Forschung zur Anwendung bringen

Die direkte Anwendung neuer Forschungsergebnisse zum Wohle der Menschen war immer ein Hauptanliegen der Stiftungsgründerin Else Kröner.
Impressionen 3. Translatorik-Workshop

In Deutschland klafft eine breite Lücke zwischen erfolgreicher medizinisch-naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung und ihrer zeitnahen, direkten Anwendung im klinischen Alltag zum Wohle der Patienten. Dies liegt u.a. an den knapp bemessenen Fördermitteln für die Erhebung der erforderlichen präklinischen Daten und für erste klinische Studien. Zum Beispiel sind bei Therapeutika, bei denen die Entwicklung bis zum Markt eine erhebliche Investition erfordert, finanzstarke Kapitalgeber häufig erst nach erfolgreich absolvierten klinischen Phase 1 und 2 Studien interessiert, eine weitere Produktentwicklung mit Risikokapital zu finanzieren.

Die EKFS möchte über ihre gemeinnützige Tochtergesellschaft For Tra gGmbH für Forschungstransfer Forschungsprojekte fördern und aktiv unterstützen, um vielversprechende Entwicklungen möglichst schnell zur Anwendung zu bringen, um Kranken zu helfen oder Krankheiten zu verhindern. Die Translatorik-Förderlinie ist für alle patientennahen Anwendungen offen, unabhängig von der Größe des Marktes.


Förderprogramm

Im Rahmen der EKFS Translatorik-Förderlinie sollen innovative Projekte mit hohem Translationspotenzial, für die das jeweilige patientenrelevante Anwendungspotenzial klar definiert ist und für die die ersten überzeugenden Forschungsergebnisse bereits vorliegen, unterstützt werden. Dies geschieht z.B. durch Finanzierung von Schlüsselexperimenten oder Studien, die für die Validierung des medizinischen Ansatzes bzw. des Medizinproduktes erforderlich sind. Außerdem haben Projekte, die im Rahmen der Translatorik-Förderlinie gefördert werden, die Möglichkeit, bei der Projektentwicklung und dem Technologie- und Wissenstransfer in die Anwendung eine enge Betreuung durch Experten zu erhalten.

Prof. Dr. Martin Zörnig
Translatorik
Portrait Prof. Dr. Martin Zörnig
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Projektpool
Bewilligungsprozess

Beantragt werden können beispielsweise die

  • Bezahlung externer Forschungsleistungen wie Toxizitätsstudie, Großtiermodell usw.
  • Finanzierung weiterer Validierungsstudien in Kohorten für eine neue Diagnostik

Anschubfinanzierung einer ersten klinischen Studie (z.B. „first-in-man“ Studie)

Da sich die meisten anwendungsorientierten Projekte auf unterschiedlichem Entwicklungsstand befinden und für ihre Weiterentwicklung sehr verschiedene Maßnahmen vonnöten sind, können die im Rahmen der Translatorik-Förderlinie bewilligten Projekte durch individuell angepasste Fördermaßnahmen weiter unterstützt werden, z.B.:

  • Finanzierung einer Beratung z.B. durch einen Patentanwalt oder zu regulatorischen Fragen
  • Finanzierung der Patentierungskosten aussichtsreicher Erfindungen
  • Übernahme der Kosten für die professionelle Beratung hinsichtlich des Technologie- und Wissenstransfers der entsprechenden Technologie bzw. Innovation durch einen von der EKFS anerkannten externen Berater
  • Übernahme der Kosten für die professionelle und intensive Beratung hinsichtlich Projektentwicklung und/oder Spin-off-Coaching für neue Ausgründungsprojekte durch einen von der EKFS anerkannten externen Berater

Die anschließende Weiterfinanzierung eines durch die EKFS geförderten translatorischen Projektes im fortgeschrittenen Stadium, beispielsweise durch einen industriellen Partner, ist ausdrücklich erwünscht. Ausgeschlossen ist die direkte oder indirekte (Mit-) Finanzierung der Entwicklungsarbeit eines kommerziellen Partners, der z. B. die Schutzrechte für das zu entwickelnde Produkt besitzt, so dass für den Projektleiter keine FTO (freedom-to-operate) besteht.

Die Hauptantragsteller sind akademische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die jederzeit eine Skizze ihres Vorhabens an die EKFS schicken können. Mittelempfängerin ist die gemeinnützige Forschungseinrichtung in Deutschland, an der die Antragsteller angestellt sind. Es können keine Förderverträge mit bereits gegründeten Firmen abgeschlossen werden.

