Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Else Kröner-Fresenius-Stiftung
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Die Geschichte der Stiftung

Die Gründung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Hirsch-Apotheke in Frankfurt vor dem I. WeltkriegHirsch-Apotheke in Frankfurt vor dem I. Weltkrieg Als Else Kröner, geborene Fernau, die Stiftung am 7. April 1983 ins Leben rief, wollte sie mit der Namensgebung auch an Dr. Eduard Fresenius erinnern. Er hatte ihr die Hirsch-Apotheke in Frankfurt am Main und sein Pharmaunternehmen in Bad Homburg vor der Höhe testamentarisch vermacht. Aus der „Dr. Eduard Fresenius chemisch-pharmazeutische Produkte KG“ in Bad Homburg baute Else Fernau seit den 1950er Jahren zusammen mit Dr. h.c. Hans Kröner, ihrem späteren Ehemann, ein pharmazeutisches Großunternehmen auf.
Mit den Finanzmitteln ihrer Stiftung soll das Lebenswerk von Else Kröner fortgesetzt werden.

Testamentsvollstrecker und Verwaltungsrat

Bei der Stiftungsgründung 1983 hatte Else Kröner erfahrene Berater, allen voran den Münchner Rechtsanwalt und Steuerberater Dr. Alfred Stiefenhofer und den Stiftungsexperten, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwalt Dr. Reinhard Goerdeler.
Mit ihrer Hilfe arbeitete Else Kröner eine Stiftungssatzung aus, in der der Stiftungszweck und die Organe der Stiftung genau benannt wurden. Die Leitung der Stiftung übernahm der Verwaltungsrat. Der erste Verwaltungsrat bestand aus der Stifterin Else Kröner selbst sowie aus Dr. Stiefenhofer und Dr. Goerdeler. Zudem gab es den Stiftungsvorstand, der die Tagesgeschäfte zu erledigen hatte. Zum Stiftungsvorstand wählten die Mitglieder des Verwaltungsrats einstimmig Dr. h.c. Hans Kröner.

Am 5. Juni 1988 starb Else Kröner überraschend. Nun trat die Stiftung in eine neue Phase. Die organisatorisch wichtigste Neuerung bestand darin, dass die Testamentsvollstrecker zu den Gremien der Stiftung hinzutraten. Die Aufgaben der Testamentsvollstrecker hatte Else Kröner in ihrem Testament genau festgelegt: Sie sollen vor allem über die Veräußerung oder Verpachtung ihres Nachlasses entscheiden und den Nachlass oder seine Surrogate in das Vermögen der Stiftung einordnen. In Bezug auf die Stiftung ist es ihre die Aufgabe, „den Verwaltungsrat … zu bestimmen und während der Dauer der Testamentsvollstreckung die Rechte der Stifterin wahrzunehmen“. So haben sie insbesondere darauf zu achten, dass die Stiftung im Sinne Else Kröners tätig wird und ihre Einkünfte und ihr Vermögen entsprechend ihren Absichten verwendet. Die Aufgaben der Testamentsvollstrecker hatte Else Kröner zudem ausdrücklich dahingehend erweitert, dass sie auch für die „Erfüllung und Durchführung der Gemeinnützigkeit und die in der Stiftungsverfassung niedergelegten Aufgaben der Stiftung“ zu sorgen haben und dass sie in jedem Fall möglichst sicherstellen sollen, „dass die Unternehmen der Fresenius Firmengruppe möglichst als Ganzes erhalten bleiben und fortgeführt werden“.

