Else Kröner-Fresenius-Stiftung
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Medizinisch-humanitäre Projekte

Ausbildungskooperation führender europäischer und asiatischer Partneruniversitäten in Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Laos gehört zur Gruppe der „least developed countries“ und ist mit Kambodscha das ärmste Land Asiens. Die mütterliche Sterblichkeit liegt in Laos immer noch bei mehr als 600/100.000 Lebendgeburten/Jahr, im Vergleich zu Deutschland mit 2-4/100.000 Lebendgeburten/Jahr. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt in Laos und Vietnam eine universitäre Ausbildungskooperation in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Auf Initiative von Herrn Prof. Runge von der Uniklinik Freiburg wurde ein umfassendes Ausbildungsprojekt für Hebammen, Studenten und Facharztanwärter geschaffen: in Kooperation mit den Projektpartnern vor Ort wurde umfangreiches Lehrmaterial für 24 Unterrichtsmodule erstellt, bestehend aus Büchern, CDroms, Powerpoint-Presentationen und Videos. Das Material wurde ins Laotische und Vietnamesische übersetzt und von den jeweiligen Regierungen akkreditiert, europäische Professoren unterrichten die Module zusätzlich jeweils in 7-14 tägigen workshops. Vor Beginn des Programms gab es in Laos nur 11 Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe, nun werden jährlich 6 Fachärzte ausgebildet. Nach Abschluss ihrer Ausbildung nehmen die meisten von ihnen die Arbeit in den Provinzkrankenhäusern auf. Im Provinzkrankenhaus Luang Prabang in Laos wurde ein Trainingszentrum errichtet, hier werden tägliche Weiterbildungen für Ärzte, Hebammen und Schwestern abgehalten und Leitlinien erstellt. Den laotischen Trainigszentren Luang Prabang und Vientiane wurde umfangreiche technische Ausrüstung zur Verfügung gestellt, von gynäkologischen Untersuchungseinheiten über Ultraschallgeräte, Entbindungsbetten, Beatmungsgeräte für Neugborene, Inkubatoren etc. Im Jahr 2008 wurde die erste wissenschaftliche Tagung des Landes in Laos organisiert. Im Jahr 2009 soll in der Hauptstatdt Vientiane eine laparoskopische und hysteroskopische Abteilung zu eröffnet werden. Das Konzept und der unermüdliche Einsatz der Beteiligten sind vorbildhaft für eine nachhaltige Verbesserung von Ausbildung und Patientenversorgung in Entwicklungsländern.


Medizinisches electronic- learning für Gemeindeschwestern und –pfleger in Kenia

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt in Kenia ein Projekt der AMREF Gesellschaft für Medizin und Forschung in Afrika zur medizinischen Aus- und Fortbildung von Gemeindeschwestern und –pflegern. Im Jahr 2004 gründete AMREF in Kenia die „Virtual Nursing Schools“: durch ein landesweites e-learning-Programm über das von der Weltbank installierte UMTS-Netz werden in allen Teilen des Landes „community health nurses“ in einem 18-monatigen Kurs theoretisch ausgebildet. Die praktische Ausbildung erfolgt zusätzlich an 6 Krankenhäusern und 4 Gesundheitszentren. In Afrika und anderen Entwicklungsländern lastet auf den Gemeindeschwestern und -pflegern eine grosse Verantwortung, da es insbesondere in den entlegenen Teilen des Landes kaum Ärzte oder Krankenhäuser gibt. Dort leisten die Gemeindeschwestern und –pfleger auf sich alleine gestellt eine umfassende Basisgesundheitsversorgung. Das von den Virtual Nursing Schools vermittelte Wissen wird von den Gemeindeschwestern begeistert angenommen und ermöglicht so auch in entlegenen Gebieten ohne medizinische Infrastruktur eine angemessene Gesundheitsversorgung.


