Else Kröner Fresenius Stiftung

Die Antragstellung bei der EKFS

Antragsteller für den medizinisch-wissenschaftlichen Förderbereich erhalten hier nähere Informationen sowie die Möglichkeit, ihren Antrag direkt elektronisch an die Stiftung zu senden, an kontakt(at)ekfs.de.

Die EKFS fokussiert ihre Einzelprojektförderung auf drei Förderlinien:

  • herausragende Erst- und Zweitantragsteller,
  • wegweisende Schlüsselprojekte erfahrener, international führender Antragsteller,
  • sowie seit 2017 medizinische Projekte mit hohem translatorischen Potenzial, deren Ansätze unmittelbar den Patienten zugutekommen.

Im Jahr 2016 wurden 41 Projekte von Erstantragstellern und 19 vielversprechende Schlüsselprojekte bewilligt. Die multiplikatorische Wirkung dieser 60 bewilligten Einzelprojekte lässt sich in Personenjahren beschreiben: So finanziert die Stiftung allein mit den medizinisch-wissenschaftlichen Förderprojekten aus dem Jahr 2016 insgesamt 190 Personenjahre für Nachwuchswissenschaftler.


Einzelprojektförderung - jederzeit beantragbar

Öffnung der Antragsmöglichkeit für junge Nachwuchsforscher: Die bisherige Ausschreibung für Erstantragsteller steht ab sofort auch für Nachwuchsforscher zur Verfügung, die schon max. ein eigenes Förderprojekt in einem begutachteten Verfahren eingeworben haben.


Neue Förderlinie: Translatorik

Die direkte Anwendung neuer Forschungsergebnisse zum Wohle der Menschen war immer ein Hauptanliegen der Stiftungsgründerin Else Kröner. In Deutschland klafft eine breite Lücke zwischen erfolgreicher medizinisch-naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung und ihrer zeitnahen, direkten Anwendung im klinischen Alltag zum Wohle der Patienten. Dies liegt u.a. an den knapp bemessenen Fördermitteln für die Erhebung der erforderlichen präklinischen Daten und für erste klinische Studien. Zum Beispiel sind bei Therapeutika, bei denen die Entwicklung bis zum Markt eine erhebliche Investition erfordert, finanzstarke Kapitalgeber häufig erst nach erfolgreich absolvierten klinischen Phase 1 und 2 Studien interessiert, eine weitere Produktentwicklung mit Risikokapital zu finanzieren.

Die EKFS möchte mit ihrer Translatorik-Förderlinie Forschungsprojekte fördern und aktiv unterstützen, um vielversprechende Entwicklungen möglichst schnell zur Anwendung zu bringen, um Kranken zu helfen oder Krankheiten zu verhindern. Die Translatorik-Förderlinie ist für alle patientennahen Anwendungen offen, unabhängig von der Größe des Marktes.

Förderprogramm:

Es sollen translatorische Projekte unterstützt werden, um das Risiko des Projektes durch die Finanzierung von Schlüsselexperimenten oder Studien zu verringern, die für die Validierung des medizinischen Ansatzes bzw. des Produktes erforderlich sind.

Außerdem haben Projekte, die im Rahmen der Translatorik-Förderlinie gefordert sind, die Möglichkeit, bei der Projektentwicklung und dem Technologie- und Wissenstransfer in die Anwendung eine enge Betreuung durch Experten zu erhalten.
Die EKFS unterstützt mit der Translatorik-Förderlinie innovative Projekte mit hohem Translationspotenzial, für die das jeweilige patientenrelevante Anwendungspotenzial klar definiert ist und für die die ersten überzeugenden Forschungsergebnisse bereits vorliegen. Antragsteller können die Validierung und Weiterentwicklung des Projektes beantragen, wie z. B. die

  • Bezahlung externer Forschungsleistungen wie Toxizitätsstudie, Großtiermodell usw.
  • Finanzierung weiterer Validierungsstudien in Kohorten für eine neue Diagnostik
  • Anschubfinanzierung einer ersten klinischen Studie (z.B. „first-in-man“ Studie)


Da sich die meisten anwendungsorientierten Projekte auf unterschiedlichem Entwicklungsstand befinden und für ihre Weiterentwicklung sehr verschiedene Maßnahmen vonnöten sind, können die im Rahmen der Translatorik-Förderlinie bewilligten Projekte durch individuell angepasste Fördermaßnahmen weiter unterstützt werden, z.B.:

