation der jeweiligen Forschungsergebnisse ein sowohl von den Kollegiaten als auch den Sprechern intensiv genutztes Forum für einen regen Ideenaustausch. Diese Begegnungen schaffen die Grundlage für ein identitätsstiftendes Zugehörigkeitsgefühl als Else Kröner-Forschungskollegiat.
Am ersten Tag in Bad Homburg hatten die 23 Kollegiaten Gelegenheit, in Form von kurzen mündlichen Präsentationen und Postern dem 8-köpfigen Gutachtergremium ihre bisherigen Forschungsergebnisse aus der ersten Förderperiode vorzustellen. Die Gutachter zeigten sich beeindruckt von der exzellenten Arbeit in dem anregenden Umfeld der drei wissenschaftlich vorzüglich vernetzten Standorte.

In allen drei Kollegien ist die Verknüpfung von selbständiger Forschung und klinischer Weiterbildung zum Facharzt eindrucksvoll umgesetzt. Mehrere, durch ein gemeinsames Forschungsfeld verbundene Kliniken und Institute bieten den  Kollegiaten die Möglichkeit, sich für bis zu 2 Jahre ausschließlich ihrem Forschungsprojekt zu widmen. Mentoring-Programme, breitgefächerte Seminar-,  Ausbildungs- und Vortragsangebote ergänzen die Ausbildung zum Clinician Scientist mit der Perspektive auf eine erfolgreiche akademische Karriere. Die Brücke zwischen Klinik und Forschung zu schlagen bzw. beides im Arbeitsalltag zu vereinbaren, stellt eine große Herausforderung dar; sie erfordert viel wissenschaftliches und organisatorisches Talent, hohen Einsatz und Motivation.
Die Sprecher der drei Forschungskollegien präsentierten am Folgetag die wissenschaftlichen Konzepte für die Verlängerungsphase. Einen besonderen Fokus legen alle Standorte auf die weitere Verknüpfung mit der klinischen Weiterbildung und auf die Möglichkeit, im Interesse eines nahhaltigen Aufbaus von Forschungskompetenz den Stipendiaten nach dem Abschluss der Förderung den Weg zu der Etablierung einer eigenen Arbeitsgruppe zu öffnen.


Forschungskolleg Universität Freiburg: Nierenfunktionsstörungen als Komplikation von Systemerkrankungen

Sprecher Prof. Dr. Gerd Walz, Prof. Dr. Tobias B. Huber

Das Forschungskolleg widmet sich dem Entstehungsmechanismus und den Behandlungsansätzen von Nierenschädigungen, die als Folgeerscheinung u.a. bei Diabetes mellitus, Hepatits B oder C-Infektionen, Autoimmun- oder Stoffwechselerkrankungen diagnostiziert werden. Der Schwerpunkt der Forschung liegt dabei auf der Aufklärung pathogenetischer Faktoren, die für Entzündungsreaktionen der Niere, den Energiehaushalt von Nierenzellen oder Regenerationsfähigkeit geschädigter Nieren von Bedeutung sind. Aufbauend auf die Ergebnisse der ersten Förderperiode werden nun in den nächsten 3 Jahren in verschiedenen Krankheitsmodellen die genaue Bedeutung der bis jetzt identifizierten Moleküle und Signalübertragungswege für das Nierenversagen untersucht. Mit Hilfe entsprechender Inhibitoren für die gefundenen Schlüsselproteine sollen auch erste therapeutische Ansätze beispielsweise bei der diabetischen Nephropathie durchgeführt werden. 12 junge Ärztinnen und Ärzte in 7 beteiligten Kliniken und Instituten hat das Kolleg in den letzten 3 Jahren gefördert und ausgebildet, und während der zweiten Förderperiode sollen 12 weitere Kollegiaten aufgenommen werden.

Dr. Michael Seifert arbeitet mit transgenen Zebrafischen, um kollektive Zellmigration zu untersuchen. Fluoreszierende Proteine werden als Marker benutzt, um Zellmigration während der embryonalen Entwicklung live zu untersuchen.

Forschungskolleg LMU München: Seltene Erkrankungen des Immunsystems - von der Pathophysiologie zur Entwicklung neuer Therapiestrategien

Sprecher Prof. Dr. Christoph Klein, Prof. Dr. Karl-Peter Hopfner

Der wissenschaftliche Fokus des Programms liegt auf monogenen Erkrankungen des Immunsystems mit einem Schwerpunkt in der Kinderheilkunde. In der zweiten Förderperiode sollen 8 junge Ärzte, die präferentiell bereits eine klinische Grundausbildung absolviert haben und die eine Weiterbildung mit einem immunologischen Fokus anstreben, gefördert werden. Den Kandidaten wird ein breites Spektrum möglicher Projekte aus den beteiligten Arbeitskreisen angeboten. Dazu gehören u.a. die Weiterentwicklung von Antikörpern, die bereits heute mit Erfolg als „Checkpoint-Inhibitoren" eingesetzt werden, sowie die Weiterentwicklung innovativer Immuntherapien. Mit den angebotenen Projekten werden die Bereiche angeborene Immunität, antivirale und antibakterielle Immunität, sowie Epigenetik, genomische Integrität und Membrantransportprozeße in Immunzellen abgedeckt.


Forschungskolleg TUM München: Mikrobielle Trigger als Auslöser von Krankheiten

Sprecherin Prof. Dr. Ulrike Protzer, Prof. Dr. Tilo Biedermann

Das wissenschaftliche Ziel dieses Forschungskollegs ist es, die Bedeutung mikrobieller Trigger in der Krankheitsentstehung zu definieren und Immunmechanismen sowie Signalwege zu identifizieren, die an der Pathogenese von Organdysfunktionen, der Entstehung von allergischen Reaktionen und chronischer Entzündung sowie an der Entstehung von Krebs beteiligt sind. An der Betreuung und Ausbildung der 12 während der letzten 3 Jahre geförderten Kollegiaten waren insgesamt 11 klinische und nicht-klinische Arbeitsgruppen sowie 8 Kliniken beteiligt. In der zweiten Förderperiode sollen 12 neue Kollegiaten mit den angebotenen Projekten die folgenden vier Themenbereiche bearbeiten: Organdysfunktion und die Bedeutung mikrobieller Trigger, chronische Immunstimulation und Immundysfunktion, der Einfluss des Mikrobioms auf Krankheitspathogenese und Tumorgenese, sowie die Pathogenese der Inflammation bei Atopie und Allergie.


Mentoring-Programme, breitgefächerte Seminar-, Ausbildungs- und Vortragsangebote

Mehrere, durch ein gemeinsames Forschungsfeld verbundene Kliniken und Institute bieten den Kollegiaten die Möglichkeit, sich für bis zu 2 Jahre ausschließlich ihrem Forschungsprojekt zu widmen. Mentoring-Programme, breitgefächerte Seminar-, Ausbildungs- und Vortragsangebote ergänzen die Ausbildung zum „Clinician Scientist“ mit der Perspektive auf eine erfolgreiche akademische Karriere.