Das Haus im Wald – Eine Erinnerungsstätte an Else Kröner

Lebendige Erinnerung an Else Kröner – Am 5. Juni 2018 jährte sich zum 30. Mal ihr Todestag. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) nimmt dies zum Anlass, den Jugend- und Alterssitz ihrer Stifterin im Schmittener Wald neu zu errichten.
Landhaus von Eduard Fresenius um 1937

Geplant ist der Bau eines Rückzugs- und Arbeitsortes für Wissenschaftler – ganz im Geiste von Else Kröner. Dort wird das Vermächtnis dieser außergewöhnlichen Frau weiterleben. Die Idee ist geboren, die Planung im vollen Gange und die Vorfreude groß.

Die EKFS plant die Neuerrichtung des ehemaligen Wochenend- und Ferienhauses von Else Kröner in Schmitten. Der Neubau bietet Raum für kleinere Seminargruppen, eine temporäre Rückzugsmöglichkeit für Wissenschaftler und stellt eine Erinnerungsstätte für die Stifterin dar. Damit folgt die EKFS dem vorgesehenen Stiftungszweck, das Erbe von Else Kröner entsprechend einzusetzen und führt den Ort einer sinnvollen und gemeinnützigen Nutzung nach den Vorstellungen der Stifterin zu.

Schmitten ist der richtige Ort dafür. Else Fernau, später Kröner, war der Taunusgemeinde und dem Haus ihres Ziehvaters Eduard Fresenius zeitlebens stark verbunden. Die junge Frau erlebte dort das Kriegsende und verbrachte auch nach dem Tod ihres Ziehvaters ihre Urlaubs- und Ferienzeit im Landhaus. Gegen Ende ihres Lebens wurde das Haus im Wald sogar ihr Wohnsitz.

Aus der Ruine im Wald wird wieder das Haus im Wald. Ansonsten bleibt das Areal um das Gebäude für Wanderer und Spaziergänger zugänglich, der Wald wird regionaltypisch aufgeforstet und der Naturschutzaspekt verstärkt.

Aktueller Stand zum Neubau des „Hauses im Wald“:  

Die EKFS präsentiert am 31.08.2020 ein neues architektonisches Konzept und die Modifikation des Nutzungskonzepts für den Wiederaufbau des „Hauses im Wald“. Der neu entstandene Bebauungsentwurf berücksichtigt den Wunsch der Schmittener Bürger, das neue Haus stärker am Erscheinungsbild des ursprünglichen Wochenend- und Ferienhauses von Else Kröner auszurichten.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung vom 31. August 2020.  
 

 

Entwurf "Haus im Wald"

In den aktualisierten FAQs finden Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen zum Projekt:

Wieso wurde ein neues architektonisches Konzept entwickelt?

Die Schmittener Bürger äußerten den Wunsch, das neue Haus stärker am Erscheinungsbild des Bestandsbaus auszurichten. Durch eine nochmalige Verkleinerung der Grundfläche des geplanten Neubaus möchten wir zeigen, dass wir ein bescheidenes Gebäude erstellen wollen und keinen baulichen Expansionsdrang haben. Zudem wurden wir darauf hingewiesen, dass die großen Flügelverglasungen im ersten Entwurf eine Gefahr für die Waldvögel darstellen könnten.

Warum verzögert sich der Neubau?

Die Kritiker des Bauvorhabens haben neben Einwänden auch ein juristisches Gutachten eingereicht. Daher hielten wir es für notwendig, den gesamten Planungsprozess unter fachjuristischer Beratung nochmals zu überprüfen. Die Beauftragung und Durchführung der Gutachten hat viel Zeit in Anspruch genommen. Aufgrund des Lockdowns in der Corona-Pandemie kam es zu weiteren Verzögerungen.

Wie sieht das neue architektonische Konzept aus?

