Else Kröner Fresenius Stiftung

Das Else Kröner-Exzellenzstipendium

Drei herausragende Wissenschaftler mit dem Else Kröner-Exzellenzstipendium ausgezeichnet

Die EKFS hat zum vierten Mal drei junge Fachärzte mit dem Else Kröner-Exzellenzstipendium ausgezeichnet. Sie tragen in der Patientenversorgung große klinische Verantwortung, motivieren als Mentoren mit viel Enthusiasmus weitere Nachwuchswissenschaftler und treiben gleichzeitig ihr Forschungsgebiet mit international beachteter Expertise voran.

Für die Medizin der Zukunft ist es unerlässlich, dass forschende Ärzte klinische Fragestellungen im übertragenen Sinn vom Krankenbett ins Labor tragen und das klinische Potenzial grundlegender Erkenntnisse vertiefen. Erfahrene Fach- und Oberärzte haben in Deutschland allerdings nur wenige Möglichkeiten, ihre eigene Forschung neben der klinischen Tätigkeit erfolgreich weiterzuführen. Mit den Fördermitteln der Else Kröner-Exzellenzstipendien werden die hochtalentierten Clinician Scientists von ihrem jeweiligen Klinikum für zwei Jahre von der Patientenversorgung freigestellt, um intensiv klinisch-wissenschaftliche Fragestellungen zu bearbeiten. Je Stipendium vergibt die EKFS 150.000 Euro p.a. für Gehalt und Sachmittel.

Die Stipendiaten 2016

  • PD Dr. Elion Hoxha vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
    III. Medizinische Klinik und Poliklinik, Zentrum für Innere Medizin
  • PD Dr. med. Dimitrios Mougiakakos vom Universitätsklinikum Erlangen
    Medizinische Klinik 5 Hämatologie und Internistische Onkologie
  • PD Dr. Pavel Strnad von der Uniklinik RWTH Aachen
    Klinik III, Gastroenterologie, Stoffwechselkrankheiten, Internistische Intensivmedizin, Sektion Endokrinologie, Diabetologie

PD Dr. med. Elion Hoxha

Die Krankenversorgung mit internationaler Forschung zu verbinden hat die medizinische Laufbahn von PD Dr. Elion Hoxha von Beginn an geprägt. Seit 2009 arbeitet der Mediziner in der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Das Interesse an den Naturwissenschaften war in ihm schon früh geweckt. Bereits als Abiturient hatte er 2000 sein Heimatland Albanien bei der Weltolympiade für Physik in Leicester/England vertreten. Nach Abschluss des Medizinstudiums kam das Aufbaustudium Molekularbiologie („Graduate Study in Molecular Biology“) am Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg. Seit März 2016 ist PD Dr. Hoxha Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie. Seine Forschungsergebnisse der vergangenen fünf Jahre auf dem Gebiet der membranösen Glomerulonephritis haben bereits Eingang im klinischen Alltag gefunden und die Diagnostik und Therapie der Patienten beeinflusst. Mehrere hochrangige Publikationen und nicht zuletzt die Auszeichnung mit dem Nils-Alwall-Preis 2016 der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie spornen ihn weiter an.



Sein Forschungsgebiet :

Dr. Elion Hoxha beschäftigt sich mit der Entstehung entzündlicher glomerulärer Nierenerkrankungen wie die membranöse Glomerulonephritis (MGN). Sie ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Nierenkörperchen und die häufigste Ursache eines nephrotischen Syndroms bei Erwachsenen. Bei der primären Form der MGN handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die durch Bindung von im Blut zirkulierenden Antikörpern an ein podozytäres Antigen entsteht. Der Phospholipase A2 Rezeptor (PLA2R) ist bei fast 80 % der Patienten mit MGN das Zielantigen, wogegen sich die Immunantwort richtet. Der Verlauf der MGN ist schwer vorhersehbar und die Therapieoptionen bestehen aus einer Immunsuppression, die jedoch unspezifisch und toxisch ist. Die PLA2R-Antikörper können gegen verschiedene Epitope auf dem PLA2R gerichtet sein und es ist bisher unklar, ob die Immunogenität und Pathogenizität der verschiedenen Epitope auf dem PLA2R unterschiedlich sind. Das Ziel dieses Projekts ist die Charakterisierung der PLA2R-Epitope, wogegen die PLA2R-Antikörper gerichtet sind. Dr. Elion Hoxha: „Diese Untersuchungen könnten zur Entwicklung von neuen, spezifischen und nebenwirkungsarmen Therapien führen und hilfreich bei der Steuerung der immunsuppressiven Therapie bei diesen Patienten sein.“