Unterstützung von Kindern mit chronischem Nierenversagen und Einrichtung eines pädiatrischen Dialysezentrums in Rio de Janeiro

In Zusammenarbeit mit der brasilianischen „Nieren“-Stiftung Fundação do Rim wird in Rio de Janeiro ein Projekt zur Unterstützung niereninsuffizienter, pädiatrischer Dialysepatienten und ihrer Familien durchgeführt. Teil des Projektes ist die Einrichtung einer pädiatrischen Dialysestation in dem grossen öffentlichen Krankenhaus Pedro Ernesto in Rio de Janeiro. Insgesamt werden in dem Projekt ca. 300 kleine Patienten aus Rio de Janeiro und Umgebung betreut, die mehrmals pro Woche für mehrere Stunden dialysiert werden. Während der oftmals belastenden Therapien wird z.B. ein Physiotherapieprogramm zur Kräftigung der Patienten angeboten, zusätzlich ärztliche Leistungen, z.B. Zahnarzt- und Augenarztbesuche werden für die betroffene Familien organisiert und der Transport zu den Dialysezentren sichergestellt. Es werden Nachhilfestunden angeboten und die Rückkehr der Patienten in die Schule unterstützt, an bedürftige Familien werden Nahrungskörbe und Windeln verteilt. Das Projekt bietet individuelle medizinische und soziale Unterstützung für die Kinder und ihre Familien, die aufgrund der Niereninsuffizienz in vieler Hinsicht benachteiligt sind.


Inzidenz angeborener Stoffwechselkrankheiten im Neugeborenenalter in Laos

In Laos unterstützt die Else Kröner-Fresenius-Stiftung ein Projekt zur Ermittlung der Inzidenz angeborener Stoffwechselerkrankungen. Die neonatalen Screening-Karten werden in den grösseren Krankenhäusern und Geburtskliniken in Luang Prabang und Vientiane von Hebammen und Ärzten verteilt und das Material entsprechend der Richtlinien abgenommen. Im Anschluss werden die Proben nach Deutschland transportiert und dort ausgewertet. Perspektive des Projektes ist, das Stoffwechselscreening in Laos als Routineuntersuchung einzuführen und vor Ort ein Labor zur Auswertung der Screeningkarten einzurichten. So können in Zukunft auch in Laos angeborene Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. eine Hypothyreose, rechtzeitig erkannt und therapiert werden.


Unterstützung des Projektes „medizinische Notversorgung“ der Strassensozialarbeit in Göttingen

Die Strassensozialarbeit des Diakonieverbands Göttingen wurde 1983 ins Leben gerufen, um Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen zu unterstützen. U.a. wird eine Einrichtung für Wohnungslose mit verschiedenen Grundversorgungsangeboten betrieben, z.B. Duschen, Kleiderkammer, Wäscherei. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt im Jahr 2009 das Projekt „medizinische Notversorgung“: die Besucher der Einrichtung für Wohnungslose leiden häufig an z.T. schwerwiegenden Erkrankungen. Oftmals werden die Erkrankungen verschleppt, da nur selten oder in äussersten Notfällen eine Arztpraxis aufgesucht wird, sei es aus Schamgefühl, Schwäche oder Gleichgültigkeit. Das Projekt „medizinische Notversorgung“ bietet innerhalb der Einrichtung für Wohnungslose an zwei Tagen pro Woche eine medizinische Sprechstunde an. Ein ehrenamtlich tätiger Allgemeinmediziner untersucht die Patienten direkt vor Ort, versorgt leichtere Erkrankungen oder Verletzungen und weist schwerwiegender erkrankte Patienten ggfs. stationär ein. Das Programm wird von den Patienten gut angenommen, viele Erkrankungen können so frühzeitig erkannt und behandelt werden.


Unterstützung eines Projekts zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung in Liberia