Antragstellung
Die Antragstellung ist jederzeit und ohne besondere Formatvorlage elektronisch per e-mail an Prof. Zörnig möglich. Benötigt wird neben dem eigentlichen Antrag das ausgefüllte Assessmentformular für die Förderlinie Translatorik, das von der EKFS Homepage als Worddokument heruntergeladen werden kann (2018-11-01_Translation_Assessment_Form_de“). Einige Details zur Antragstellung finden sich auch auf der Homepage in den Antworten zu „Frequently Asked Questions (FAQs)“. Es wird empfohlen, vor der Antragstellung telefonisch mit Prof. Dr. Martin Zörnig Kontakt aufzunehmen, um die grundsätzliche Förderfähigkeit des Vorhabens sowie Einzelheiten zur Antragstellung abzuklären.

Downloads

2018-11-01_Translation_Assessment_Form_de
Wann ist eine Antragstellung möglich? Gibt es Fristen/Deadlines?

Eine Antragstellung ist jederzeit möglich, es gibt aktuell keine Fristen oder Deadlines. Die Bearbeitung beginnt direkt nach Eingang des Antrages.

Welche Unterlagen sollen bei Antragstellung per E-Mail geschickt werden?

Neben dem eigentlichen Antrag müssen die Antragsteller das ausgefüllte „Assessment-Formular“ der EKFS für die Translatorik-Förderlinie mitschicken, das von der EKFS-Homepage heruntergeladen werden kann.

Wenn ein Antrag positiv beschieden wird: Wer sind die Vertragspartner des Fördervertrages?

Offizieller Förderer der Projekte ist die gemeinnützige ForTra gGmbH für Forschungstransfer der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS). Sie schließt die Verträge mit den jeweiligen Arbeitgebern der Projektleiter ab, d.h. Mittelempfänger sind akademische Forschungseinrichtungen (Kliniken, Forschungsinstitute etc.) oder andere gemeinnützige wissenschaftliche Einrichtungen.

Gibt es eine Vorlage bzw. eine vorgegebene Struktur für den Antrag? Wie lang soll der Antrag sein?

Es gibt keine Vorlage für die Anträge, die folgende Teile enthalten sollen:

  • Eine Zusammenfassung des Vorhabens mit Angaben zur beantragten Fördersumme, der Laufzeit und dem Fördergegenstand
  • Eine Übersicht über das Feld, die ein wissenschaftsinteressierter Nicht-Experte verstehen kann
  • Eigene Vorgaben mit den relevanten Originaldaten
  • Eine präzise Angabe über die Höhe der Fördermittel, die beantragt werden, sowie eine genaue Darstellung, wofür sie verwendet werden sollen (Arbeitsprogramm)
  • Eine ausführliche Darstellung, wie das Projekt nach Ablauf der ForTra-Förderung weitergebracht werden soll – wer kann oder wird nach der ForTra-Förderung Mittel zur Verfügung stellen? Gibt es Investoren, die beabsichtigen, bei Erreichen bestimmter „Milestones“ nach Ablauf des Fördervertrages Geld in das Vorhaben zu investieren?
Wieviel Geld kann man maximal beantragen?

Eine maximale Fördersumme ist nicht festgelegt. Die durchschnittliche Fördersumme beträgt bisher ca. 300.000 Euro, aber es wurden in der Vergangenheit auch Vorhaben mit entweder höheren oder niedrigeren Projektkosten unterstützt. Möglich ist auch die Ko-Finanzierung von Projekten zusammen mit einem anderen Geldgeber. Die Stiftung übernimmt nur solche Projektkosten, die die Antragsteller nicht über andere Organisationen bzw. Investoren finanzieren können.

Wie lang ist die mögliche Projektlaufzeit?

Die möglichen Projektlaufzeiten, die beantragt werden können, sind flexibel. Viele Projekte werden für 2 oder 3 Jahre gefördert, aber sowohl kürzere als auch längere Laufzeiten sind – abhängig vom jeweiligen Arbeitsprogramm – möglich.

Wie lange dauert die Begutachtung eines Antrages?

Im Durchschnitt dauert es vom Tag, an dem die Stiftung den fertigen Antrag erhält, bis zur finalen Förderentscheidung ca. 3 Monate.

Können auch Firmen unterstützt werden?

Zum jetzigen Zeitpunkt schließt die gemeinnützige ForTra GmbH für Forschungstransfer der EKFS keine Förderverträge mit bereits existierenden Firmen/Ausgründungen ab, sondern nur mit akademischen Forschungseinrichtungen (Kliniken, Forschungsinstitute etc.) oder anderen gemeinnützigen wissenschaftlichen Einrichtungen (also mit dem Arbeitgeber der Projektleiter).