Der Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Forschung 2017

Der Neurowissenschaftler und Psychiater Prof. Dr. Karl Deisseroth von der Stanford University, USA, und Howard Hughes Medical Institute, USA, ist Träger des mit 4 Millionen Euro dotierten Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Forschung 2017.
Forschungspreis 2017

Es handelt sich um den weltweit höchstdotierten medizinischen Forschungspreis, der alle vier Jahre vergeben wird – 2017 auf dem Gebiet der biologischen Grundlagen psychischer Erkrankungen. Mit dem Forschungspreis ehrt die Stiftung Deisseroths Entdeckungen in der Optogenetik und der Hydrogel-Gewebe-Chemie sowie seine weiterführende Forschung zu neuralen Schaltkreisen bei Depressionen.

Grundlagen psychischer Erkrankungen
Etwa 20 Prozent der Menschen in Europa und den USA leiden an psychischen Erkrankungen, Tendenz steigend – eine enorme Belastung für Patienten, Angehörige und die Gesellschaft insgesamt. „Unsere Hoffnung ist, mit dem Preis die Grundlagen für Durchbrüche in Diagnostik und Therapie psychischer Erkrankungen geschaffen zu haben“, sagt Prof. Dr. Michael Madeja, Vorstandsmitglied der EKFS. Die Vergabe des Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Forschung 2017 dient nicht nur der Würdigung bahnbrechender Entdeckungen auf dem Gebiet der biologischen Grundlagen psychischer Erkrankungen. Der Preis ist vielmehr in die Zukunft gerichtet durch die Förderung der Forschung, die Deisseroth mit seinem Team in Angriff nehmen will, und in die fast 90 % des Preisgeldes fließen.

Depressionen im Fokus des Forschers 
Cracking the Neural Code - der Name des Labors von Karl Deisseroth ist Programm. Dort geht es darum, den Veränderungen in den Hirnstrukturen bei psychischen Erkrankungen auf die Spur zu kommen, ihre Anfänge zu erkennen und Therapien zu entwickeln. Mit einem Team von 35 jungen Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Ländern und Disziplinen will der Forscher das Preisgeld der EKFS gezielt für die Erforschung von Depression  und depressionsähnlichen Symptomen einsetzen. „Das Gehirn an sich ist einfach faszinierend“, so Deisseroth, der als Neurowissenschaftler von seinen Erfahrungen als Psychiater profitiert. Begegnungen mit Patienten, die an Autismus, Depression, schizoaffektiven Störungen oder Magersucht leiden, haben sein Forschungsinteresse an den neuronalen Schaltkreisen geweckt. 

Spitzenforscher Deisseroth
Als „brilliant, kreativ, ambitioniert und visionär“ wird Deisseroth von seinem Umfeld beschrieben. Seine wissenschaftliche Laufbahn startet er als Professor für Biotechnologie und Psychiatrie an der Stanford University und wurde 2012 zum Mitglied der renommierten National Academy of Sciences gewählt. Im Jahr 2014 wird er als Investigator am Howard Hughes Medical Institute und in die Leopoldina, die Nationale Akademie der Wissenschaften in Deutschland, aufgenommen. Und er war einer der Köpfe der milliardenschweren U.S.BRAIN Initiative, die 2013 von einer kleinen Gruppe von Neurowissenschaftlern und der Obama-Regierung ins Leben gerufen wurde. Als einer der Pioniere auf dem Gebiet der Optogenetik (Kontrolle der Aktivität der Nervenzellen durch Licht) und der Hydrogel-Gewebe-Chemie, einem Verfahren, das die Netzwerke der Nervenzellen sichtbar macht, hat er wesentlich zum Verständnis biologischer Grundlagen psychischer Erkrankungen beigetragen. Seit dem Start seiner wegweisenden Veröffentlichungen vor mehr als zehn Jahren werden seine Methoden inzwischen in tausenden Laboren weltweit angewendet.

Impressionen der Preisverleihung
Impressionen der Preisverleihung
Impressionen der Preisverleihung
Impressionen der Preisverleihung
Impressionen der Preisverleihung
Impressionen der Preisverleihung
v. l.: Dr. Dieter Schenk (Vorsitzender Stiftungsrat) und Festredner Prof. em. Dr. Dr. h.c. Ernst-Ludwig Winnacker (ehemaliger Präsident DFG, ehemaliger Präsident ERC, Human Frontier Science Programm) überreichen den Forschungspreis.
Impressionen der Preisverleihung
Impressionen der Preisverleihung
Impressionen der Preisverleihung
Impressionen der Preisverleihung
Impressionen der Preisverleihung

Internationale Jury
Unter dem Vorsitz von Prof. em. Dr. Peter McGuffin (King’s College London) evaluierte eine international besetzte Jury alle Nominierungen und benannte am Ende eines mehrstufigen Auswahlprozesses den Preisträger - einstimmig. 

Impressionen der Preisverleihung 2017

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EKFS Preisträger 2017