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Drei junge Ärzte mit Else Kröner-Memorial-Stipendium ausgezeichnet
Die Preisträger der Else Kröner-Memorial-Stipendien sind: Dr. Florian Grahammer, Dr. Helmar Christoph Lehmann und Dr. Istvan Vadasz /
Forschungsprojekte zum Nierenversagen, zur chronischen Erkrankung des peripheren Nervensystems und zum Atemnot-Syndrom bei
Erwachsenen
Bad Homburg, den 11. Januar 2010 – Die 2009 ausgeschriebenen Else Kröner-Memorial-Stipendien gehen an die drei jungen Ärzte Dr. Florian Grahammer (32 Jahre, Universitätsklinikum Freiburg), Dr. Helmar Christoph Lehmann (33 Jahre, Universität Düsseldorf) und Dr. Istvan Vadasz (32 Jahre, Universität Gießen). Dies gab heute die Else Kröner-Fresenius-Stiftung bekannt. „Alle drei Forschungsprojekte spannen in außergewöhnlicher Weise den Bogen von der molekularen Erkenntnis zur konkreten klinischen Anwendung“, sagt Dr. Susanne Schultz-Hector, Vorstandsmitglied der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Die Stipendiaten beschäftigen sich mit der Wiederherstellung der Filterfunktion der Niere, mit chronischen Erkrankungen des außerhalb des Gehirns liegenden Nervensystems und mit dem akuten Atemnot-Syndrom bei Erwachsenen.
„Sich neben der täglichen Patientenversorgung, Facharztausbildung und der Beteiligung an der medizinischen Lehre noch ein eigenes Forschungsgebiet aufzubauen, ist für junge Ärzte an Universitätskliniken schwierig“, sagt Dr. Susanne Schultz-Hector. Die Stipendien sind mit jeweils 80.000 Euro pro Jahr dotiert. Sie ermöglichen die Freistellung vom Klinikbetrieb für zwei Jahre, um so die Forschungsprojekte weiterverfolgen zu können.
Stipendiat Dr. Florian Grahammer (Universitätsklinikum Freiburg),
Forschung zur Regeneration der Nierenfunktion
Der Stipendiat Dr. Florian Grahammer, tätig am Institut für Innere Medizin IV
Nephrologie und Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Freiburg, erforscht
Mechanismen zur Wiederherstellung der Funktion der erkrankten Niere. Bei fast allen Nierenerkrankungen sind spezialisierte Zellen des Nierenfilters, so genannte
Fußfortsatzzellen (Podozyten), betroffen. Während die Ursachen, die zum
Nierenversagen führen, teilweise aufgeklärt sind, ist bis heute kaum etwas über die
molekularen Vorgänge der Wiederherstellung der Filterfunktion der Niere bekannt. Dies spiegelt sich auch in dem fast völligen Fehlen von spezifischen Therapien zur
Behandlung von Nierenerkrankungen wider. Vorarbeiten von Dr. Florian Grahammer
weisen darauf hin, dass spezialisierte Zell-Zellkontakte auch bei der Regeneration des Nierenfilters eine entscheidende Rolle spielen. „Die geplante molekulare und
zellbiologische Analyse der Funktion und Veränderung dieser Zell-Zellkontakte während der Schädigung und Regeneration des Nierenfilters lassen völlig neue Einblicke erwarten, die den Grundstein für wiederherstellende Behandlungsansätze legen könnten“, heißt es bei der Else Kröner-Fresenius-Stiftung zur Einschätzung der wissenschaftlichen Arbeit.
Stipendiat Dr. Helmar Christoph Lehmann (Universität Düsseldorf),
Forschung zur Erkrankung des peripheren Nervensystems
Dr. Helmar Christoph Lehmann von der Neurologischen Klinik der Universität Düsseldorf befasst sich mit der Wiederherstellung der Funktion erkrankter Nerven bei chronischen Erkrankungen des peripheren, d. h. außerhalb des Gehirns liegenden Nervensystems (Polyneuropathie). Er geht davon aus, dass die Wiedererlangung der Nervenfunktion wesentlich durch die Regenerationsfähigkeit von so genannten Schwannzellen begrenzt wird. Diese Zellen gewährleisten normalerweise den Schutz und die Ernährung der Zellfortsätze (Axone). „Im Experiment wird Dr. Helmar Christoph Lehmann testen, unter welchen Bedingungen eine Transplantation von intakten Schwannzellen die Wiederherstellung der Nervenfunktion ermöglicht. Wenn sich seine Hypothese bestätigt, ließen sich daraus vielfältige neue Behandlungskonzepte ableiten“, so die Stiftung zur Begründung des Stipendiums.
Stipendiat Dr. Istvan Vadasz (Universität Gießen),
Forschung zum akuten Atemnot-Syndrom
Dr. Istvan Vadasz von der Medizinischen Klinik II der Universität Gießen analysiert die zellphysiologischen Vorgänge in der Lunge, die die Barrierefunktion der Lungenbläschen bei dem Atemnot-Syndrom regulieren. Unter 100.000 Erwachsenen leiden ca. 75 Patienten an dem akuten Atemnot-Syndrom, das häufig zum Tod führt. Ursachen sind vielfältige Erkrankungen oder Verletzungen der Lunge. Kritisch ist dabei die Ansammlung entzündlicher Flüssigkeiten in den Lungenbläschen, in denen der Gasaustausch stattfindet, den Alveolen. Trotz intensiver Forschung existiert noch keine pharmakologische Therapie für Patienten mit dieser schweren Erkrankung. Der Stipendiat hat einen lipidbasierten Signalstoff, das so genannte Sphingosin-1-phosphat, als ein Schlüsselmolekül des Atemnot-Syndroms erkannt. „In seinen geplanten Experimenten wird Dr. Istvan Vadasz untersuchen, ob sich durch eine Hemmung dieses Signalstoffs lebensbedrohliche Flüssigkeitsansammlungen in den Alveolen verhindern bzw. ihr Abbau fördern lässt“, heißt es bei der Else Kröner-Fresenius-Stiftung zur Vergabe des Stipendiums.
Über das Else Kröner-Memorial-Stipendium
Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung schreibt regelmäßig Stipendien für junge Ärztinnen und Ärzte zur Durchführung klinisch-medizinischer Forschungsprojekte aus. Mit der Auslobung der Stipendien wird das Lebenswerk von Else Kröner gewürdigt, die ihr Vermögen der gemeinnützigen Else Kröner-Fresenius-Stiftung hinterließ. Die Stipendien sollen den Kandidaten eine zweijährige Freistellung zur Forschung an einer deutschen Universitätsklinik ermöglichen. Bewerber müssen außergewöhnliche Forschungsleistungen vorweisen und das Ziel der Habilitation verfolgen oder sich vor nicht länger als fünf Jahren habilitiert haben.
Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung wurde im Jahr 1983 von Else Kröner, geb. Fernau gegründet. Else Kröner, die 1988 starb, hat der Stiftung testamentarisch ihr gesamtes Vermögen vermacht. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich vorrangig der Förderung klinisch orientierter, biomedizinischer Forschung und unterstützt ferner medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Es entspricht dem Wunsch und Nachlass der Stifterin, dass ihr Vermögen und dessen Erträge nach ihrem Tod gemeinnützigen Zwecken dienen. Bis heute hat die Stiftung rund 880 Projekte mit einem Gesamtvolumen von ca. 90 Millionen Euro gefördert.
Kontakt
Dr. Susanne Schultz-Hector
Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Postfach 1852
61352 Bad Homburg
Tel.: (06172) 897510
E-Mail: schultz-hector@ekfs.de