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Festakt zum 100. Geburtstag von Unternehmer Dr. Hans Kröner
Else Kröner-Fresenius-Stiftung stiftet das Hans Kröner-Graduiertenkolleg der Goethe-Universität. Staatsminister Michael Boddenberg und Universi-tätsvizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz betonen die Bedeutung für die medizinische Wissenschaft und die akademische Weiterbildung.
Bad Homburg/Frankfurt am Main, 2. Dezember 2009 – Die Goethe-Universität Frank-furt am Main, das Stockholmer Karolinska-Institut und die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung haben heute auf einem akademischen Festakt das Hans Kröner-Graduiertenkolleg für die medizinische Forschung eingerichtet. Anlass ist der 100. Ge-burtstag von Dr. Hans Kröner, der als Unternehmer und als Vorstandsvorsitzender (1981-1992) die Fresenius-Unternehmensgruppe über 40 Jahre prägte.
Das Engagement auf neuen Forschungsfeldern und die Förderung junger Menschen waren Dr. Hans Kröner stets wichtige Anliegen. So engagierte er sich nach dem Tod seiner Frau Else Kröner für die Weiterführung der von ihr gegründeten gemeinnützigen Stiftung, die sich für die medizinische Forschung, die Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Pflegepersonal und humanitäre Hilfsprojekte einsetzt. Die Ergebnisse der Forschungsaufgaben müssen laut Stiftungszweck der Allgemeinheit zugänglich sein.
Bedeutung für die akademische Weiterbildung
Das Hans Kröner-Graduiertenkolleg richtet sich weltweit an junge Wissenschaftler aus der molekularen Medizin, Pharmazie und Biologie. International renommierte Wissenschaftler begleiten das Kolleg fachlich auf dem Forschungsgebiet der klinisch bedeutsamen Eikosanoide und Sphingolipide und ihrer Rolle bei Krankheiten wie Entzündungen, Schlaganfall und Krebs.
„Mit dem Hans Kröner-Graduiertenkolleg führen wir angehende Wissenschaftler in die faszinierende Welt der Moleküle, der Ursachen von Erkrankungen und der Entwicklung neuer Therapeutika ein. Gleichzeitig beschreiten wir einmal mehr neue Wege zur Vor-bereitung von Doktoranden auf spätere Führungsaufgaben, etwa in der pharmazeuti-schen Industrie“, sagt Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main, auf dem Festakt. Über eine Förderzeit von zunächst viereinhalb Jahren ist für die acht Stipendienplätze eine breit angelegte akademische Weiterbildung vorgesehen, die auf die Anforderungen in der akademischen Forschung oder in der pharmazeutischen Industrie strukturiert vorbereitet.
Michael Boddenberg: „Forschung und Ausbildung müssen Hand in Hand gehen.“
Michael Boddenberg, Minister für Bundesangelegenheiten und Bevollmächtigter des Landes Hessen beim Bund macht deutlich: „Nur dort, wo erfolgreich geforscht wird, kann Deutschland als Hochlohnstandort dauerhaft im Wettbewerb bestehen. Innovative Forschung muss mit Innovationen in der Weiterbildung Hand in Hand gehen. Innovati-onschancen steigen mit der Vielfalt, wenn Hochschulen verstärkt fachübergreifend ar-beiten und Praxiselemente aufnehmen.“
Gemeinnützige Motivation der Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Das Hans Kröner-Graduiertenkolleg ist ein wichtiges Förderprojekt der Else Kröner-Fresenius-Stiftung im Bereich der klinisch orientierten biomedizinischen Forschung. „Wichtig für die Förderzusage war uns die Neuigkeit und Originalität der Projekte, die im Rahmen der schon bewährten Zusammenarbeit zwischen der Goethe-Universität und dem Stockholmer Karolinska-Institut erfolgreich umgesetzt werden können“, sagt Dr. Dieter Schenk, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Außerdem begutachteten externe Experten mit Unterstützung der Deutschen For-schungsgemeinschaft (DFG) das Konzept, für das die Else Kröner-Fresenius-Stiftung rund eine Million Euro bereitgestellt hat.
