Else Kröner Fresenius Stiftung

Pressemitteilung

Else Kröner-Fresenius-Stiftung vergibt Exzellenzstipendien an “Clinician Scientists“

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung zeichnet drei herausragende  Clinician Scientists, die Forschung und Klinik auf international wettbewerbsfähigem Niveau miteinander verbinden, mit dem Else Kröner-Exzellenzstipendium 2014 aus: Prof. Dr. Jens Minnerup (Universitätsklinikum Münster), Dr. Dr. Johannes Schödel (Universitätsklinikum Erlangen) und PD Dr. Arne Warth (Universitätsklinikum Heidelberg).

Bad Homburg, den 18. Dezember 2014 – Die Medizin der Zukunft braucht forschende Ärzte, die dauerhaft und auf hohem fachlichen Niveau Klinik und Forschung vereinen, die dringende klinische Fragestellungen ins Labor tragen und das klinische Potenzial grundlegender Erkenntnisse erkennen können. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung vergibt deshalb zum dritten Mal Exzellenzstipendien an Clinician Scientists, d.h. an klinisch und wissenschaftlich gleichermaßen profilierte Ärzte. Erfahrene Oberärztinnen und -ärzte sind in der Krankenversorgung schwer ersetzbar. Deshalb ist es in dieser Phase besonders schwierig, Freiräume für Forschung zu schaffen. Mit den Else Kröner Exzellenzstipendien wird ausgezeichneten Clinician Scientists eine zweijährige, intensive Forschungsphase ermöglicht.  Für Gehalt und Sachmittel werden bis zu 150.000,- Euro p.a. zur Verfügung gestellt.

"Für junge Ärzte gibt es diverse Stipendienprogramme, um sich Freiraum für Forschung zu schaffen", sagt Dr. Susanne Schultz-Hector, Vorstandsmitglied der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. "Aber für erfahrene Oberärztinnen und -ärzte, die sich mit originellen und grundlegenden Forschungsarbeiten eine international sichtbare wissenschaftliche Expertise aufgebaut haben, gibt es in Deutschland nur wenig Möglichkeiten, diese Forschung neben der klinischen Verpflichtung erfolgreich weiter zu führen.“ Mit der diesjährigen, dritten Ausschreibung der Exzellenzstipendien habe man ausreichend Erfahrung mit diesem Förderinstrument gewonnen und könne sagen, dass es eine wichtige und erfolgreiche Ergänzung der Förderlandschaft darstellt, so Schultz-Hector.

So wird Prof. Dr. Jens Minnerup die Bedeutung von Immunzellen für die Regeneration nach einem Schlaganfall untersuchen, während Dr. Dr. Johannes Schödel neue Therapiestrategien zum Erhalt der Nierenfunktion während eines akuten Nierenversagens erforscht und PD Dr. Arne Warth mit einem integralen tumorbiologischen Ansatz Grundlagen für eine personalisierte Behandlung von Lungentumoren schaffen wird. Alle drei haben sich klinisch ausgezeichnet, tragen als Oberärzte große klinische Verantwortung und haben gleichzeitig ihr Forschungsgebiet mit zahlreichen international beachteten wissenschaftlichen Arbeiten vorangetrieben.

Prof. Dr. Jens Minnerup (Klinik für Allgemeine Neurologie, Universitätsklinikum Münster) - Die Bedeutung von Immunzellen für die Regeneration nach einem Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall werden Entzündungsvorgänge im Gehirn ausgelöst, die zu weiterer Schädigung von Nervenzellen führen können. Aus experimentellen Studien ist bekannt, dass die Abmilderung der akuten lokalen Entzündung nach einem Schlaganfall dazu beitragen kann, die neurologischen Folgen zu verringern. Im Anschluss an die akute Phase des Schlaganfalls kommt es häufig zu einer spontanen Erholung neurologischer Funktionen. Bislang wurden diese beiden Ansätze – Bekämpfung der Inflammation in der akuten und Förderung der Regeneration in der subakuten bzw. chronischen Phase – aber überwiegend isoliert voneinander betrachtet. „Dabei legen Studien an neurologischen und nicht neurologischen Erkrankungen nahe, dass Immunzellen Regenerationsmechanismen entscheidend beeinflussen“, erläutert der Stipendiat Prof. Dr. Jens Minnerup. Seine innovative Hypothese lautet, dass in das geschädigte Hirnareal einwandernde Immunzellen die Erholung von Nervenzellen nach einem Hirninfarkt direkt beeinflussen. Untersuchungen hierzu fehlen allerdings bislang. Ziel des Exzellenzstipendiums ist es daher, den Zusammenhang zwischen Entzündung und Regeneration zu analysieren und daraus neue oder optimierte Therapieansätze zur akuten entzündungshemmenden Therapie sowie zur Verbesserung der Regeneration nach einem Schlaganfall zu entwickeln.

