Else Kröner Fresenius Stiftung

Klinikpartnerschaften - Partner stärken Gesundheit

Die ersten Partnerschaften mit einer Förderzusage:

  • Das Dr. von Haunersche Kinderspital in München kooperiert mit dem Klinikum der Universität Jimma in Äthiopien. Dabei soll die Aus- und Weiterbildung von Ärzten im Bereich Neonatologie gefördert und so langfristig ein Beitrag zur Reduzierung der Kindersterblichkeit geleistet werden.
  • Das Klinikum rechts der Isar der TU München arbeitet mit dem Komfo Anokye Teaching Hospital in Kumasi, Ghana. Ziel ist, die Nutzung des Zentrums für Unfallchirurgie und Orthopädie in Ghana zu verbessern.
  • Der Verein Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. aus Würzburg kooperiert mit dem Leprosy Rehabilitation Center in Ganta, der zweitgrößten Stadt Liberias. Dort soll das Labor ausgebaut und das Personal fortgebildet werden, um schwer kranke Patienten erfolgreich therapieren zu können.
  • Das Missionsärztliche Institut Würzburg plant eine Partnerschaft mit dem St. Martin de Porres Hospital im Fischerdorf Eikwe in Ghana. Das ghanaische Fachpersonal soll im Bereich der Mutter-Kind-Gesundheit durch Fortbildungen unterstützt werden.
  • Der Verein Humedica e.V. aus Kaufbeuren setzt sich für eine Partnerschaft in Port-au-Prince, Haiti ein. Im dortigen Hôpital Espoir wird das Krankenhauspersonal zu Hygienestandards geschult, um eine Qualitätsverbesserung in der Patientenversorgung zu erreichen.
  • Das Evangelisch-Lutherische Diakoniewerk Neuendettelsau unterstützt das ländlich gelegene Nkoaranga Lutheran Hospital in Tansania mit dem Projekt "Feuerkinder". Dabei hilft deutsches medizinisches Personal dem Team in Tansania bei der Behandlung von Kindern mit angeborenen Klumpfüßen.

Partner stärken Gesundheit ist eine Initiative zur Förderung von Klinikpartnerschaften, die 2016 von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung finanziert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Partnerschaften zwischen deutschen Kliniken und Gesundheitseinrichtungen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Inhaltlich unterstützt wird die Initiative vom Bundesministerium für Gesundheit und der Weltgesundheitsorganisation. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung bringt neben der finanziellen Unterstützung umfangreiches Wissen und mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Förderung humanitärer Gesundheitsprojekte in die Initiative ein.

Ziel ist es, einen Beitrag zur Stärkung der Gesundheitsversorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern zu leisten. Denn trotz beachtlicher Erfolge in den letzten Jahren bleiben zahlreiche Herausforderungen bestehen: Vermeidbare Infektionen wie Malaria oder Tuberkulose und der gleichzeitige Anstieg nichtübertragbarer und chronischer Krankheiten wie Diabetes mellitus stellen Gesundheitssysteme in Entwicklungs- und Schwellenländern vor große Herausforderungen. Erreicht werden soll dieses Ziel durch Fort- und Weiterbildung von Gesundheitsfachkräften und Beratung zur Optimierung von Strukturen und Prozessen in Gesundheitseinrichtungen und Krankenhäusern.

Klinikpartnerschaften sind ein gutes Instrument, um Know-how zu teilen und durch langfristigen Austausch zu festigen. Innovative Ansätze wie z.B. e-Health und e-Learning bieten heute Möglichkeiten, weite Distanzen zu überbrücken. Dabei fließt Expertise zu Krankheitsbildern, Behandlungsoptionen, Technologien oder Abläufen in beide Richtungen, so dass beide Partner profitieren.

Um eine umfassende Verbesserung in den Gesundheitseinrichtungen zu erreichen, sollen Partnerschaften möglichst alle Bereiche der Patientenversorgung im Blick haben. Ein besonderes Augenmerk soll auf die Versorgung von benachteiligten Gruppen wie zum Beispiel Kindern, Flüchtlingen und Menschen mit Behinderung gelegt werden.

Nächste Förderrunde: Frühjahr 2017

Formulare und Informationen zur Antragstellung stehen auf der Webseite zur Verfügung: www.klinikpartnerschaften.de

Interessierte deutsche Partner können sich im Rahmen von Förderrunden um eine finanzielle Unterstützung ihrer Klinikpartnerschaft bewerben und bis zu 50.000 Euro für einen Zeitraum von maximal 24 Monaten beantragen. In diesem Rahmen kann die Höhe der finanziellen Förderung – abhängig vom Bedarf und den Ressourcen der Partner in Deutschland und in den Ländern – variieren.

Partner stärken Gesundheit fördert Partnerschaften, die langfristig angelegt sind, nachhaltig arbeiten und sich in die Strukturen im Partnerland einpassen. Im Rahmen der Partnerschaft wird ein umfassender Erfahrungsaustausch angestrebt: Neben Besuchen vor Ort soll die Arbeit der Partner z.B. durch die Nutzung digitaler Kommunikation ganzjährig unterstützt werden. Dabei beraten erfahrene Fachkräfte und interdisziplinäre Teams ihre Partner, um die Patientenversorgung zu verbessern.

Für eine erfolgreiche Partnerschaft werden von den Partnern langfristiges Engagement und Eigenleistungen erwartet: z.B. ehrenamtlicher Personaleinsatz, Freistellung von Personal durch den Arbeitgeber für die Vorbereitung, Lehr- und Austauschbesuche und Pflege der Partnerschaft außerhalb der Besuche, Beteiligung an Reise- und Transportkosten, Bereitstellung von Sachleistungen wie z. B. Materialien für Labor, Pflege.

Mögliche Arbeitsbereiche der Klinikpartnerschaften:

  • Fort- und Weiterbildung (On-the-Job Training), Schulungsmaßnahmen
  • Verbesserung der Patientenversorgung durch Wissenstransfer in den Bereichen
  • Behandlungsoptionen
  • Hygienemaßnahmen
  • Präventionsstrategien, z.B. Aufbau von Screening-Maßnahmen
  • Krankenhausmanagement, Mittelbeschaffung, Logistik, Lagerhaltung
  • Labor und Diagnostik
  • Wartung und Reparatur medizinischer Geräte
  • Qualitätssicherung
  • Informations- und Kommunikationstechnologien (z.B. Telemedizin, Telecoaching, mobile Anwendungen)
  • Unterstützung bei der Beschaffung von fehlender Ausstattung und Materialien in geringem Umfang
  • Unterstützung von Hospitationen von Fachpersonal