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Else Kröner Memorial Award für Georg Hansmann
Kinderkardiologe Priv. Doz. Dr. Georg Hansmann ausgezeichnet / Neue Erkenntnisse zur Behandlung von Schwerkranken mit Pulmonaler Arterieller Hypertonie (PAH) / Preisverleihung auf DIVI-Kongress
Bad Homburg/Hamburg, 09. Dezember 2010 – Der Kinderkardiologe Priv.-Doz. Dr.
med. Georg Hansmann ist mit dem Else Kröner Memorial Award 2010 ausgezeichnet
worden. „Die neuen Erkenntnisse lassen erstmals hoffen, dass eine bislang nicht effektiv
behandelbare Gefäßkrankheit der Lunge – die Pulmonale Arterielle Hypertonie –
beim Menschen in Zukunft medikamentös beeinflussbar werden könnte“, sagt Dr. Susanne
Schulz-Hector, Vorstandsmitglied der Else Kröner-Fresenius-Stiftung zur Preisverleihung
auf dem Kongress der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv-
und Notfallmedizin (DIVI) in Hamburg. Der Preisträger in 2008 war Priv. Doz. Dr.
med. Frank Hildebrand mit einer Arbeit über posttraumatische Entzündungsreaktionen.
Die wissenschaftliche Arbeit (Habilitationsschrift) des diesjährigen Preisträgers ist bedeutsam,
weil die Pulmonale Arterielle Hypertonie (PAH) eine Erkrankung mit schlechter
Prognose ist. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt 30 bis 50 Prozent und eine (vorübergehende)
Heilung ist derzeit nur durch eine Lungen- oder Herz-Lungen-
Transplantation möglich. Der Preisträger entdeckte die vasoprotektive Rolle des
Transkriptionsfaktors PPARgamma und Apolipoprotein E (apoE) im Lungenkreislauf,
und untersuchte daraufhin die Rolle der Insulinresistenz und Dyslipidämie bei klinisch
manifester PAH hinsichtlich der Erkrankungsschwere.
Insulinresistenz: Ein bislang unbekannter Risikofaktor für PAH
„Unsere Forschungsergebnisse deuteten daraufhin, dass die Insulinresistenz und niedriges
HDL-Cholesterol, und damit verbundene erhöhte Blutzuckerwerte, nicht nur Risikofaktoren
für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im systemischen Kreislauf sondern auch
für die Pulmonale Arterielle Hypertonie sein könnten“, erläutert Priv. Doz. Dr. Georg
Hansmann. Bislang war ein solcher Einfluss auf die Entstehung oder den Verlauf einer
Pulmonalen Arteriellen Hypertonie unbekannt. Der Preisträger konnte zeigen, dass eine
Insulinresistenz bei Patienten mit PAH häufiger als in der „Normalbevölkerung“ vorkommt.
Daraus ergab sich die Vermutung, dass Insulinresistenz einen neuen Risikofaktor
darstellen könnte, der Einfluss auf die Überlebensrate bei PAH hat und damit
einen Ansatz zur Beeinflussung der Erkrankung bieten könnte. Initial untersuchte der
Preisträger die Wirkung von bekannten Arzneistoffen (PPARgamma-Agonisten), die
bereits heute zur Reduzierung der Insulinresistenz und zur Senkung des Blutzuckerspiegels
angewandt werden, in einem experimentellen Modell der Pulmonalen Arteriellen
Hypertonie, was eine vollständige Regression der PAH zur Folge hatte. „PPARgamma-
Agonisten wirken bei experimenteller PAH jedoch auch unabhängig davon, ob
eine Insulinreistenz vorliegt oder nicht. Klinische Studien hierzu sind in Vorbereitung“,
betont Priv. Doz. Dr. Hansmann.
Die EKFS hat den Else Kröner Memorial Award mit 25.000 Euro dotiert. Der Preis wird
zum ehrenden Andenken an die Stifterin im zweijährigen Turnus vergeben, um die
Krankenversorgung in der Intensivmedizin mit hochrangiger, experimenteller Forschungstätigkeit
zu verbinden. „Die Stiftung will mit dem Preis ein Signal zur Stärkung
der forschungsorientierten und evidenzbasierten Medizin setzen“, sagt Dr. Susanne
Schultz-Hector. Verliehen wird der Preis auf dem Kongress der Deutschen interdisziplinären
Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).
Über den Preisträger Priv. Doz. Dr. med. Georg Hansmann
Studium der Humanmedizin in Freiburg, Kapstadt und Basel. Approbation und Promotion (Pharmakologie)
1999 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Klinisch-wissenschaftliche Tätigkeit
an der Charité Berlin und am Deutschen Herzzentrum München 2000-2004, an der University
of California San Francisco (Pediatrics), Stanford und Harvard University (Pediatric Cardiology)
2004-2011. Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (D, USA), Kinderkardiolge
(D), Neonatologe (D) und Neugeborenen-Notarzt (D). Mitbegründung der AG Baby-
Notarztdienst Berlin 2003. Herausgeber des Thieme-Leitfadens „Neugeborenen-Notfälle“ 2004.
Herausgabe des erweiterten Handbuchs “Neonatal Emergencies” bei Cambridge University
Press 2009. Habilitation an der Charité Berlin 2010.
Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung wurde im Jahr 1983 von Else Kröner gegründet. Else Kröner
starb im Jahr 1988 und hat der Stiftung testamentarisch ihr gesamtes Vermögen vermacht. Die
Stiftung widmet sich der Förderung klinisch orientierter, biomedizinischer Forschung und unterstützt
medizinisch-wissenschaftliche sowie darüber hinaus medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte.
Bis heute hat die Stiftung rund 900 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 100 Mio. Euro
gefördert. Schwerpunkte im Bereich der medizinisch-humanitären Förderung sind die Entwicklung
und der Ausbau von Kooperationsprojekten mit Entwicklungsländern zur Verbesserung der
medizinischen Lehre und der Gesundheitsversorgung. Weitere Informationen: www.ekfs.de
Kontakt
Dr. Susanne Schultz-Hector
Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Postfach 1852
61352 Bad Homburg
Tel.: (06172) 897510
E-Mail: schultz-hector@ekfs.de