Else Kröner Fresenius Stiftung

Pressemitteilung

Else Kröner-Fresenius-Stiftung vergibt medizinisch-humanitären Förderpreis 2014

Vier Projekte ausgezeichnet. Beispielhafte Hilfe zur Selbsthilfe in den ärmsten Ländern dieser Welt.

Bad Homburg, den 22. Dezember 2014 – Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) vergibt alle zwei Jahre den medizinisch-humanitären Förderpreis an Projekte, die vorbildlich und nachhaltig zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in den ärmsten Ländern der Welt beitragen. Die Preisträger 2014 sind Prof. Malek Baibou von der Charité in Berlin mit dem Projekt Traumatherapie für syrische Flüchtlinge, Prof. D. Häussinger vom Universitätsklinikum in Düsseldorf (Behandlung von Infektionserkrankungen in Äthiopien), Martin Aufmuth von der Aktion EinDollarBrille e.V. (EinDollarBrille – Hilfe für 150 Mio. Menschen) sowie Dr.med. Annegret Kiefer vom Eichsfeld Klinikum in Heiligenstadt (Gynäkologische Facharztausbildung in Äthiopien).

„Die Motivation der Stiftung ist es, besonders vorbildliche medizinisch-humanitäre Projekte zu prämieren, die sich durch ein hohes persönliches Engagement und möglichst nachhaltige Hilfe vor Ort auszeichnen“,  so Dr. Carolin Kröner, Mitglied des Stiftungsrates der EKFS. Die vier Preise sind mit je 50.000 Euro dotiert – Geld, das unmittelbar im Rahmen der einzelnen Projekte zum Einsatz kommt und im Sinne der Stifterin Else Kröner in die nachhaltige Verbesserung der medizinischen Versorgung bedürftiger Menschen fließt.

Charité-Universitätsmedizin, Berlin – Traumatherapie für syrische Flüchtlinge

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) registriert in Jordanien 600.000 Flüchtlinge des syrischen Bürgerkrieges, bei sechs Millionen Einwohnern in Jordanien insgesamt. Etwa jeder vierte benötigt aufgrund von Kriegstraumatisierungen eine psychologisch-psychiatrische Behandlung, trifft aber auf ein überlastetes Gesundheitssystem, in dem es an Therapeuten mangelt. Prof. Malek Bajbouj hat im Sommer 2013 das sogenannte Balsam-Projekt initiiert, das als Plattform für die Ausbildung jordanischer und syrischer Trauma-Therapeuten dient. Regelmäßig reisen Experten der Charité  nach Jordanien. Bislang konnten so 73 Psychologen, Psychiater und Allgemeinmediziner ausgebildet werden, die nun selbst in Flüchtlingslagern und Gesundheitszentren Kinder und Erwachsene mit schweren posttraumatischen Belastungsstörungen behandeln.

Hirsch-Institut für Tropenmedizin & Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf – Gründung eines Instituts zur Prävention und Behandlung von Infektionserkrankungen in Äthiopien

Äthiopien gehört zu den Ländern mit der höchsten Tuberkulose-Häufigkeit weltweit,  Diagnostik und Therapie sind dort jedoch völlig unzureichend. Als Ergänzung zu dem bereits laufenden Tuberkulose-Projekt des Hirsch-Instituts, bei dem 400 erwachsene Patienten mit neu diagnostizierter Tuberkulose betreut werden, soll mit dem Preisgeld  die Untersuchung von Familienmitgliedern, besonders von im Haushalt lebenden Kindern, ermöglicht werden. Unter der Leitung des Hirsch-Instituts in Zusammenarbeit mit Gesundheitszentren in Asella (etwa 170 km südöstlich der Hauptstadt Addis Abeba) sollen Familienmitglieder von Tuberkulosepatienten eine umfassende Diagnostik erhalten.

EinDollarBrille  e. V., Erlangen – EinDollarBrillen – Sehhilfen für 150 Millionen Menschen

Rund 150 Millionen Menschen weltweit leiden laut WHO unter einer Fehlsichtigkeit, die mit einer einfachen Sehhilfe behoben werden  könnte. Die Betroffenen können nicht lernen, nicht arbeiten und nicht für ihre Familien sorgen. Eine Lösung ist die sogenannte EinDollarBrille. Die Brille besteht aus einem leichten, flexiblen Federstahlrahmen in den fertige Kunststoffgläser ohne Verwendung  von Werkzeugen eingesetzt  werden können. ln  lntensiv-Kursen lernen Menschen vor Ort die Herstellung und den Verkauf der Brillen. Damit ist das Projekt nach der mit Spenden- und Fördergeldern finanzierten Anschubphase selbsttragend. Gestartet ist das Projekt 2012 mit Trainings in Uganda. Mittlerweile sind sie auch auf Ruanda, Burkina  Faso, Bolivien, Äthiopien, Malawi und Nicaragua ausgeweitet worden.

Eichsfeld Klinikum, Heilbad Heiligenstadt – Kooperationsprojekt zur Förderung der gynäkologisch-geburtshilflichen Facharztausbildung in Äthiopien

Das Eichsfeld Klinikum leistet seit 2009 entscheidende Beiträge für die Aus- und Weiterbildung qualifizierter Frauenärzte in Äthiopien. Hintergrund sind die hohe Müttersterblichkeit sowie das weitgehende Fehlen jeglicher gynäkologischer Bedarfsdiagnostik in Äthiopien. Das Projekt – in Kooperation mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) – basiert auf zwei Säulen: der Ausbildung vor Ort und den Hospitationen der Facharztkandidaten in Deutschland. Knapp zwei Jahre nach dem Projektbeginn in Jimma wurde ein weiteres Ausbildungsprojekt an der Universität Gonder/Provinz Amhara Nord eingerichtet. Vor Beginn der Ausbildungskooperation waren in Gonder nur drei Gynäkologen für jährlich rund 4.000 Geburten zuständig. Dank des Kooperationsprojekts mit dem Eichsfeld Klinikum zählt die Klinik nun 26 Frauenärzte.

Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner, geb. Fernau, gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Bis heute hat die Stiftung rund 1.300 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 200 Millionen Euro gefördert. (www.ekfs.de)

Kontakt
Dr. Ulrike Schneider
Leitung Stiftungskommunikation

Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Postfach 1852
61352 Bad Homburg
Tel.: (06172) 897510
E-Mail: u.schneider[at]ekfs.de