Else Kröner-Forschungskolleg der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) wird verlängert

(umg) Forschung und Klinik – wie passt das zusammen? Als Arzt in die Krankenversorgung eingebunden zu sein und gleichzeitig auf hohem Niveau zu forschen, ist heute für viele junge Nachwuchsmediziner in Deutschland schon aus zeitlichen Gründen schwierig umzusetzen.
Forschende Ärztin: Dr. Dr. Lena-Christin Conradi kombinierte mithilfe des Else Kröner-Forschungskollegs an der UMG ihre Facharztausbildung mit der Laborarbeit an ihrem Forschungsprojekt.

(umg) Forschung und Klinik – wie passt das zusammen? Als Arzt in die Krankenversorgung eingebunden zu sein und gleichzeitig auf hohem Niveau zu forschen, ist heute für viele junge Nachwuchsmediziner in Deutschland schon aus zeitlichen Gründen schwierig umzusetzen. Dabei hat die biomedizinische Wissenschaft in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse über die Entstehung und mögliche Behandlung verschiedenster Krankheiten herausgefunden, die in die Patientenbehandlung eingebunden werden können. Deshalb wurden Forschungskollegs ins Leben gerufen, die Ärztinnen und Ärzte während der Weiterbildung zum Facharzt bei der Entwicklung ihrer wissenschaftlichen Karriere durch ein strukturiertes Programm und finanzielle Unterstützung begleiten.

Das Else Kröner-Forschungskolleg für „Molekulare Therapie und Prädiktion bei gastrointestinalen Malignomen“ an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) fördert seit dem Jahr 2014 die wissenschaftliche Ausbildung junger Fachärztinnen und -ärzte im Bereich der Krebsforschung. Die erste Förderperiode brachte mehrere erfolgreiche Publikationen, einen internationalen Kongress und breite Zustimmung unter den Geförderten und ihren betreuenden Arbeitsgruppen hervor. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) unterstützt jetzt das Kolleg für eine weitere Förderperiode mit insgesamt 1 Million Euro. „Die Fortsetzung des Kollegs ist eine hervorragende Bestätigung für unser gemeinsames Kollegprojekt“, sagt Prof. Dr. Matthias Dobbelstein, Sprecher des Kollegs und Direktor des Instituts für Molekulare Onkologie der UMG. „Nun können wir weiterhin jungen Ärztinnen und Ärzten auf ihrem dualen Karriereweg zwischen Klinik und Forschungslabor helfen.“ Stellvertretende Sprecher des Else Kröner-Forschungskollegs sind Prof. Dr. Michael Ghadimi, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UMG, und Prof. Dr. Volker Ellenrieder, Direktor der Klinik für Gastroenterologie und gastrointestinale Onkologie.

FORSCHUNG IM KOLLEG
Die Forschungsprojekte des Else Kröner-Forschungskollegs sind im Bereich der Grundlagenforschung zu Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs angesiedelt. Beide Tumorarten werden ähnlich behandelt und sind zudem wichtige Forschungsschwerpunkte der UMG und des UniversitätsKrebszentrums Göttingen (G-CCC). Dabei liegt der Fokus auf drei zentralen, molekularmedizinischen Fragestellungen: Wie entwickeln diese Krebsarten Resistenzen gegen Therapien? Wie kann die Früherkennung und Therapieauswahl durch die Erforschung molekularer Marker verbessert werden? Wie können Tumorzellen manipuliert werden, um sie für Chemotherapie und Bestrahlung angreifbarer zu machen?

In der Vorbereitungsphase können die Kollegiatinnen und Kollegiaten bei der Schärfung ihrer wissenschaftlichen Fragestellungen wie auch bei der Auswahl des betreuenden Forschungslabors nach eigenen Interessen entscheiden. Das ermöglicht eine individuelle Anpassung an ihre Facharztausbildung, die dann für ein Jahr pausiert wird. Somit bleibt Zeit für die wissenschaftlichen Experimente des eigenen Forschungsprojektes. Bei Interesse kann das Forschungsjahr auch im Ausland absolviert werden, das stärkt den internationalen Austausch innerhalb der Wissenschaft. Im Anschluss werden die Kollegiatinnen und Kollegiaten selbstständig ihre Forschungstätigkeiten in den Klinikalltag integrieren und ihr persönliches Wissenschaftsprofil weiterentwickeln.