Else Kröner hatte als Testamentsvollstrecker Dr. h.c. Hans Kröner und Dr. Alfred Stiefenhofer benannt. Die heutigen Testamentsvollstrecker sind Dr. Karl Schneider, Dr. Dieter Schenk und Dipl.-Kfm. Winfried Baranowski. Dr. Schneider war auf Wunsch von Dr. h.c. Hans Kröner 1996 in den Kreis der Testamentsvollstrecker aufgenommen worden. Dr. h.c. Hans Kröner hatte Dr. Schneider, den ehemaligen Vorstandssprecher der Südzucker AG, als Aufsichtsratsmitglied der Fresenius AG kennen und schätzen gelernt.
Dr. Schenk hatte mit Beginn des Jahres 2003 die Nachfolge von Dr. Stiefenhofer als Testamentsvollstrecker angetreten. Er arbeitete seit 1976 als Rechtsanwalt und Steuerberater in der Münchner Kanzlei NÖRR STIEFENHOFER LUTZ. 1996 wirkte Dr. Schenk für Fresenius am Erwerb der amerikanischen National Medical Care mit und lernte Dr. h.c. Hans Kröner persönlich kennen. Die Berufung Schenks erfolgte zu einer Zeit, als Dr. h.c. Hans Kröner noch selbst Testamentsvollstrecker und auch Verwaltungsratsvorsitzender der Stiftung war.
Winfried Baranowski leitete seit der Gründung der Fresenius AG über viele Jahre als verantwortlicher Wirtschaftsprüfer der KPMG die Prüfung der Jahres- und Konzernabschlüsse der Fresenius AG. Baranowski wurde zum 22. Juli 2005 Testamentsvollstrecker.
Er löste Dr. h.c. Hans Kröner ab, der sich im Sommer 2005 mit 95 Jahren aus Alters- und Gesundheitsgründen von dem Posten des Testamentsvollstreckers zurückgezogen hatte. Gleichzeitig legte Dr. h.c. Hans Kröner auch das Amt des Verwaltungsratsvorsitzenden der Else Kröner-Fresenius-Stiftung nieder.

Als Nachfolger auf den Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden wurde von den Verwaltungsratsmitgliedern Dr. Dieter Schenk gewählt. Er übernahm das Amt zum 1. August 2005.
Außer ihm waren zu diesem Zeitpunkt Verwaltungsratsmitglieder die Mediziner bzw. Biologen Prof. Dr. Hans-Peter Schuster, Prof. Dr. Heinz H. Edel, Prof. Dr. Volker Lang, Frau Prof. Dr. Heike Pahl und Dr. Sascha Pahernik.
Vorstände der Stiftung waren zum Zeitpunkt der Wahl Schenks Rechtsanwalt Rudolf Herfurth und Dr. Gabriele Kröner.

Dr. h.c. Hans Kröner war die Führungspersönlichkeit der Gründungs- und Konsolidierungsjahre der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Noch bis ins hohe Alter hat er die Stiftung geprägt und immer versucht, sie im Sinne seiner Ehefrau Else Kröner zu leiten. Während seiner gesamten Amtszeit nahm er zu den Förderanträgen Stellung und diskutierte über die medizinisch-wissenschaftliche Ausrichtung der Stiftung. Ein zentrales Thema der Jahre 2003 bis 2005 war u. a. die Förderung der Wissenschaft mittels Stiftungsprofessuren. Auch wichtige personelle Entscheidungen trug er mit.

Die Gründungssatzung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Die Stiftung begann zunächst auf „Sparflamme“, denn das Kapital von 50.000 DM reichte keineswegs aus, um größere Projekte zu beginnen. Das sollte noch Konsequenzen für den Stiftungszweck haben. Else Kröner hatte die Ziele, die ihre Stiftung verwirklichen sollte, weit gespannt. Sie wollte nicht nur die medizinische Wissenschaft fördern. Auf das Programm ihrer Stiftung setzte sie auch die Unterstützung der Ausbildung von Ärzten und Pflegepersonal, die Förderung von begabten Schülern und Studenten und die Unterstützung pflegebedürftiger Personen. Die Aufsichtsbehörde konnte aber nach dem Hessischen Stiftungsgesetz eine Stiftung nur dann genehmigen, wenn „die Verwirklichung des Stiftungszwecks“ mit dem Erlös aus dem Stiftungskapital „nachhaltig gesichert“ erschien. Der Stiftungszweck der Else Kröner-Fresenius-Stiftung ließ sich aus den Erträgen ihres geringen Kapitals aber keinesfalls verwirklichen. Selbst bei günstigster Ertragslage konnten der Stiftung für ihre Projekte pro Jahr nur wenige tausend DM zur Verfügung stehen. Auf Drängen der Aufsichtsbehörde schränkte Else Kröner den Stiftungszweck daher vorerst auf die Förderung medizinischer Forschung ein. Mit dieser Beschränkung wurde die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung am 19. Mai 1983 vom Regierungspräsidenten in Darmstadt genehmigt.