Die beiden Flügel des Bestandshauses wurden in die neue Planung aufgenommen, die nun zwei – und nicht mehr drei – Apartments für Wissenschaftler enthalten. Der Seminarbereich befindet sich in einem rechteckförmigen Gebäude dahinter, wodurch ein geschützter Innenhof entsteht. Leider sah sich das Architekturbüro Heide aufgrund der hohen Arbeitsbelastung des Büros nicht in der Lage, einen neuen Entwurf zu erstellen. Die neuen Entwürfe hat das Büro Philipp Architekten erstellt.

Steht das alte Haus unter Denkmalschutz?

Die Kritiker des Bauvorhabens haben dem Gemeindeparlament ein Gutachten eingereicht, was auf die Denkmalschutzwürdigkeit des Bestandshauses hinweist. Wir haben dieses Gutachten überprüfen lassen und den Autor des Gutachtens zu einer Besichtigung des stark verfallenen Hauses eingeladen. Dabei wurde festgestellt, dass nur noch etwa 20% der derzeitigen Bausubstanz vom Originalgebäude aus dem Jahr 1916 stammen. Aufgrund von Schimmelbildung wurde das Haus bereits vor etwa zwanzig Jahren entkernt, schon vorher wurden etliche Wände durch Um- und Anbauten ersetzt. Darüber hinaus haben wir das Landesamt für Denkmalpflege sowie einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen beauftragt, eine Beurteilung der Denkmalwürdigkeit des Hauses zu ermitteln. Beide kommen zu dem Ergebnis, dass die vorhandene Bauruine kein schützenswertes Gebäude darstellt.

Die folgenden FAQs sind seit dem 28.06.2019 online und wurden am 31.08.2020 aufgrund des neuen architektonischen Konzepts aktualisiert:

Wie soll das neue „Haus im Wald“ genutzt werden?

Das Haus im Wald wird für gemeinnützige Zwecke errichtet, die im Rahmen des Stiftungszweckes der EKFS, der Förderung der Medizin, liegen. Im Rahmen des Neubaus entstehen zwei Apartments für Wissenschaftler, die sich zum konzentrierten Arbeiten in die Stille zurückziehen wollen, sowie drei Seminarräume für insgesamt 10 bis maximal 20 Teilnehmer.

Wie ruhig wird es auf dem Areal bleiben?

Das Haus im Wald ist bereits von seinem Konzept her auf Ruhe und Konzentration angelegt.

Insgesamt sind 30 bis 50 eintägige Seminare pro Jahr geplant. Übernachtungsmöglichkeiten für Seminarteilnehmer sind im Haus nicht vorgesehen. Die Seminartätigkeit wird zudem kaum abends und kaum am Wochenende sein. Bei den einzelnen Wissenschaftlern rechnen wir mit einer Belegung der einzelnen Apartments an 150 bis maximal 200 Tagen pro Jahr. In der Regel wird ein Wissenschaftler vor Ort sein, in selteneren Fällen zwei. Insgesamt wird das Haus nur etwa die Hälfte des Jahres genutzt werden. In den drei Wintermonaten (zwischen Ende Dezember und Ende März) bleibt das Gebäude geschlossen, um mögliche Belastungen der Natur durch einen Winterdienst auszuschließen.

Die Lärmbelästigung wird gering sein: Die Wissenschaftler, die dort vorübergehend wohnen werden, suchen die Stille für konzentriertes Arbeiten. Auch die Seminarteilnehmer verursachen keine hohen Lärmpegel, zudem finden die Seminare im Hausinneren statt.

Hinzu kommt, dass das nächstgelegene Wohnhaus 180 m entfernt ist. Auf dieser Strecke ist der Geräuschpegel rein physikalisch bedingt um mehr als 40 dB abgefallen, d. h. Motorengeräusche sind auf Flüsterlautstärke reduziert. Weiterhin wirkt die Bepflanzung als zusätzlicher Schalldämpfer.