Die internationale Hilfsorganisation Mercy Ships betreibt seit 1978 eine Flotte von Krankenhausschiffen. Die gut ausgerüsteten Schiffe verweilen mehrere Monate pro Jahr in einem Entwicklungsland, um vor Ort direkte medizinische und andere Hilfe zu leisten. Das Schiff Africa Mercy war im letzten Jahr in Liberia stationiert, seit Februar 2009 hat die ehrenamtliche Crew aus 40 Ländern die Arbeit in Benin aufgenommen. An Bord des Schiffs werden allgemeine medizinische Sprechstunden abgehalten, Präventions- und Informationsprogramme initiiert und zahlreiche grössere und kleinere Operationen in den sechs Operationssälen des Schiffs durchgeführt: von Tumorentfernungen über orthopädische Operationen, Zahnbehandlungen und Augenoperationen u.a. Die mehrmonatigen Aufenthalte an einem Ort ermöglichen eine adäquate Nachsorge der behandelten Patienten, zudem können an Land zahlreiche Bau-, Landwirtschafts- und Ausbildungsprojekte durchgeführt werden. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung finanzierte die Krankenhausapotheke des neuen Schiffs, der Africa Mercy, das seit 2006 im Einsatz ist. Im Jahr 2008 finanzierte die EKFS ein Projekt zur Unterstützung von Menschen mit Epilepsie, psychischen Erkrankungen und posttraumatischer Belastungserkrankung in Liberia. Zwischen 1989 und 2003 herrschte in Liberia ein grausamer Bürgerkrieg, viele der 3,3 Mio Einwohner sind von den Kriegsgeschehnissen nach wie vor schwer traumatisiert. Bislang gibt es im ganzen Land nur eine psychiatrische Klinik in der Hauptstadt Monrovia. Kern des Projektes war die Schulung und Ausbildung von mental health care workers und anderen Menschen, die Informationen und Fachwissen nach dem train-the-trainers-Prinzip verbreiten können. In zwei Gesundheitszentren in Monrovia wurden insgesamt 80 Gesundheitsmitarbeiter ausgebildet, zahlreiche Trainingsseminare für Ärzte, Lehrer und Gefängnismitarbeiter wurden abgehalten. Durch das Projekt wurde zudem die Eröffnung eines neuen Flügels des Grant Mental Health Hospitals in Monrovia ermöglicht mit einer Erhöhung der Bettenkapazität von 40 auf 80. Das Prinzip der Ausbildungsförderung, insbesondere der primary health care workers garantiert nachhaltige medizinische Hilfe für die Betroffenen, auch nach Abreise der Africa Mercy aus Liberia.


Reform des Studiengangs „Public Health“ in Laos und Vietnam

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt eine Hochschulkooperation im Bereich Public Health zwischen dem National Institute of Hygiene and Epidemiology in Hanoi, der Thai Binh Medical University in Thai Binh, des National Institutes of Public Health in Vientiane, Laos und der School of Public Health der Universität Bielefeld. Die beteiligten Institutionen haben sich zum Ziel gesetzt, Curricula und Vorlesungen des Fachs Public Health in Laos und Vietnam im gegenseitigen Austausch zu überarbeiten, neue Studienprogramme zu entwickeln, Praktika auf allen Ebenen des Gesundheitssystems einzuführen und Austauschprogramme zwischen den drei Ländern zu initiieren. So nehmen beispielsweise einmal jährlich zwei Stundenten aus Laos und Vietnam an der Sommerschule der Universität Bielefeld teil, die Überarbeitung der Curricula und Lehrmaterialen erfolgt kontinuierlich per email, einmal pro Jahr findet ein Arbeitstreffen in Laos und Vietnam statt zum Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse und aktueller Entwicklungen. Die Ausbildungsförderung erfolgt nach dem Train-the-Trainers-Prinzip, um die Nachhaltigkeit des Projektes zu garantieren.


Aufbau einer Intensiv- und Überwachungseinheit und Aus- und Weiterbildung des chirurgischen und anästhesiologischen Personals in der onkologischen Gebietsklinik in Czernowitz, Ukraine

In der Ukraine unterstützt die Else Kröner-Fresenius-Stiftung ein Projekt zur Verbesserung der Versorgung onkologischer Patienten in der Gebietsklinik Czernowitz im Austausch mit der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsklinik Schleswig-Holstein. Im Einzugsgebiet der Gebietsklinik Czernowitz leben 920.000 Menschen, das Klinikum hat 240 Betten, pro Jahr werden dort ca. 1.500 Operationen und 6.000 Behandlungen durchgeführt. Der Gebietsklinik Czernowitz wurden zahlreiche Geräte für die Intensiv- und Überwachungseinheit zur Verfügung gestellt, u.a. Beatmungsmaschinen, Perfusoren und Ernährungspumpen, das Personal wurde entsprechend eingewiesen. Einmal jährlich wird ein anästhesiologisch-chirurgisches Symposium abgehalten mit Darstellung der allgemeinen und speziellen Aspekte der Patientenüberwachung und der onkologischen Chirurgie. Im Austausch mit der Universitätsklinik Lübeck werden zudem Aus- und Fortbildungsmodule für das chirurgische und anästhesiologische Personal organisiert. Auch hier erfolgt die Weiterbildung nach dem train-the-trainers-Prinzip, um eine nachhaltige Verbesserung der Patientenversorgung sicherzustellen.