Eine der ersten Tätigkeiten der beiden noch von Else Kröner benannten Testamentsvollstrecker Dr. h.c. Hans Kröner und Dr. Alfred Stiefenhofer war nach dem Tod der Stifterin und der nun folgenden Erhöhung des Stiftungskapitals, den Stiftungszweck auf den ursprünglich vorgesehenen Umfang zu erweitern. Der entsprechende Paragraf der Verfassung der Stiftung lautete nun wie folgt:
„(1) Die Stiftung dient der Förderung der medizinischen Wissenschaft, und zwar vorrangig auf den Gebieten der Erforschung und der Behandlung von Erkrankungen, einschließlich der Entwicklung von Geräten und Präparaten, beispielsweise von künstlichen Nieren. Die Stiftung darf nur solche Forschungsaufgaben fördern, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Die Stiftung dient ferner der Förderung der Ausbildung von Ärzten oder sonstigen in der Krankenbehandlung und Krankenpflege, vornehmlich auf dem Gebiet der Dialyse tätigen Personen, sowie der Förderung der Bildung und Erziehung besonders begabter Schüler und Studenten.“
Im zweiten Paragrafen wird das Ziel der humanitären Förderung benannt:
„(2) Unter Beachtung des § 53 der Abgabenordnung verfolgt die Stiftung auch mildtätige Zwecke durch die Förderung von Unfallgeschädigten und deren Altenhilfe sowie durch Unterstützung von Personen, die infolge ihres geistigen, körperlichen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind.“

Die medizinischen Projekte

Nach diesen Vorgaben arbeitete die Stiftung in den folgenden Jahren. Vor allem Hans Kröner nahm sich der Aufgabe an, die Stiftungsarbeit nach den Ideen seiner Frau Else Kröner zu gestalten. In den Unterlagen zur Stiftungsgeschichte finden sich zahlreiche Beispiele, wie er und die Gremien bei jedem einzelnen Projekt überprüften, ob es der Idee der Stifterin entsprach.
1988 wurde nur ein Projekt gefördert, so auch im nächsten Jahr. Bei dem Projekt von 1989 handelte es sich um ein klinisches Forschungsprojekt von Prof. Dr. Caspary, dem Leiter der Abteilung Gastroenterologie des Zentrums Innere Medizin in Frankfurt, das mit knapp 1 Million DM dotiert war. 1990 wurden fünf Projekte bewilligt. Die Stiftungsarbeit wurde immer weiter intensiviert. 1991 wurden über zehn Projekte unterstützt. 1992 verdoppelte sich die Anzahl der geförderten Projekte.
Nachdem Dr. h.c. Hans Kröner 1992 seine Position als Vorstandsvorsitzender der Fresenius AG aufgegeben hatte, konzentrierte er sich auf die Stiftungstätigkeit. Vor allem in der Organisation der Stiftung waren Mitte der 1990er Jahre wichtige Entscheidungen zu treffen. Seit den Anfängen der EKFS in den 1980er Jahren hatte sich an den Abläufen zwischen den Stiftungsgremien nichts geändert: Vorstände und Verwaltungsrat trafen sich satzungsgemäß in regelmäßigen Abständen drei bis vier Mal im Jahr. Nach dem Tod von Else Kröner waren die Testamentsvollstrecker hinzugekommen, die sich in gemeinsamen Sitzungen mit dem Verwaltungsrat und dem Stiftungsvorstand austauschten. Nun sollte auf wissenschaftlicher Seite die Stiftungsarbeit professionalisiert werden. Dies gelang mit der Einführung eines wissenschaftlichen Beirats.
Auch die Grundlinien einer thematisch spezifischen Förderpolitik wurden nun skizziert. Damals bildeten die Ernährungsmedizin und die Nephrologie Schwerpunkte. 1999 wurden Beratungen über eine Erweiterung des Förderspektrums aufgenommen. Fürs Erste liefen die Diskussionen mit dem wissenschaftlichen Beirat auf eine Identifizierung von vier Kernbereichen hinaus: Ernährung, Nephrologie, Dialyse und Intensivmedizin.
Die Entwicklung der Stiftung war beeindruckend. 1993, zehn Jahre nach Gründung der Stiftung und fünf Jahre nach dem Tod von Else Kröner, konnte die Else Kröner-Fresenius-Stiftung 22 Projekte mit rund 2 Millionen DM fördern. 1998 waren es bereits 40 Fördermaßnahmen, für die rund 4,3 Millionen DM bereitgestellt wurden. Weitere fünf Jahre später, und die Else Kröner-Fresenius-Stiftung konnte abermals ungefähr die doppelte Summe von 4,2 Millionen Euro, für Fördermaßnahmen freigeben. Und die Entwicklung setzte sich in diesem Stile fort. Ob Fördersummen, ob Fördermaßnahmen – in jeglicher Hinsicht hieß es: Tendenz steigend.