 

 

Wie groß soll das neue „Haus im Wald“ werden?

Das Bestandshaus hat eine Fläche von 224 m². Der alte Entwurf sah ein zweigeschossiges Haus mit einer Grundfläche von 258 m² vor. Das neue Konzept umfasst eine Fläche von 246 m², da der Wärmeschutz eine Verdickung der Wände erfordert. Ohne die für den Wärmeschutz erforderliche Verbreiterung der Außenwände würde das neue Haus nicht größer sein als das jetzige. Es sind fünf Parkplätze geplant, die auf einer nicht versiegelten Fläche errichtet werden.

Mit wieviel Straßenverkehr ist zu rechnen?

Wir haben intensiv am Konzept des Personentransportes zum Haus gearbeitet. Das von uns in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten kommt zu einem Ergebnis von rund 1.800 Fahrten (Hin- oder Rückfahrten) pro Jahr, also weniger als durchschnittlich fünf Fahrten pro Tag, bei der Nutzung des Hauses als Seminarhaus und Arbeitsort für Wissenschaftler. Um das Verkehrsaufkommen so gering wie möglich zu halten, haben wir ein An- und Abreisekonzept für die Seminargruppen entwickelt. Einzel-PKW-Anreisen sollen möglichst unterbunden werden. Bei der Anreise der Seminarteilnehmer setzen wir auf Gruppentransporte, die von einem Taxiunternehmen vor Ort oder in Fahrgemeinschaften geleistet werden. Wir begrüßen das Nutzen von Elektro-Taxis. Am Seminarhaus stehen fünf Stellplätze zur Verfügung, die im Vorfeld von der Seminarleitung vergeben werden. Vor allem internationale Wissenschaftler werden ohne eigenen PKW kommen. Zudem ist kein intensiver Verkehr durch das Catering zu erwarten, da die Seminarteilnehmer in der Regel nur die Mittagsmahlzeit im Haus einnehmen werden.

Was ist mit den Zufahrtswegen geplant?

Für die Zufahrt zum Haus im Wald sollen die bestehenden Wege genutzt werden. Ein Ausbau oder eine Änderung des Bodenbelags ist nicht vorgesehen; auch wird es keinen Winterdienst geben. Auf dem Grundstück selbst wird der alte Zufahrtsweg wiederhergestellt. Dazu wird die vorhandene Schotterschicht freigelegt und verdickt. Alle anderen Wege und Zufahrten werden unbefestigt und wasserdurchlässig errichtet. Zusätzlich ist ein Fußweg vom alten Eingang an der Spitzkehre des Waldweges zum Haus, stellenweise mit einer Freitreppe, vorgesehen.

Sind Flora und Fauna gefährdet?

Wir werden das Areal in seiner Naturnähe bewahren. Im Hinblick auf das schützenswerte naturräumliche Umfeld haben wir ein umfangreiches Gutachten zum Artenschutz erstellen lassen. Die dort vorhandenen Biotope sollen erhalten bzw. wiederhergestellt werden.

Durch einen pflegenden Eingriff in den derzeitigen Baumbestand besteht die Chance, eine Magerwiese unterhalb des Haues zu regenerieren. Diese ist für die meisten heimischen Tierarten als Lebensraum vorteilhaft. Der Wald um das Haus wird wieder als artenfreundlicher Mischwald hergestellt. Zugleich soll das Gelände nicht umzäunt werden und der Hausbau mit der Anbringung von Fledermauskästen an Bäumen fledermausschonend erfolgen.

Uns ist es sehr wichtig, das Haus möglichst umweltverträglich zu errichten und zu betreiben sowie mit Rücksicht auf Pflanzen und Tiere zu nutzen. Dies wird auch ein Anliegen der Nutzer sein, die ja gerade wegen der Ruhe und Naturnähe dieses Haus als Arbeitsort ausgewählt haben.

Welche Bedeutung haben die Markierungen an den Bäumen?

