Else Kröner Fresenius Stiftung

Pressemitteilung

Stipendiat der Else Kröner-Fresenius-Stiftung publiziert bedeutende Ergebnisse im Journal „Cell Stem Cell“

Der Träger des Else Kröner-Exzellenzstipendiums 2012 Prof. Dr. Tobias Deuse (Universitäres Herzzentrum Hamburg) hat seine Ergebnisse zur „Erforschung der Immunbiologie durch Zellkerntransfer generierter embryonaler Stammzellen“ im hochrangigen Wissenschaftsjournal Cell Stem Cell* veröffentlicht.

Bad Homburg, den 21. November 2014 – Bei seiner Forschung im Rahmen des Else-Kröner-Stipendiums 2012 hat sich der Stipendiat Prof. Dr. Tobias Deuse et al. mit der Immunologie durch Zellkerntransfer (Somatic Cell Nuclear Transfer, SCNT) generierter embryonaler Stammzellen beschäftigt. Der Wissenschaftler zeigt erstmalig, dass mitochondrial kodierte Proteine immunogen wirken können. Inkompatible Mitochondrien reichen demnach aus, um eine Immunantwort auszulösen und eine Abstoßungsreaktion gegen diese Zellen auszulösen.

Durch eine Vielzahl von immunologischen Versuchen konnte gezeigt werden, dass die Immunantwort hauptsächlich über das adaptive („erworbene“) Immunsystem vermittelt wird, und dass eine Toleranzinduktion gegenüber diesen Zellen möglich ist. Somit muss die Immunogenität der mitochondrial kodierten Proteine bei Entwicklung zukünftiger Therapiekonzepte bedacht werden. Angedacht wäre zum Beispiel die Generierung Insulin-produzierender Zellen mittels SCNT zur Therapie des Diabetes mellitus.

Zum Hintergrund der SCNT: Einer Eizelle wird der Zellkern entfernt. Ein Zellkern wird aus einer somatischen Gewebezelle entnommen und in die kernlose Eizelle transferiert. Danach wird die Eizelle zur Teilung angeregt und es bildet sich eine Blastozyste, aus der embryonale Stammzellen gewonnen werden können.  Das Besondere an SCNT-Stammzellen ist, dass die nukleäre DNA der entstandenen embryonalen Stammzellen identisch zu der des Zellkernspenders ist. Allerdings stammt die mitochondriale DNA (mtDNA) von der Eizellspenderin und ist i.d.R. nicht identisch zu der des Zellkernspenders. Die Immunogenität solcher Zellen bei Transplantation zurück in den Zellkernspender war bislang nicht erforscht.

Der somatische Zellkerntransfer (SCNT) ist bei Säugetieren im Labor bereits in den frühen 1980er Jahren gelungen. Beim Menschen scheiterten lange Zeit alle SNCT-Versuche. Vor einem Jahr wurde in „Cell“ berichtet, dass es erstmals gelungen sei, durch SCNT aus humanen fetalen Fibroblasten pluripotente Stammzellen zu generieren. Diese konnten dann zu spezialisierten Zellen der Bauchspeicheldrüse, sowie zu Blut-, Herz-, Leber- und Nervenzellen differenziert werden (Masahito Tachibana et al.: Human Embryonic Stem Cells Derived by Somatic Cell Nuclear Transfer. Cell 2013, 1228–1238, doi:10.1016/j.cell.2013.05.0067).

In diesem Jahr wurde erstmals ein erfolgreicher SCNT mit humanen Zellkernen von adulten Zellen durchgeführt (Young Gie Chung et al: Human Somatic Cell Nuclear Transfer Using Adult Cells. Cell Stem Cell 2014, 777–780. doi:10.1016/j.stem.2014.03.015). Mit Hilfe solcher Stammzellen könnten in der Zukunft erworbene oder genetisch bedingte Erkrankungen therapiert werden.

*Cell Stem Cell, 20.11.14, SCNT-derived  ESCs  with  mismatched  mitochondria  trigger  an  immune  response  in allogeneic hosts.

Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner, geb. Fernau, gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Bis heute hat die Stiftung rund 1.300 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 200 Millionen Euro gefördert. (www.ekfs.de)

Kontakt
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Leitung Stiftungskommunikation

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