Humanitäre Förderung und Satzungsänderung

Ein Anliegen von Dr. h.c. Hans Kröner, das er ab 1998 in den Sitzungen der Stiftung vorbrachte, war ein stärkerer Einsatz für humanitäre Angelegenheiten. Wiederholt hatte er dargelegt, wie wichtig seiner Frau soziale und humanitäre Belange gewesen waren. Er wies darauf hin, dass sie in der Satzung ihrer Stiftung „mildtätige Zwecke“ ausdrücklich als Stiftungszweck benannt hatte. Den dort formulierten Einsatz für „Unterstützung von Personen, die infolge ihres geistigen, körperlichen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind“, sah Dr. h.c. Hans Kröner in der Fördertätigkeit der Stiftung als unterrepräsentiert an.
Allerdings wiesen ihn die Juristen in den Stiftungsgremien darauf hin, dass Else Kröner in der Stiftungsverfassung eine eindeutige Hierarchisierung der Stiftungszwecke vorgenommen hatte. Schwerpunkt war die „Förderung der medizinischen Wissenschaft“. Wie Dr. Stiefenhofer, der die Stiftungsverfassung ausgearbeitet und mit Else Kröner durchgesprochen hatte, gelegentlich zu bedenken gab, würde eine Verschiebung der Gewichtung in der Förderpolitik eine Änderung der Stiftungsverfassung erforderlich machen.
Davon hatten die Stiftungsgremien bisher Abstand genommen. Aus diesem Grund trug sich Dr. h.c. Hans Kröner im Frühjahr 2002 mit dem Gedanken, doch noch seinen Pflichtteil aus dem Erbe seiner Frau geltend zu machen und damit eine eigene Stiftung mit vornehmlich humanitärer Zielsetzung zu gründen. Schließlich kam er jedoch mit den Stiftungsgremien der EKFS darin überein, dass es im Sinne der Nachlassregelung seiner Frau sei, es bei einer Stiftung zu belassen. Allerdings sollte eine stärkere Ausrichtung auf humanitäre Ziele in der Verfassung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung verankert werden.
Eine Stärkung der humanitären Ausrichtung der Stiftung wurde schließlich in einer größeren Änderung der Stiftungsverfassung berücksichtigt, die im Frühjahr 2006 erfolgte.
Im gleichen Jahr wurde die Wissenschaftskommission als Weiterführung des wissenschaftlichen Beirates gegründet, die auch in die neue Verfassung Eingang fand.

Dr. h.c. Hans Kröner hatte diese Entwicklungen vorbereitet, doch seinen Kollegen und Nachfolgern im Gremium der Testamentsvollstrecker und im Verwaltungsrat oblag es, die Änderungen umzusetzen.

Entwicklung von Stiftungsvermögen und Projektförderung

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung zählt heute mit einem Vermögen, das aktuell einen Börsenwert von über 1,8 Milliarden Euro aufweist und fast ausschließlich in Aktien an der Fresenius SE besteht, zu den größten Stiftungen in Deutschland. Ein Kapitalvolumen in dieser Größenordnung hätte sich Else Kröner niemals träumen lassen. Es ist einer Entwicklung zu verdanken, die erst Jahre nach ihrem Tod einsetzte. Die Prosperität der Stiftung ist mit den besonderen Erfolgen der Fresenius-Firmengruppe seit den 1990er Jahren verbunden.

Dies erlaubte auch eine über die Jahre hinweg stets steigende Förderaktivität der Stiftung:

Zeitliche Entwicklung der jährlich für Förderprojekte der Else Kröner-Fresenius-Stiftung bewilligten MittelZeitliche Entwicklung der jährlich für Förderprojekte der Else Kröner-Fresenius-Stiftung bewilligten Mittel

Zeitliche Entwicklung der jährlich für Förderprojekte der Else Kröner-Fresenius-Stiftung bewilligten Mittel

Das Jahr 2000 stellt eine Ausnahme dar, insofern in diesem Jahr die Einrichtung des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin mit insgesamt vier Stiftungsprofessuren beschlossen wurde. Die Entwicklung der bewilligten Fördermittel zeigt auch das seit 2006 zunehmende Engagement der Stiftung im Bereich der medizinisch-humanitären Projektförderung.

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