Einrichtung des Gesundheitszentrums „Aldea Infantil“ in einem Kinderdorf in Guatemala

Vor ca. 20 Jahren wurde von der Rudolf-Walther-Stiftung im Hochland von Guatemala ein Kinderdorf für ca. 170 Kinder errichtet. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt dort den Aufbau eines Gesundheitszentrums, um die medizinische Versorgung der Kinder zu gewährleisten. Das Gesundheitszentrum wurde mit zwei Praxisräumen und dem täglichen medizinischen Bedarf (Stethoskope, Waage, kleine Operationssets, Medikamente und Verbandsmaterialien u.a.) ausgestattet. Pro Jahr werden im Gesundheitszentrum Aldea Infantil ca. 2.400 Patienten von einer Ärztin, einer Zahnärztin und zwei Krankenschwestern versorgt.


Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Neugeborenen in Äthiopien

In Zusammenarbeit mit der AG Frauengesundheit in der Entwicklungszusammenarbeit der deutschen und der äthiopischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wurde ein Projekt zur Verbesserung der Mütter- und Neugeborenengesundheit in Äthiopien initiiert. An zwei Krankenhäusern und neun Gesundheitszentren des Landes werden nach dem Train-the-Trainer-Prinzip Gesundheitsmitarbeiter, Ärzte und Hebammen aus- und fortgebildet, es werden Informations-, Aufklärungs- und Präventionsprogramme für die Bevölkerung durchgeführt und medizinisches Versorgungsmaterial zur Verfügung gestellt. In insgesamt 5 Regionen des Landes soll so ein nachhaltiger Beitrag zur Verbesserung der gynäkologischen und neonatologischen Versorgung geleistet werden.


Providing quality healthcare in Rwanda

Ca. 9,4 Mio Einwohner leben in Rwanda, dem Land mit der höchsten Populationsdichte Afrikas. Während des Genozids 1994 wurden dort in 100 Tagen ca. eine Mio Menschen getötet, heute leben mehr als 3 Mio Waisenkinder im Land. Die Mütter- und Neugeborenensterblichkeitsrate ist eine der höchsten der Welt, die Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren ist mit 152:1.000 Lebendgeburten die elft höchste der Welt. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt ein Projekt der Organisation Save the Children zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in zwei nördlichen Regionen Rwandas, dem Burera und dem Gicumbi Distrikt. Dort leben ca. 699.999 Menschen, davon 120.000 Kinder und 161.000 Frauen in gebährfähigem Alter. Ziel des Projektes ist es, die Infrastruktur der Gesundheitsversorgung, insbesondere für Mütter und Kinder und die Qualität der Grundversorgung zu verbessern. Präventions- und Informationsprogramme werden durchgeführt, pro Distrikt werden fünf Gesundheitszentren eingerichtet und existierende Kreißsäale renoviert. Ausbildungsprogramme für Gesundheitshelfer, Krankenschwestern und Ärzte sollen helfen, die gynäkologische und neonatologische Notfallversorgung und die Geburtsvorsorge signifikant zu verbessern. In Zusammenarbeit mit der Regierung wird daraufhin gearbeitet, das staatliche Krankenversicherungssystem zu verbessern, um auch ärmeren Bevölkerungsmitgliedern der Zugang zu Gesundheitsdiensten zu ermöglichen.


Malteser Migranten Medizin Frankfurt

In Deutschland leben ca. 100.000 Menschen ohne Krankenversicherung, häufig aufgrund einer mangelnden Aufenthaltsgenehmigung. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt das Projekt des Malteser Hilfsdienstes „Malteser Migranten Medizin“ in Frankfurt. Ein Projektteam aus 4 ehrenamtlich tätigen Ärzten und 2 Krankenschwestern ermöglicht dort nicht-versicherten Menschen den Zugang zu Gesundheitsdiensten. Wöchentlich werden kostenfreie und anonyme Sprechstunden angeboten, die Patienten werden beraten, behandelt, geimpft und bei schwereren Erkrankungen an kooperierende Fachärzte überwiesen oder stationär eingewiesen. Medikamente werden kostenlos gestellt, Laboruntersuchungen durchgeführt und Operationen vermittelt. Im Jahr 2007 wurden durch die MMM Frankfurt 221 Behandlungen und 6 Geburten durchgeführt, insgesamt konnten bereits 10.600 Patienten behandelt werden.

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