Else Kröner-Fresenius-Stiftung
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Die Preisträger des Medizinisch-humanitären Förderpreises für 2010

Die Preisträger des Medizinisch-humanitären Förderpreises der Else Kröner- Fresenius-Stiftung für 2010 lauten: Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, die Rummelsberger Dienste für Menschen und die Shanti Leprahilfe Dortmund.

Bad Homburg, den 16. Dezember 2010 – Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung hat drei humanitäre Einrichtungen – aus Hannover, Schwarzenbruck und Dortmund - für ihre vorbildlichen medizinisch-humanitären Projekte in den ärmsten Ländern der Welt ausgezeichnet. Unter den Preisträgern ist die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung aus Hannover, die sich für die Gesundheitsversorgung für Fistula Patientinnen in Äthiopien einsetzt. Ausgezeichnet wurde auch die in Schwarzenbruck ansässige Rummelsberger Dienste für Menschen gGmbH, die nach schweren Verbrennungen behinderten Kindern in Tansania hilft. Für ausgegrenzte, kranke und alte Menschen in Kathmandu/Nepal engagiert sich die prämierte Shanti Leprahilfe Dortmund e.V.

„Wir legen bei der Auszeichnung großen Wert auf einen weiten Kreis an Nutznießern und die Nachhaltigkeit der strukturbildenden Maßnahmen“, sagt Dr. Carolin Kröner, Beauftragte für humanitäre Projekte der EKFS. Jedes ausgezeichnete Projekt ist dotiert mit je 50.000 Euro, die ausschließlich für projektbezogene Zwecke verwendet werden.

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Hannover, „Fight Fistula“ – Mädchen in Äthiopien eine Zukunft geben

Mit dem Projekt „Fight Fistula“ unterstützt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung seit 2006 die Gesundheitsversorgung von Fistula-Patientinnen in Äthiopien. Diese in Deutschland fast unbekannte Geburtsverletzung entsteht durch Schwangerschaft bzw. Geburt in viel zu jungem Alter.

Die DSW leistet zudem medizinische Aufklärungsarbeit von jungen Frauen in der Amhara Region im Norden des Landes. In einem Netzwerk von Jugendclubs wurden bereits 155.000 Mädchen und Gemeindemitglieder beraten und informiert. Durch die Aktivitäten von Jugendberaterinnen konnten über 200 an Fistula leidende junge Frauen operiert werden. In der nächsten Projektphase plant DSW die Ausund Weiterbildung von Pflegepersonal sowie die Ausstattung von Gesundheitsstationen mit medizinischem Equipment.

Die Rummelsberger Dienste für Menschen, Schwarzenbruck, Aktion „Feuerkinder“ in Tansania

Die Aktion „Feuerkinder“, eine Initiative der Rummelsberger Dienste für Menschen gGmbH, engagiert sich seit 2000 für die Verbesserung der medizinischen Versorgung von behinderten Kindern, insbesondere nach Verbrennungsunfällen. In den Dörfern Tansanias erleiden Kinder an offenen Feuerstellen immer wieder schwere und schwerste Verbrennungen, deren Narben auch aufgrund mangelnder medizinischer Hilfe die Beweglichkeit der Kinder stark beeinträchtigen können.

Freiwillige Helfer reisen jedes Jahr auf eigene Kosten in das Nkoaranga- Krankenhaus in Tansania, um verletzte Kinder zu operieren. Während das Team am Anfang aus drei Mitgliedern bestand, waren es 2010 bereits dreizehn medizinische Fachkräfte, darunter Orthopäden, Anästhesisten, OP- und „Gips“-Schwestern und Psychologen. Seit Beginn des Projektes wurden über 1.000 Operationen durchgeführt und die Qualität der Patientenversorgung im Krankenhaus verbessert. Besonderer Wert wird auf die Ausbildung von Ärzten und Pflegern gelegt.

Shanti Leprahilfe Dortmund e.V., Shanti Sewa Griha, Kathmandu/Nepal

Die Shanti Leprahilfe Dortmund e.V. fördert seit 1992 die nepalesische Sozialorganisation Shanti Sewa Griha in Kathmandu. Shanti unterstützt alte und kranke Menschen, die aus der Gesellschaft ausgegrenzt sind. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten von Shanti ist die Hospizarbeit. Außerdem sind mit den gezielten und strukturbildenden Aktivitäten eine Armenklinik mit 75 Betten errichtet worden, eine Schule und ein Kindergarten sowie über 15 Werkstätten (Schneidereien, Tischlereien etc.) und eine Armenküche. Diese Infrastruktur lässt nun das sichere Gefühl einer dörflichen Gemeinschaft entstehen.

Seit einem Jahr verfügt Shanti Sewa Griha über ein eigenes Zentrum. Dort leben mehr als 1.200 Menschen: Leprakranke und deren Angehörige, geistig und körperlich behinderte Kinder und Erwachsene, Obdachlose, Waisen, Witwen und Bürgerkriegsopfer. Täglich werden knapp 100 Menschen in der Armenambulanz medizinisch versorgt. Kooperationspartner des Projekts sind u. a. die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie die deutsche Botschaft in Kathmandu.

Der Medizinisch-humanitäre Förderpreis der Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Im Jahr 2008 hat die Else Kröner-Fresenius-Stiftung erstmals einen Förderpreis ausgeschrieben, um im zweijährigen Turnus besonders vorbildliche Projekte im medizinischhumanitären Bereich auszuzeichnen. Die Preisträger im Jahr 2008 waren:

  • Tuberkulose-Bekämpfung in den Slums von Kalkutta, Dr. Tobias Vogt
    Ärzte für die Dritte Welt e.V., Frankfurt am Main
  • Medizinisches Zentrum für Mutter und Kind in Endaselassie/Äthiopien
    Elke Brachmann, Kinder unserer Welt e.V., Wiesbaden
  • Behandlung von Gesichtsfehlbildungen in Indien
    Verein Friends of Padhar Germany e.V., Prof. Thomas Kreusch, Asklepios Klinik, Nord/Heidberg, Hamburg

Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung wurde im Jahr 1983 von Else Kröner, geb. Fernau, gegründet. Else Kröner starb 1988 und hat der Stiftung testamentarisch ihr gesamtes Vermögen vermacht. EKFS widmet sich der Förderung klinisch orientierter, biomedizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Es entspricht dem Wunsch und Nachlass der Stifterin, dass ihr Vermögen und dessen Erträge nach ihrem Tod gemeinnützigen Zwecken dienen. Bis heute hat die Stiftung knapp 900 medizinische Forschungs- und medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte gefördert.


Kontakt

Dr. Carolin Kröner
Beauftragte für humanitäre Projekte
Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Postfach 1852
61352 Bad Homburg
Tel.: (06172) 897510
E-Mail: kontakt@ekfs.de

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