Dr. Dr. Johannes Schödel (Universitätsklinikum Erlangen, Medizinische Klinik 4 - Nephrologie und Hypertensiologie) - Determinanten und therapeutisches Potential der hypoxischen Genregulation im Tubulussystem der humanen Niere

Sauerstoff ist für den Energiehaushalt von Säugerzellen unverzichtbar. Die Regulation der Verfügbarkeit von Sauerstoff und vor allem die durch Sauerstoffmangel (Hypoxie) ausgelösten molekularen Schutzmechanismen von Zellen und Geweben wurden in den letzten Jahren intensiv experimentell untersucht. Dr. Johannes Schödel hat sich dabei auf die Frage fokussiert, wie Gene unter Hypoxie angeschaltet werden. Diese grundlegenden Erkenntnisse wird  er nun auf die klinisch relevante Konstellation des Nierenversagens anwenden, indem er zunächst menschliche  Nierentubuluszellen in vitro analysieren wird.  „Mit dem Exzellenzstipendium werden wir in einem translationalen Ansatz die Grundlage schaffen, die durch Sauerstoffmangel hervorgerufenen Prozesse auf genregulatorischer Ebene im menschlichen Tubulussystem exakt zu erfassen“, erläutert Dr. Johannes Schödel. Dies wird im nächsten Schritt dann die Basis darstellen, um nach pharmakologischen Interventionsansätzen zu suchen und das Potential einer präkonditionierenden Hypoxie am Zellkulturmodell zu testen.

Priv.-Doz. Dr. Arne Warth (Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Heidelberg)
- Dynamik der morphologischen und molekularen Evolution pulmonaler Adenokarzinome

Die Tumorforschung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass sich nur unter dem Stichwort „Krebs“ eine Vielzahl biologisch fundamental verschiedener Erkrankungen verbirgt. Aber auch innerhalb von Diagnosegruppen finden sich große Unterschiede hinsichtlich der Biologie, des Wachstumsverhaltens und des Ansprechens auf unterschiedliche Therapieansätze. Deshalb ist ein detailliertes Verständnis der Tumorbiologie einzelner Diagnosegruppen keineswegs nur von akademischem Interesse, sondern ist vielmehr der wesentliche Motor zur Erzielung individuell verbesserter Therapieergebnisse. Dr. Arne Warth erforscht die sehr häufig auftretenden Tumoren der Lunge (Adenokarzinome, ADC). Unter anderem in eigenen Vorarbeiten konnte gezeigt werden, dass morphologische Wachstumsmuster mit definierten molekularen und genetischen Merkmalen assoziiert sind.  Interessant und Gegenstand der jetzt geplanten Untersuchungen ist, dass sich das tumorbiologische Verhalten  im Verlauf einer Tumortherapie wandeln kann. Es ist davon auszugehen, dass ein integrales Verständnis dieser Prozesse auch zu neuen, dynamisch angepassten Therapiekonzepten führen kann.

Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner, geb. Fernau, gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Bis heute hat die Stiftung rund 1.300 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 200 Millionen Euro gefördert. (www.ekfs.de)

Kontakt
Dr. Ulrike Schneider
Leitung Stiftungskommunikation

Else Kröner-Fresenius-Stiftung
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61352 Bad Homburg
Tel.: (06172) 897510
E-Mail: u.schneider[at]ekfs.de