Die derzeit markierten Bäume sind aus Erfassungszwecken gekennzeichnet. Die Bäume werden nicht gefällt.

Wir wollen so wenig wie möglich Bäume roden. Das Fällen von Bäumen ist aktuell nur in drei Punkten geplant: erstens, das Wiederherstellen der Magerwiesen als wichtiges Biotop; zweitens, das teilweise Fällen der Fichten am Zufahrtsweg auf dem Grundstück, um die schützenswerten Maulbeerbäume erhalten zu können, und drittens, das Fällen von Bäumen in unmittelbarer Nähe des Hauses, falls diese ein Sicherheitsrisiko darstellen. Der letzte Punkt betrifft eventuell auch eine Kastanie neben dem Haus, die wir aber nach Möglichkeit erhalten wollen.  

 

 

Was soll gegen Lichtemissionen getan werden?

Ein sorgfältiger und umweltverträglicher Umgang mit Licht ist uns wichtig. Dementsprechend ergreifen wir Maßnahmen, um Mensch und Natur zu schützen. Für die Beleuchtung werden ausschließlich „insektenfreundliche“ Lampentypen verwendet. Durch präzise Lichtlenkung können unnötige Emissionen reduziert werden. In den Nachtstunden ist nur sicherheitsrelevante Beleuchtung vorgesehen – hier berücksichtigen wir die Nachtruhe durch die Verwendung von Bewegungsmeldern.

Wie erfolgt der Anschluss des Hauses an die Versorgung?

Die Energieversorgung erfolgt über eine Wärmepumpe vor Ort. Das Haus soll an das örtliche Wasserversorgungsnetz angeschlossen werden. Die Versorgungsanlagen für die Stromversorgung werden modernisiert und an den aktuellen Stand der Technik angepasst. Auch die Abwasserentsorgung wird an das örtliche Kanalnetz angeschlossen. Die Kosten für die notwendigen Versorgungsleitungen und die Anschlüsse übernimmt die Stiftung. Wir haben intensiv am Konzept der Versorgungsleitungen zum Haus gearbeitet. Die Versorgungsleitungen werden nun ausschließlich im Bereich der vorhandenen Waldwege verlaufen, sodass durch die Trassenführung keine naturschutzrechtlichen Probleme oder Einschränkungen entstehen. 

Wann wird der Bau beginnen und wie lange wird er dauern?

Im aktuellen Planungsstadium können wir sowohl über den Baubeginn als auch die Bauzeit noch keine Aussage treffen. Wir hoffen jedoch, dass wir bald mit den Arbeiten beginnen können. Fest steht, dass wir ein naturverträgliches Bauverfahren wählen und die verschiedenen Gewerke nach diesem Kriterium auswählen und beauftragen werden.

Wie werden die Nutzer des Hauses verpflegt?

Wissenschaftler, die dort für eine gewisse Zeit wohnen, werden sich in der Gemeinschaftsküche selbst versorgen. Für die Seminare ist ein Catering vorgesehen, das wir von einem Schmittener-Anbieter beziehen wollen.

Sie finden hier keine Antwort auf Ihre Fragen?

Dann wenden Sie sich bitte an: hausimwald@ekfs.de

Am 30. Mai 2019 erreicht die EKFS ein Offener Brief mit 17 Fragen. An einer Veröffentlichung der Fragen und Antworten ist der EKFS sehr gelegen. Daher finden Interessierte sowohl den Offenen Brief als auch das Antwortschreiben nachfolgend. Die Beantwortung der 17 Fragen ist seit dem 28. Juni 2019 online.

Downloads

Am 30. Mai 2019 erreicht die EKFS ein Offener Brief der BI.
Das Antwortschreiben der EKFS an die BI auf den Offenen Brief
Beantwortung der 17 an die EKFS gerichteten Fragen der BI

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung vom 14. Mai 2019.