  • Finanzierung einer Beratung z.B. durch einen Patentanwalt oder zu regulatorischen Fragen 
  • Finanzierung der Patentierungskosten aussichtsreicher Erfindungen
  • Übernahme der Kosten für die professionelle Beratung hinsichtlich des Technologie- und Wissenstransfers der entsprechenden Technologie bzw. Innovation durch einen von der EKFS anerkannten externen Berater
  • Übernahme der Kosten für die professionelle und intensive Beratung hinsichtlich Projektentwicklung und/oder Spin-off-Coaching für neue Ausgründungsprojekte durch einen von der EKFS anerkannten externen Berater

Die anschließende Weiterfinanzierung eines durch die EKFS geförderten translatorischen Projektes im fortgeschrittenen Stadium, beispielsweise durch einen industriellen Partner, ist ausdrücklich erwünscht. Ausgeschlossen ist die direkte oder indirekte (Mit-) Finanzierung der Entwicklungsarbeit eines kommerziellen Partners, der z.B. die Schutzrechte für das zu entwickelnde Produkt besitzt, so dass für den Projektleiter keine FTO (freedom-to-operate) besteht.

Antragstellung:

Die Hauptantragsteller sind akademische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die jederzeit eine Skizze ihres Vorhabens an die EKFS schicken können.

Diese Skizze soll das Projekt und dessen Hintergrund mit ausreichenden wissenschaftlichen Details und einem Arbeitsprogramm mit klar definierten Meilensteinen (kritisch für Go-/No-Go-Entscheidungen) beschreiben und möglichst genau ausführen, wofür bzw. für welche Maßnahmen oder Punkte des Arbeitsprogrammes eine Förderung beantragt wird. Zusätzlich sollen Antragsteller ein von der EKFS bereitgestelltes und von der Homepage herunterzuladendes Dokument „Formular für das Translatorikprogramm“ ausfüllen, in dem relevante Projekt-Informationen, wie z.B. Patentsituation, Anwendungspotenzial oder Projektrisiken, zusammenfassend dargestellt werden. Unvollständig ausgefüllte Formulare für das Translatorik-Programm können zu einer Ablehnung des Antrags aufgrund unzureichender Informationen führen.

Anträge werden von Experten wissenschaftlich und hinsichtlich des Anwendungs- bzw. Translationspotenzials anhand folgender Kriterien begutachtet: hohe Umsetzbarkeit, starke wissenschaftliche Begründungen, klarer klinischer Bedarf, Translationspotenzial und Expertise des Antragstellers. Antragsteller für die EKFS-Förderlinien „Erst- oder Zweitantrag“ sowie „Schlüsselprojekte“, die annehmen, dass es im Verlaufe ihres Projektes zu einer patientennahen Produkt-Entwicklung kommen kann, werden gebeten, bereits bei Antragstellung auf eine mögliche zukünftige Relevanz ihres Projektes für die Translatorik-Förderlinie hinzuweisen. Die frühzeitige und zusätzliche Unterstützung solcher Projekte durch die EKFS Translatorik-Förderlinie erhöht die Chancen für eine erfolgreiche zukünftige Umsetzung bzw. Kommerzialisierung und Verfügbarkeit des Ansatzes zum Wohle von Patienten.
 
Die Antragsteller werden für weitere Detailfragen, spätestens nach erfolgter Evaluation ihres Antrages, kontaktiert. Die EKFS wird in die Translatorik-Förderlinie aufgenommene Projekte eng begleiten, um zeitnah Maßnahmen zu unterstützen, mit denen die erfolgreiche Umsetzung des Projektes sichergestellt werden kann. Vor einer Förderung eines Projektes im Rahmen der Translatorik-Förderlinie werden die Go-/No-Go-Meilensteine in Absprache zwischen Projektleiter und EKFS festgelegt. Bewilligte Projekte werden schrittweise finanziert und nur Projekte, die die vorab definierten Go-/No-Go-Meilensteine erfolgreich erreichen, werden von der EKFS weiter finanziert.

Für weitere Fragen zur neuen Förderlinie wenden Sie sich bitte über die EKFS Geschäftsstelle in Bad Homburg an Prof. Dr. Martin Zörnig (Leiter Förderlinie Translatorik der EKFS).


Nachwuchsförderung - jährlich wechselnde Ausschreibungen