Else Kröner Fresenius Stiftung

Translatorik

Die direkte Anwendung neuer Forschungsergebnisse zum Wohle der Menschen war immer ein Hauptanliegen der Stiftungsgründerin Else Kröner.

In Deutschland klafft eine breite Lücke zwischen erfolgreicher medizinisch-naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung und ihrer zeitnahen, direkten Anwendung im klinischen Alltag zum Wohle der Patienten. Dies liegt u.a. an den knapp bemessenen Fördermitteln für die Erhebung der erforderlichen präklinischen Daten und für erste klinische Studien. Zum Beispiel sind bei Therapeutika, bei denen die Entwicklung bis zum Markt eine erhebliche Investition erfordert, finanzstarke Kapitalgeber häufig erst nach erfolgreich absolvierten klinischen Phase 1 und 2 Studien interessiert, eine weitere Produktentwicklung mit Risikokapital zu finanzieren.

Die EKFS möchte mit ihrer Translatorik-Förderlinie Forschungsprojekte fördern und aktiv unterstützen, um vielversprechende Entwicklungen möglichst schnell zur Anwendung zu bringen, um Kranken zu helfen oder Krankheiten zu verhindern. Die Translatorik-Förderlinie ist für alle patientennahen Anwendungen offen, unabhängig von der Größe des Marktes.

Förderprogramm

Die EKFS unterstützt translatorische Projekte, um das Risiko des Projektes durch die Finanzierung von Schlüsselexperimenten oder Studien zu verringern, die für die Validierung des medizinischen Ansatzes bzw. des Produktes erforderlich sind. Außerdem haben Projekte, die im Rahmen der Translatorik-Förderlinie gefordert sind, die Möglichkeit, bei der Projektentwicklung und dem Technologie- und Wissenstransfer in die Anwendung eine enge Betreuung durch Experten zu erhalten.

Dabei sollen mit der Translatorik-Förderlinie innovative Projekte mit hohem Translationspotenzial, für die das jeweilige patientenrelevante Anwendungspotenzial klar definiert ist und für die die ersten überzeugenden Forschungsergebnisse bereits vorliegen. Antragsteller können die Validierung und Weiterentwicklung des Projektes beantragen, wie z. B. die

  • Bezahlung externer Forschungsleistungen wie Toxizitätsstudie, Großtiermodell usw.
  • Finanzierung weiterer Validierungsstudien in Kohorten für eine neue Diagnostik
  • Anschubfinanzierung einer ersten klinischen Studie (z.B. „first-in-man“ Studie)

Da sich die meisten anwendungsorientierten Projekte auf unterschiedlichem Entwicklungsstand befinden und für ihre Weiterentwicklung sehr verschiedene Maßnahmen vonnöten sind, können die im Rahmen der Translatorik-Förderlinie bewilligten Projekte durch individuell angepasste Fördermaßnahmen weiter unterstützt werden, z.B.:

  • Finanzierung einer Beratung z.B. durch einen Patentanwalt oder zu regulatorischen Fragen  
  • Finanzierung der Patentierungskosten aussichtsreicher Erfindungen
  • Übernahme der Kosten für die professionelle Beratung hinsichtlich des Technologie- und Wissenstransfers der entsprechenden Technologie bzw. Innovation durch einen von der EKFS anerkannten externen Berater
  • Übernahme der Kosten für die professionelle und intensive Beratung hinsichtlich Projektentwicklung und/oder Spin-off-Coaching für neue Ausgründungsprojekte durch einen von der EKFS anerkannten externen Berater

Die anschließende Weiterfinanzierung eines durch die EKFS geförderten translatorischen Projektes im fortgeschrittenen Stadium, beispielsweise durch einen industriellen Partner, ist ausdrücklich erwünscht. Ausgeschlossen ist die direkte oder indirekte (Mit-) Finanzierung der Entwicklungsarbeit eines kommerziellen Partners, der z.B. die Schutzrechte für das zu entwickelnde Produkt besitzt, so dass für den Projektleiter keine FTO (freedom-to-operate) besteht.


Für weitere Fragen zu dieser Förderlinie wenden Sie sich bitte über die EKFS Geschäftsstelle in Bad Homburg an Prof. Dr. Martin Zörnig (Leiter Förderlinie Translatorik der EKFS).