PD Dr. med. Dimitrios Mougiakakos

PD Dr. Dimitros Mougiakakos hat alle Voraussetzungen für eine weitere erfolgversprechende wissenschaftliche Karriere als Clinician Scientist.  Nach der Approbation im Jahr 2006 begann der Arzt seine klinisch-wissenschaftliche Ausbildung zunächst in der Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Freiburg. Anschließend war er in der Abteilung Hämatologie und Internistische Onkologie am Universitätsklinikum Regensburg tätig. Im Rahmen eines Ausbildungsstipendiums, gefördert durch die DFG und das Karolinska Institut, ging er als Postdoctoral Fellow an das Karolinska Institut in Stockholm. Seine außerordentlich erfolgreichen wissenschaftlichen Arbeiten in der Arbeitsgruppe von Prof. Rolf Kiessling konnte PD Dr. Mougiakakos in hochrangigen Journalen veröffentlichen. Nach seinem dreijährigen Forschungsaufenthalt am Karolinska Institut kehrte der Mediziner nach Deutschland an das Universitätsklinikum Erlangen zurück, um einen seiner Forschungsschwerpunkte, das Gebiet des Tumorstoffwechsels als therapeutische Zielstruktur, konzentriert weiter zu verfolgen. So leitet der Stipendiat am Uniklinikum Erlangen seit 2013 auch eine Max-Eder Nachwuchsgruppe der Deutschen Krebshilfe.


Sein Forschungsgebiet:

Krebszellen weisen einen veränderten Energiestoffwechsel auf. Dieser verleiht ihnen Wachstumsvorteile und ist an der Entwicklung von Therapieresistenzen beteiligt. Gleichzeitig können Tumorzellen, bedingt durch so neu geschaffene Abhängigkeiten innerhalb ihrer Energieversorgung, empfindlich auf Störungen ihres metabolischen Netzwerks reagieren. Diesen Umstand nutzt die Arbeitsgruppe von PD Dr. Dimitros Mougiakakos, um innovative Therapiestrategien zu entwickeln. Zudem kommunizieren Tumorzellen permanent mit ihrer Umgebung. In diesem Tumormikromilieu findet ein erheblicher Teil der immunologischen Tumorabwehr statt. Dabei sind Stoffwechsel und Immunologie eng miteinander verknüpft. So konnten die Wissenschaftler zeigen, dass der Abbau bestimmter Aminosäuren oder die übermäßige Freisetzung von Sauerstoffradikalen durch Tumorzellen zu Störungen von Immunzellen führen. Das Entschlüsseln der zugrunde liegenden (metabolischen) Strategien soll uns helfen, sowohl intrinsische Immunantworten als auch die Effizienz immuntherapeutischer Ansätze zu optimieren. Zusammenfassend verfolgend die Clinician Scientists das Ziel: „Wir wollen mit unseren Arbeiten die Grundlage für (A) die Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien im Bereich des Tumorstoffwechsels und für (B) die Verstärkung von Antitumor-Immunantworten schaffen.“


PD Dr. med. Pavel Strnad

PD Dr. Pavel Strnad arbeitet als Oberarzt an der Uniklinik Aachen und betreibt gleichzeitig hochkarätige Forschung an Verdauungserkrankungen. Nach seiner Promotion im Jahr 2003 ging PD Dr. Strnad als Postdoc an die Stanford University, um dort die Rolle der Keratine bei Verdauungserkrankungen weiter zu erforschen. Doch um wieder näher am Patienten zu sein und klinisch zu arbeiten, kehrte  er 2007 nach Deutschland zurück, zunächst an das Uniklinikum Ulm , wo er als Emmy-Noether-Stipendiat die Leitung  einer Forschungsgruppe übernahm. Mitte 2012 hat der Mediziner die Stelle eines Nachwuchsgruppenleiters im Aachener Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) angetreten. Für seine hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Gastroenterologie wurde PD Dr. Strnad von der Europäischen gastroenterologischen Organisation(UEG) als einer der acht „Rising Stars“ für das Jahr 2016 ernannt.


Sein Forschungsgebiet:

Zu seinen Schwerpunkten gehören die Keratine, der Eisenstoffwechsel sowie der Alpha1-Antitrypsin-Mangel. Keratine sind wichtige Schutzproteine und deren Mutationen sind an der Entstehung von zahlreichen humanen Erkrankungen beteiligt. Darüber hinaus spielen Keratine als Marker von verschiedenen Krankheiten eine wichtige Rolle. Der Alpha1-Antitrypsin-Mangel, kurz AAT-Mangel, ist eine häufig übersehene Stoffwechselerkrankung, die die dritthäufigste tödlich verlaufende Erbkrankheit darstellt. Die Forschungsarbeiten von PD Dr. Strnad haben zum Ziel, Mittel und Wege zu finden, eine Leberschädigung beim AAT-Mangel frühzeitig zu erkennen und die Versorgung betroffener Patienten zu optimieren. Hierfür hat das Team von PD Dr. Strnad eine europaweit agierende Studiengruppe initiiert.