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Nobelpreisträger Bengt Samuelsson in Bad Homburg
Symposium in Bad Homburg: Prof. Dr. Bengt Samuelsson sprach über die Bedeutung
lipidbasierender Signalmoleküle für die medizinische Forschung / Neueste
Forschungsergebnisse wurden vom Hans Kröner-Graduiertenkolleg und
dem DFG-geförderten Graduiertenkolleg GK 757 vorgestellt.
Bad Homburg/Frankfurt am Main, 5. November 2010 – Die Else Kröner-Fresenius-
Stiftung und die Goethe-Universität Frankfurt am Main haben am Donnerstag gemeinsam
ein hochrangiges Wissenschaftssymposium veranstaltet. Auf dem Symposium
ging es um die Frage, welche Bedeutung lipidbasierende Signalmoleküle bei Entzündungen
und vaskulären Erkrankungen haben. Doktoranden des DFG-geförderten
Graduiertenkollegs GK 757 und Doktoranden des im Dezember 2009 eingerichteten,
von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung geförderten Hans Kröner-Graduiertenkollegs
stellten ihre neuesten Forschungsergebnisse vor. Die Wissenschaftler arbeiten auf
dem Forschungsgebiet des Fettstoffwechsels und untersuchen insbesondere die Rolle
körpereigener Lipidmediatoren.
Neue Lipidmediatoren im Fokus der aktuellen Forschung
Neben zahlreichen neu identifizierten Lipidmediatoren stehen besonders die Eikosanoide
und Sphingolipide im Fokus der aktuellen Forschung, da sie an der Entstehung
von Entzündungen, Tumoren und kardiovaskulären Erkrankungen beteiligt sind.
Erstmalig konnte Nobelpreisträger Prof. Dr. Bengt Samuelsson für einen Vortrag in
der Goethe-Universität gewonnen werden. Bengt Samuelsson vom Karolinska-
Institut erhielt für seine Entdeckung der Prostaglandine und nah verwandter Signalmoleküle
1982 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Samuelsson unterstrich
in seinem Vortrag eindrucksvoll die Bedeutung des Verständnisses molekularer und
zellphysiologischer Vorgänge, als Voraussetzung zur Entwicklung neuer therapeutischer
Konzepte.
„Das wissenschaftliche Ziel des Hans Kröner-Graduiertenkollegs ist es, auf molekularer
Ebene die Rolle der Eikosanoide und Sphingolipide in Krankheit und Gesundheit
zu verstehen“, sagte Dr. Susanne Schultz-Hector, Vorstandsmitglied der
Else Kröner-Fresenius-Stiftung.
Bedeutung der Lipidmediatoren in der Medizin
„Molekulare Wirkmechanismen, die verschiedenen physiologischen Vorgängen und
Erkrankungen zugrunde liegen, werden in Frankfurt und Stockholm intensiv erforscht“,
erläuterte Vizepräsident Prof. Dr. Rainer Klump von der Goethe-Universität. „Die Forschungsansätze
ergänzen sich gegenseitig in ihren chemischen, biochemischen, molekularen,
pharmakologischen und therapeutischen Ansätzen“, so Dr. Susanne
Schultz-Hector.
In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche neue Lipidmediatoren identifiziert und
charakterisiert. „Es besteht noch intensiver Forschungsbedarf hinsichtlich der Grundlagen
und der Physiologie der Signalstoffe. Denn Arzneimittel, die schon seit vielen
Jahren bei Rheuma, Schmerzen und anderen entzündlichen Erkrankungen eingesetzt
werden, können auch mit Nebenwirkungen wie Magengeschwüren oder Nierenschädigungen
in Zusammenhang gebracht werden“, führte Prof. Dr. Dieter Steinhilber aus,
der Dekan des Fachbereichs Biochemie, Chemie und Pharmazie der Goethe-
Universität und Sprecher der beiden Graduiertenkollegs.
Kooperation von Goethe-Universität und Karolinska-Institut in Stockholm
In Zusammenarbeit mit dem Department of Medical Chemistry des Karolinska-Instituts
bildet die Goethe-Universität Doktoranden auf den Gebieten Molekulare Medizin,
Pharmazie und Biologie aus.
Das Karolinska-Institut fokussiert hauptsächlich auf die Strukturbiologie der Eikosanoide
und der entsprechenden Stoffwechselwege, während der Frankfurter Schwerpunkt
auf der Pharmakologie und der klinischen Bedeutung von Eikosanoiden liegt. „Die breit
angelegte Untersuchung wird neue mechanistische Erkenntnisse und Ansatzpunkte für
neue Therapien in der Zukunft hervorbringen“, so Prof. Dr. Dieter Steinhilber.
Über das Hans Kröner-Graduiertenkolleg
Das Hans Kröner-Graduiertenkolleg wurde im Dezember 2009 bewilligt und hat im Juli 2010
seine Arbeit aufgenommen. Es werden insgesamt acht Stipendienplätze finanziert, zwei davon
am Karolinska-Institut in Schweden. In Zusammenarbeit mit dem Department of Medical Chemistry
des Karolinska-Instituts bildet die Goethe-Universität Doktoranden auf den Gebieten Molekulare
Medizin, Pharmazie und Biologie aus. Wissenschaftliches Ziel des Graduiertenkollegs
ist ein besseres Verständnis der molekularen Mechanismen der Wirkung von Eikosanoiden und
Sphingolipiden, die in zahlreichen physiologischen und pathophysiologischen Prozessen wie
Entzündung, neoplastischen Transformationen und Zellproliferation eine Schlüsselfunktion besitzen.
Das wissenschaftliche Konsortium greift dabei auf eine breite Palette sich ergänzender
interdisziplinärer Ansätze (chemisch, biochemisch, molekular, pharmakologisch, physiologisch
und klinisch) zurück.
Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung wurde im Jahr 1983 von Else Kröner gegründet. Else Kröner
starb im Jahr 1988 und hat der Stiftung testamentarisch ihr gesamtes Vermögen vermacht. Die
Stiftung widmet sich der Förderung klinisch orientierter, biomedizinischer Forschung und unterstützt
medizinisch-wissenschaftliche sowie medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte. Bis heute hat
die Stiftung rund 900 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 100 Mio. Euro gefördert.
Schwerpunkte im Bereich der medizinisch-humanitären Förderung sind die Entwicklung und der
Ausbau von Kooperationsprojekten mit Entwicklungsländern zur Verbesserung der medizinischen
Lehre und der Gesundheitsversorgung.
Kontakt
Dr. Susanne Schultz-Hector
Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Postfach 1852
61352 Bad Homburg
Tel.: (06172) 8975-10
E-Mail: schultz-hector@ekfs.de
Prof. Dr. Dieter Steinhilber
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Riedberg
Institut für Pharmazeutische Chemie
Max-von-Laue-Straße 9
60438 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 798-29324
E-Mail: steinhilber@em.uni-frankfurt.de