Über Dr. Hans Kröner und die Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Dr. Hans Kröner war bis zu seinem Ausscheiden 1992 über 40 Jahre für Fresenius tätig und hat den Aufbau des Unternehmens entscheidend geprägt. Im Jahr 2006 verstarb Dr. Hans Kröner im Alter von 96 Jahren. Seit 1950 erwarb er sich zunächst beratend, später dann als Sprecher der Geschäftsleitung und von 1981 bis 1992 als Vorstandsvorsitzender der Fresenius AG große Verdienste um das unter seiner Führung schnell wachsende Unternehmen. An der Seite seiner Frau Else Kröner, die das Unternehmen 1946 nach dem Tod des Unternehmensgründers geerbt hatte, baute er das Geschäft in den Folgejahren kontinuierlich weiter aus.
Sein Eintreten für das Gemeinwohl waren bestimmend für Dr. Hans Kröners Lebensweg. So veranlassten er und Else Kröner, dass die Mehrheitsanteile an der Fresenius AG in die gemein-nützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung eingebracht wurden, die sich im Sinne des Ehepaars Kröner unter anderem für die medizinische Forschung, die Aus- und Weiterbildung und humani-täre Hilfsprojekte einsetzt. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Es entspricht dem Wunsch und Nachlass der Stifterin, dass ihr Vermögen und dessen Erträge nach ihrem Tod gemeinnützigen Zwecken dienen. Bis heute hat die Stiftung rund 870 Projekte gefördert. (www.ekfs.de)
Über die Goethe-Universität Frankfurt am Main
Die Goethe-Universität Frankfurt am Main ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäi-schen Finanzmetropole Frankfurt. Vor 94 Jahren von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heu-te eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigen-ständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 einge-worbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigt sich die Goethe-Universität als eine der forschungs-stärksten Hochschulen. (www.goethe-universitaet.de)
Über das Hans Kröner-Graduiertenkolleg
In Zusammenarbeit mit dem Department of Medical Chemistry des Karolinska-Instituts bildet die Goethe-Universität Doktoranden auf den Gebieten Molekulare Medizin, Pharmazie und Biologie aus. Wissenschaftliches Ziel des Graduiertenkollegs ist ein besseres Verständnis der molekula-ren Mechanismen der Wirkung von Eikosanoiden und Sphingolipiden, die in zahlreichen physio-logischen und pathophysiologischen Prozessen wie Entzündung, neoplastischen Transformatio-nen und Zellproliferation eine Schlüsselfunktion besitzen. Das wissenschaftliche Konsortium greift dabei auf eine breite Palette sich ergänzender interdisziplinärer Ansätze (chemisch, bio-chemisch, molekular, pharmakologisch, physiologisch und klinisch) zurück.
Das Karolinska-Institut fokussiert sich hauptsächlich auf die Strukturbiologie der Eikosanoide und der entsprechenden Stoffwechselwege, während der Frankfurter Schwerpunkt auf der Pharmakologie und der klinischen Bedeutung von Eikosanoiden liegt. Die breit angelegte Unter-suchung der Rolle von Eikosanoiden und Sphingolipiden bei der Entzündung, in Tumoren und in der vaskulären Biologie wird neue mechanistische Erkenntnisse und Ansatzpunkte für neue Therapien hervorbringen.
Kontakt
Prof. Dr. Dieter Steinhilber
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Riedberg
Institut für Pharmazeutische Chemie
Max-von-Laue-Straße 9
60438 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 798-29324
E-Mail: steinhilber@em.uni-frankfurt.de
Dr. Susanne Schultz-Hector
Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Postfach 1852
61352 Bad Homburg
Tel.: (06172) 897510
E-Mail: schultz-hector@ekfs.de