AUSBILDUNG VON „CLINICIAN SCIENTISTS“
Mithilfe des Else Kröner-Forschungskollegs werden angehende Medizinerinnen und Mediziner zu sogenannten „Clinician Scientists“ ausgebildet. Clinician Scientists wirken zum einen in der Klinik bei der Patientenbehandlung mit wie auch im Labor an aktuellen medizinischen Forschungsprojekten. Besonders für den Transfer neuer Diagnostik- und Therapiemethoden aus der wissenschaftlichen Erprobung zur Anwendung am Patienten sind diese fachlich „zweigleisigen“ Kompetenzen essentiell.

Neben dem strukturellen Rahmen des Kollegprogramms und der finanziellen Unterstützung erhalten die Kollegiatinnen und Kollegiaten auch eine ideelle Förderung. Dazu gehören eine professionelle Begleitung durch Mentorinnen und Mentoren, Weiterbildung in Methodenkursen und die Teilnahme und Organisation wissenschaftlicher Kongresse, wie dem EKFS-Symposium, das im November 2017 in Göttingen stattfand. Auch der Austausch mit naturwissenschaftlichen Doktorandinnen und Doktoranden und zwei weiteren Else Kröner-Forschungskollegs in Magdeburg und Frankfurt erweitern die Ausbildung der Clinician Scientists.

Im Rahmen des Else Kröner-Promotionskollegs oder des Jakob Henle-Programms der UMG können sich forschungsorientierte Studierende der Humanmedizin an der UMG bereits während des Studiums für ihre medizinische Doktorarbeit wissenschaftlich orientieren. Mit seiner Fortsetzung ergänzt das Else Kröner-Forschungskolleg weiterhin das Angebot der UMG an Karrieremöglichkeiten für forschende Ärztinnen und Ärzte, das zudem ein durch das Land Niedersachsen gefördertes Forschungskolleg für „Translationale Medizin“ beinhaltet. „Das Göttinger Kolleg war eine wichtige Basis meiner wissenschaftlichen Entwicklung“, sagt Dr. med. Dr. rer. nat. Lena-Christin Conradi. Als ehemalige Kollegiatin führt Conradi ihre Ausbildung zur Fachärztin fort und plant gleichzeitig den Aufbau einer eigenen Forschungsgruppe. Die Kollegs sollen angehende Ärztinnen und Ärzte dazu motivieren und darauf vorbereiten, als Vermittler zwischen Forschung und Klinik langfristig einen wichtigen Beitrag zur translationalen Medizin zu leisten. 

Weitere Informationen Webseite des Kollegs: www.forschungskolleg-crc.med.uni-goettingen.de/de/content/ueberblick.html

Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) – Forschung fördern. Menschen helfen. 
Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Bis heute hat sie rund 1660 Projekte gefördert. Mit einem jährlichen Gesamtfördervolumen von aktuell über 40 Millionen Euro ist sie eine der größten Medizin fördernden Stiftungen Deutschlands. Weitere Informationen finden Sie unter: www.ekfs.de.

Die Else Kröner-Forschungskollegien geben forschungsstarken Universitätskliniken die Möglichkeit, wissenschaftlich hochtalentierten jungen Ärzten ein optimales Umfeld zur vertieften wissenschaftlichen Arbeit in einem spannenden Themenfeld zu bieten.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Else Kröner-Forschungskolleg „Molekulare Therapie und Prädiktion beim kolorektalen Karzinom“
Sprecher: Prof. Dr. Matthias Dobbelstein
Institut für Molekulare Onkologie, UMG
Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften, GZMB
Telefon 0551 / 39-13860
mdobbel@med.uni-goettingen.de
www.forschungskolleg-crc.med.uni-goettingen.de

Bianka Jerke
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Portrait Bianka Jerke
Default Bild Kontaktmodul