Else Kröner Fresenius Stiftung

Pressemitteilung

Chancen für forschungsbegeisterte Medizinstudenten: Else Kröner-Promotionskollegien an drei Standorten bewilligt

Die Möglichkeit, sich wenigstens ein Jahr lang ganz auf die Doktorarbeit zu konzentrieren, ein wissenschaftlich aussichtsreiches Forschungsprojekt, ein inspirierendes Umfeld und erfahrene, engagierte Betreuer: Dies bieten die Else Kröner-Promotionskollegien forschungsinteressierten Medizinstudenten.

Bad Homburg, den 6. März 2015 - Die Medizinische Doktorarbeit: immer wieder als wissenschaftlich wenig anspruchsvoll geschmäht und nur mit halber Aufmerksamkeit während des Studiums „nebenher“ angefertigt. Trotz vieler Bemühungen der letzten Jahre trifft dies immer noch zu häufig zu. Für viele angehende Ärzte ist die Doktorarbeit aber der erste Berührungspunkt mit der Forschung und manchmal auch die einzige Gelegenheit, um sie für die Forschung zu begeistern.

In einem Promotionskolleg finden sich nun hoch motivierte Betreuer und Doktoranden zusammen. Beide Seiten qualifizieren sich zunächst in einem sorgfältigen Auswahlprozess für die Teilnahme. Die potentiellen Doktoranden müssen wissenschaftliches Talent mitbringen, während ihre Betreuer neben exzellenter Forschung den Nachweis zu erbringen haben, dass sie medizinische Doktoranden zu einer erfolgreichen wissenschaftlichen Arbeit führen können. Über das „matchmaking“ zwischen Talent, ausgezeichneter Wissenschaft und engagierter Betreuung hinaus bietet das Kolleg aber noch mehr: Ausbildung in wichtigen experimentellen Methoden sowie in theoretischen Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens; ein Netzwerk Gleichgesinnter; Diskussionsforen und aktiv mitzugestaltende Seminare; die Möglichkeit, die eigenen Arbeiten auf internationalen Kongressen vorzustellen. Das große Ziel ist natürlich, im Rahmen jeder Doktorarbeit Ergebnisse zu erzielen, die in Form einer Erstautorarbeit des Doktoranden internationale wissenschaftliche Resonanz finden.

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung hat nun zum zweiten Mal zur Einreichung von Konzepten aufgerufen. 22 Antragsskizzen wurden in einem zweistufigen Verfahren sorgfältig diskutiert, um die drei vielversprechendsten auszuwählen. Diese werden nun in den kommenden drei Jahren mit jeweils 750.000 Euro gefördert und können sich dann um eine zweite dreijährige Förderperiode bewerben.

Um besonders begabte Individuen zu fördern, kann es kein „Standardrezept“ geben. Deshalb haben sich drei ganz unterschiedliche Ansätze im Wettbewerb durchgesetzt:

Medizinische Hochschule Hannover: Klinisches Strucmed Programm

Sprecher: Prof. Dr. Heiner Wedemeyer

An der MHH hat die strukturierte Betreuung von Medizindoktoranden Tradition: schon seit 2005 gibt es ein Programm, das besonders motivierten und befähigten Medizindoktoranden eine projektorientierte Ausbildung in der medizinischen Grundlagenforschung bietet.  Mit dem Else Kröner Kolleg wird nun für begabte Medizindoktoranden die Möglichkeit einer hochwertigen Dissertation in der klinischen Forschung eröffnet. Bisher waren anspruchsvolle medizinische Doktorarbeiten primär in der experimentellen Laborforschung angesiedelt. In dem neuen Promotionskolleg sollen Doktoranden an die Analyse des natürlichen Verlaufs von bestimmten Erkrankungen, die Erarbeitung von Prognoseparametern oder die Untersuchung des Therapieansprechens herangeführt werden. Dazu müssen sie fundierte Grundkenntnisse in Biometrie, Bioinformatik, Ethik und Epidemiologie erwerben und mit Datenbanken umgehen lernen. Das Programm wird von klinisch tätigen Oberärzten koordiniert und bietet außerdem die Möglichkeit für internationale Kooperationen in Partnerprojekten mit den Universitäten Rotterdam und Kopenhagen.

Klinikum der TU München: Translationale Medizin

Sprecher: Prof. Dr. Dirk Busch, Prof. Dr. Ulrike Protzer

Ziel dieses Programms ist es, junge Mediziner auf eine Karriere als Clinician Scientist vorzubereiten. Die Kollegiaten forschen zunächst mindestens 12 Monate in Vollzeit an einem experimentellen Promotionsprojekt. Anschließend verbringen sie weitere 24 Monate lang mindestens 5 Semesterwochenstunden mit studienbegleitender Forschung, Schreiben und Verteidigung der Dissertation. Die Projekte sind in den Forschungsschwerpunkten bzw. den forschungsaktivsten Arbeitsgruppen der Fakultät angesiedelt. Um hervorzuheben, dass die im Rahmen des Kollegs angefertigten Dissertationen den Anspruch an medizinische Doktorarbeiten deutlich überschreiten, wurde für Absolventen der Titel Dr. med. sci von der Hochschule genehmigt. Im Rahmen eines Pilotprojekts und Befragungen von Doktoranden wurden zwei Schritte als besonders kritisch für das Gelingen einer gleichermaßen motivierenden und erfolgreichen Doktorandenzeit identifiziert: Die Wahl des Themas und das passende „matching“ von Doktorand und Betreuer. Das Kolleg setzt darauf, in einem besonders sorgfältigen und qualitätskontrollierten Prozess für jeden Kollegiaten eine optimale Ausgangs- und Betreuungssituation zu schaffen.

Universitätsklinikum Bonn: Else Kröner Promotionskolleg „Neuroimmunologie“

Sprecher: Prof. Dr. Michael Hölzel und Prof. Dr. Albert J. Becker

Die Neurowissenschaften und die Immunologie sind Forschungsgebiete, die zum einen an der Entstehung vieler Erkrankungen beteiligt sind und zum anderen derzeit einen rasanten Wissenszuwachs erfahren. Das Universitätsklinikum Bonn fokussiert seine Forschungsaktivitäten deshalb systematisch auf diese Gebiete und insbesondere auf deren Schnittmengen.  Im Rahmen von hochrangigen und untereinander stark vernetzten Forschungsverbünden hat sich so eine Forschungslandschaft entwickelt, die an Kompetenzen, Infrastruktur und Schnittstellen zur Klinik alles bietet, um junge Mediziner auf anspruchsvolle wissenschaftliche Karrieren vorzubereiten. Durch eine Vernetzung des Promotionskollegs mit Förderprogrammen für Ärzte ist ein Pfad der Kontinuität angelegt, so dass  sich ein in der Dissertation gewonnenes wissenschaftliches Interesse  dann nach dem Studium in der Weiterbildung zum Facharzt weiter entfalten kann.


Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Bis heute hat die Stiftung mehr als 1.300 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 200 Millionen Euro gefördert. (www.ekfs.de)

Kontakt
Dr. Ulrike Schneider
Leitung Stiftungskommunikation

Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Postfach 1852
61352 Bad Homburg
Tel.: (06172) 897510
E-Mail: u.schneider(at)ekfs.de